Der Aabachtobel zeigt, wie stark die Landschaft eine Wanderung prägen kann: Sandstein- und Mergelschichten der oberen Süßwassermolasse treten am Weg hervor; später führt die Wanderung an einem Wasserfall vorbei zum Zürichsee. Im Bezirk Horgen stehen solche Naturerlebnisse neben historischen Wegen und Museen, die von Dorfgeschichte bis Bergbau reichen.
Wanderwege mit unterschiedlichen Geschichten
Zu den offiziellen Wandervorschlägen gehört eine markierte, hindernisfreie Route vom Bahnhof Horgen über Au (ZH) bis zum Bahnhof Wädenswil. Einen anderen Zugang zur Landschaft bietet der Saumweg über den Hirzel zwischen Horgen und Sihlbrugg. Als historische Wanderung folgt er den Spuren der Säumer, die dort rund 600 Jahre lang Waren mit Maultieren transportierten. Der markierte Weg erinnert an die Handelsroute zwischen Zürichsee und Innerschweiz, die von 1230 bis 1830 genutzt wurde. Die Angaben erzählen von zwei Zeitebenen: dem langen Maultiertransport und der datierten Handelsroute.
Die Wanderung Horgen–Aabachtobel–Au verbindet geologische Aufschlüsse mit Wasser und Uferlandschaft. Sie beginnt bei Horgen, Hüttenstrasse, führt teilweise über Metalltreppen am Aabach entlang und passiert Becken sowie Felsabschnitte. An einem Seitenbach liegt ein Wasserfall; anschließend geht es zum Zürichsee und zur Halbinsel Au. Abschnitte des Uferwegs führen über Holzstege durch Schilf. Als Endpunkt kommen der Bahnhof Au oder die Schiffstation Halbinsel Au infrage. Prüfen Sie die Wegbedingungen und, wenn Sie den Endpunkt darauf abstimmen, die aktuellen Anschlüsse vorab.
Auch die Wanderung von Richterswil nach Schönenberg führt durch eine Abfolge von Gewässerlandschaften: Mülitobel, Sternenweiher, Itlimoosweiher, Hüttnerseeli und Sihlschlucht liegen an der Route. Damit stehen ganz unterschiedliche Landschaftseindrücke nebeneinander – vom Tobel und Weiher bis zur Schlucht.
Wald, Moor und Seeufer
Die Moorlandschaft Hirzel erstreckt sich von den Gemeinden Hirzel und Schönenberg über Horgen bis nach Wädenswil. Sie umfasst 480 Hektaren und zählt zu den sechs Moorlandschaften von nationaler Bedeutung im Kanton Zürich. Im Sihlwald prägt dagegen ein geschütztes Waldreservat das Naturerlebnis: Seit dem Jahr 2000 werden dort keine Bäume mehr gefällt. Jahrhundertealte Buchen und Totholz gehören zum Wald; das Totholz dient seltenen Insekten und Pilzen als Lebensraum.
Durch den Wildnispark Zürich Sihlwald verläuft auch der Sihl-Erlebnisweg. Seine sieben Etappen führen von der Sihl in Richtung Zürich. Für eine Pause bietet das Besucherzentrum im Sihlwald einen Spielplatz, Feuerstellen und überdachte Picknickplätze. Eine andere Art von Tierbeobachtung ist im Wildnispark Zürich Langenberg möglich: Auf Waldwegen können Sie Wölfe, Braunbären, Elche, Wildschweine und weitere Wildtiere in weitläufigen, naturnahen Anlagen beobachten.
Die Halbinsel Au liegt zwischen Horgen und Wädenswil am Zürichsee. Zu ihrer Landschaft gehören Wiesen, Wälder und Rebberge, der kleine Ausee und das Seeufer. Wanderwege, Badeplätze und historische Gebäude verbinden Natur- und Kulturthemen auf der Halbinsel. Eine Ausstellung in einer historischen Scheune widmet sich dem Weinbau in Vergangenheit und Gegenwart sowie seinem Einfluss auf die Region. Sie ist saisonal zugänglich.
Museen und Spuren der Vergangenheit
Im Sust Museum Horgen wird Geschichte in einem Gebäude mit eigener Vergangenheit sichtbar: Es befindet sich im ältesten bekannten Gebäude der Gemeinde, das über 500 Jahre alt ist. Bis 1835 diente es als Warenumschlagplatz und Zollstation. Seit 2022 zeigt das Museum wechselnde Ausstellungen zur Geschichte des Dorfes sowie zum Leben und zu den Menschen in Horgen.
Auf dem Hirzel befindet sich das Johanna-Spyri-Museum im ehemaligen Dorfschulhaus, in dem Spyri in den 1830er Jahren zur Schule ging. Die Ausstellung widmet sich ihrem Leben. Ein anderer zeitlicher Rahmen prägt das Museum im Kirchturm der katholischen Pfarrei St. Josef: Auf drei Etagen erzählt es die Geschichte der katholischen Pfarrei Horgen von 1872 bis 1978.
Auch der Bergbau gehört zur regionalen Geschichte. Das Bergbaumuseum Käpfnach befindet sich in einem ehemaligen Kohlebunker und erklärt den lokalen Kohlebergbau mit Filmen, Diagrammen, Lampen, Werkzeugen und Fossilien. Zum Besuchserlebnis im Bergwerk Käpfnach gehört außerdem eine 1,4 Kilometer lange Fahrt durch einen Eisenbahntunnel.
Eine weit ältere Geschichte verweist auf Horgen-Scheller: Die Fundstelle gab der Horgener Kultur ihren Namen, die auf den Zeitraum von 3300 bis 2800 v. Chr. datiert wird. Horgen-Scheller gehört zum UNESCO-Welterbe der Pfahlbauten rund um die Alpen. Die Pfahlbaufundstellen an den Ufern des Zürichsees gelten als umfassende Bodenarchive aus der Stein- und Bronzezeit.
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