Wald ZH liegt im Bezirk Hinwil im Zürcher Oberland, am Übergang zwischen Zürcher Oberland und Toggenburg und etwa 25 Kilometer südöstlich von Zürich. Die Gemeinde erstreckt sich über sanfte Hügel und dichte Wälder; die Jona fliesst durch Wald. Im Ortsbild stehen historische Gebäude und traditionelle Wohnhäuser neben modernen Wohnquartieren. Auch die Ortsgeschichte hat mehrere Seiten: Landwirtschaft, Textilproduktion, Mühlen und Textilbetriebe gehören zu ihr, erste Erwähnungen reichen bis ins frühe Mittelalter zurück. Für die Wahl eines Reiseziels bietet Wald damit unterschiedliche Anknüpfungspunkte – von Ortsgeschichte und Brauchtum bis zu Kunst und Wanderungen.
Textilgeschichte im Heimatmuseum Wald
Das Heimatmuseum Wald befindet sich in einem ehemaligen Bürogebäude der Firma Spoerry und Schaufelberger. Der damalige Besitzer Spoerry schenkte das Gebäude 1943 der Gemeinde. Der Ort des Museums verweist so auf die lokale Unternehmensgeschichte; die Dauerausstellung führt von dort zu weiteren Themen des Ortes. Sie blickt auf die Vergangenheit der ehemaligen Textilmetropole zurück, folgt den Spuren des einheimischen Gewerbes und stellt das örtliche Brauchtum vor.
Das Heimatmuseum ist für Besucherinnen, Besucher und Gruppen auf Anfrage geöffnet, wenn Interesse an der Chronik oder den Ausstellungen besteht. Wer diesen Besuch einplant, sollte daher eine Anfrage vorsehen. Die Ausstellung verbindet Wirtschafts- und Ortsgeschichte mit überlieferten Bräuchen – eine andere Perspektive auf Wald als die Kunst im Lozzi Museum oder die Wege in der Landschaft.
Walder Bräuche zu Silvester und Fastnacht
Am Silvesterabend formieren sich um 18.30 Uhr neun Paare der Walder Silvesterchläuse am Bahnhof. Ihr Umzug führt von dort zum Schwertplatz. Zur Fastnachtszeit ziehen die Formationen der Walder Umezüg zu den Klängen von Trommlern und Pfeifern durch die Gegend; Geldspenden werden mit lauten Schüssen aus Vorderladerpistolen verdankt. Die genannten Anlässe liegen zu unterschiedlichen Zeiten im Jahreslauf und geben dem Brauchtum jeweils einen eigenen Rahmen.
Der Brauch der «Knabenumezüge» in Wald geht auf militärische Musterungen in der Gemeinde zurück. Zusammen mit den Umzügen zu Silvester und Fastnacht gehört dieses Thema zu einem Aufenthalt, bei dem nicht nur Gebäude und Landschaft, sondern auch lokale Traditionen im Mittelpunkt stehen. Wer einen bestimmten Anlass erleben möchte, sollte dessen Termin vor der Reise prüfen.
Bewegliche Plastiken im Lozzi Museum
Das Lozzi Museum setzt einen anderen Akzent als das Heimatmuseum. Dort geht es um Chronik, Textilgewerbe und Brauchtum; im Lozzi Museum stehen Plastiken im Mittelpunkt. Rund 180 Plastiken sind teilweise beweglich und können von Besucherinnen und Besuchern selbst in Bewegung gebracht werden. Vom S-Bahn-Bahnhof Wald ZH ist das Museum in vier Gehminuten erreichbar. Damit treffen in Wald zwei unterschiedliche kulturelle Themen aufeinander: die Geschichte des Ortes und eine Ausstellung, in der Bewegung Teil der Kunstwerke ist.
Wandern und unterwegs in Wald
Die Route «Zürcher Oberland: Bachtel» ist eine mittelschwere Sommerwanderung von 17,4 Kilometern mit einer Dauer von 5 Stunden und 15 Minuten. Sie führt über den Bachtel-Gipfel hinab nach Wald und erreicht den Bahnhof durch das Gebäude-Ensemble «Bleiche». Beim Abstieg nach Wald weist die Route auf den Bachtelspalt hin, eine etwa 15 bis 20 Meter tiefe Spalte im Nagelfluhgestein. Länge, Dauer und Schwierigkeitsgrad geben den Umfang dieser Wanderung klar vor; sie ist damit eine andere Wahl als ein Besuch, der vor allem auf Ortsgeschichte oder Kunst ausgerichtet ist.
Auch entlang des Schmittenbachs im Sagenraintobel wird gejoggt, gewandert und gebrötelt. Der Dorfbrunnen-Rundgang bietet eine weitere Form der Orientierung: Seine Stationen sind von 1 bis 16 nummeriert, wobei Station 1 als Start und Station 16 als Ziel gekennzeichnet ist. Während die Bachtel-Route mit Länge und Dauer beschrieben ist, gibt der Rundgang eine feste Reihenfolge seiner Stationen vor.
Für die Wahl des Aufenthalts lässt sich Wald nach den eigenen Interessen einordnen: Ortsgeschichte und Gewerbe im Heimatmuseum, bewegliche Kunst im Lozzi Museum, saisonales Brauchtum oder eine längere Sommerwanderung. Auch die Besuchsbedingungen unterscheiden sich: Das Heimatmuseum ist auf Anfrage geöffnet, während die Bachtel-Route als Sommerwanderung beschrieben ist. So können Sie den Schwerpunkt setzen, der zu Ihrer Reiseplanung passt.
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