Wasser hat im Okres Košice-Okolie ganz unterschiedliche Geschichten: Es formte Höhlen, trieb Schmiedehämmer an und spielt bei einem kalten Geysir eine besondere Rolle. Die Jasovská jaskyňa zählt zu den bedeutendsten Höhlen des Nationalparks Slowakischer Karst. Im Verbund der Höhlen des Slowakischen und Aggteleker Karsts gehört sie zum Weltnaturerbe. In Medzev zeigt der historische Hámor, wie fließendes Wasser einst die Arbeit in einer Schmiedewerkstatt antrieb. Und in Herľany macht der Herliansky gejzír ein geologisches Phänomen zum Thema.
Von der Wasserkraft zur Klosterkultur
Im Hámor in Medzev setzte die Energie des fließenden Wassers Schmiedehämmer, Blasebälge und Gebläse für die Öfen in Bewegung. Die historische Werkstatt wird vom Slowakischen Technischen Museum als lebendes technisches Denkmal verwaltet und zugänglich gemacht. Hier lässt sich technische Geschichte über das Zusammenspiel von Wasserlauf und Schmiedearbeit erschließen.
Eine andere Art von historischem Ensemble erwartet Sie in Jasov: Das barocke Premonstratenserkloster umfasst die Kirche des heiligen Johannes des Täufers, das Kloster und einen französischen Klostergarten. Der Komplex gehört zu den nationalen Kulturdenkmälern der Slowakei. Kommentierte Führungen führen durch die Kirche, das ehemalige Archiv, die Bibliothek, Säle, Jagdsalon, Garten und Konvent sowie durch aktuelle Ausstellungen. Da die Verfügbarkeit saisonal wechseln kann, empfiehlt es sich, die Termine vor dem Besuch zu prüfen.
Auch Burgen erzählen von verschiedenen Zeiten. Die Burg Kysacký hrad wurde wahrscheinlich Ende des 13. Jahrhunderts errichtet; erste Erwähnungen stammen aus dem Jahr 1300. Die Burg Turniansky hrad wurde spätestens um die Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert gegründet. Zu ihr führen zwei wichtige Wanderwege: Einer beginnt in Háj und folgt der gelben Markierung, der andere startet in Turňa nad Bodvou und verläuft teilweise auf dem blauen Wanderweg. Der Burghügel ist derzeit frei für die Öffentlichkeit zugänglich; prüfen Sie die Zugangssituation vor Ihrem Besuch.
Felslandschaften und Wege im Karst
Die Jánošíkova bašta ist eine Kalksteinfelsformation über dem Hornád-Tal und ein beliebtes Klettergebiet. Von der Gemeinde Kysak aus ist sie über einen rot markierten Wanderweg erreichbar. Zu den beschriebenen Ausblicken gehören das Hornád-Tal, das Naturreservat Humenec, die Slanské vrchy und der Burghügel mit der Ruine des Kysacký hrad. Landschaft, Klettergebiet und Wanderweg bilden dabei jeweils eigene Anknüpfungspunkte für die Erkundung.
Der Lehrpfad Zádielska tiesňava liegt im Nationalpark Slowakischer Karst und im Nationalen Naturreservat Zádielska tiesňava. Seine Themen reichen von der Pflanzen- und Tierwelt über Karsterscheinungen bis zur Nutzung der Hochebene. Wer sich für Natur und Landschaft interessiert, findet hier also auch einen Zugang zu den Zusammenhängen, die eine solche Gegend prägen.
In Herľany gilt der Herliansky gejzír als einziger kalter Geysir Europas. Eine 404,5 Meter tiefe Bohrung aktivierte ihn; er führt niedrigthermisches Wasser. Derzeit liegen die Ausbrüche 34 bis 36 Stunden auseinander und dauern jeweils 25 Minuten. Da diese Zeiten variabel sind, prüfen Sie sie vor Ihrem Besuch vor Ort. In derselben Gemeinde beginnt außerdem ein markierter grüner Wanderweg zu den Rankovské skaly, geschützten vulkanischen Felsformationen in den Slanské vrchy. Der Weg führt durch Waldgelände bis zum Gipfel.
Wissenschaft, Archäologie und regionale Themen
Das Observatorium und Planetarium Medzev verbindet Präsentationen mit Erläuterungen im Planetarium. Bei geeignetem Wetter ist eine Beobachtung des Himmels im Freien möglich; hinzu kommt eine ständige Meteoritenausstellung. Das Programm spricht damit sowohl das Interesse an astronomischen Fragen als auch an Gesteinen aus dem Weltall an.
In Nižná Myšľa besteht der Archäoskanzen aus zwei Siedlungen und einer Begräbnisstätte, die 200 Meter von ihnen entfernt liegt. Dort befinden sich mehr als 900 Gräber. Das Weinmuseum Máté Laczkó Szepsiho in Moldava nad Bodvou setzt einen anderen Schwerpunkt: Es präsentiert die Weinproduktion, die Weinstraße und historische Keller. In Dargov bietet die Sieň bojovej slávy eine virtuelle Führung; Gruppen mit mehr als zehn Personen können sie nach vorheriger Vereinbarung besuchen.
Auch Kúpele Štós verbindet unterschiedliche Eindrücke. Zum Gelände gehört ein Waldpark mit mehr als 200 Arten seltener Bäume und Blumen, einem künstlichen Bach sowie Kaskaden mit Springbrunnen. Der Badekomplex umfasst Wasser- und Dampfbäder, Kräuter-, Eukalyptus- und finnische Sauna, Vitaldusche, Wasserweg, Hydromassagebecken und Tepidarium. Da sich die Ausstattung ändern kann, prüfen Sie die aktuellen Angebote vor dem Besuch.
Für eine längere Perspektive auf die Gegend verbindet der Lehrpfad Hornád–Milič Trstené pri Hornáde, Ždaňa, Skároš, Nižná Myšľa und Vyšná Myšľa und ist fast 61 Kilometer lang. Er besteht aus mehreren Rundwegen; eine digitale Wanderkarte mit GPS-Navigation steht ebenfalls zur Verfügung. Damit lassen sich unterschiedliche Maßstäbe der Erkundung gegenüberstellen: einzelne Kulturstätten, markierte Wege und eine ausgedehnte Route.
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