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Die Stadt Baniyas ist eine Hafen- und Küstenstadt am Mittelmeer. In ihrem Umfeld begegnen sich historische Spuren in sehr unterschiedlicher Gestalt: der klar umrissene mittelalterliche Wehrturm Burj al-Sabi und verstreute bronzezeitliche Befestigungsreste auf einem Hügel, der heute überwiegend Wohngebiet ist.

Burj al-Sabi und die Burg Marqab

Der Burj al-Sabi stammt aus dem späten 12. Jahrhundert und liegt in Baniyas, zwei Kilometer westlich der Burg Marqab. Als vorgeschobene Verteidigungslinie wurde er für diese Burg gestaltet. Nähe und militärische Funktion verbinden die beiden Orte damit in einer konkreten historischen Beziehung.

Sein Grundriss ist quadratisch und misst 16,2 × 16,2 Meter; die Höhe reicht bis zu 18 Meter. Der Turm umfasst zwei Stockwerke, auf einem davon befindet sich eine in den Fels gehauene Zisterne. Die gleichen Seitenlängen geben der Grundform eine regelmäßige Geometrie; die Höhenangabe ergänzt dazu eine andere Dimension des Bauwerks. Mit der Zisterne kommt ein einzelnes, im Fels angelegtes Bauteil hinzu.

Im übergeordneten Reiseziel Tartus steht der Burj al-Sabi auf einem felsigen Hügel, der 25 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Seit 1958 steht der Turm auf Syriens nationaler Denkmalliste. So liegen zwischen seiner Bauzeit im späten 12. Jahrhundert und dem Listeneintrag zwei unterschiedliche zeitliche Bezugspunkte. Weitere Restaurierung ist nötig, damit der Turm besser für Besucher geeignet ist. Klären Sie deshalb den Zugang vor einem Besuch.

Al-Qawz: bronzezeitliche Spuren im Wohngebiet

Ein anderer historischer Maßstab begegnet am Hügel im Wohnviertel al-Qawz in Baniyas. Er umfasst etwa sechs Hektar und war bereits in der Bronzezeit befestigt. Heute stehen auf dem Hügel überwiegend Wohnhäuser. Teile der alten Befestigung und verstreute archäologische Überreste sind innerhalb des Wohngebiets erhalten; al-Qawz ist keine organisierte archäologische Stätte.

Der Unterschied zum Burj al-Sabi ist aufschlussreich: Beim Turm steht ein einzelnes Bauwerk mit klar beschriebenen Maßen und einer Verteidigungsfunktion im Vordergrund. Auf al-Qawz prägen dagegen eine größere Fläche, teilweise erhaltene Befestigungsreste und die heutige Wohnnutzung die Einordnung. So begegnet Geschichte rund um Baniyas sowohl in einem einzelnen Bauwerk als auch in verstreuten Spuren innerhalb eines bewohnten Viertels.

Tartus: Arwad und sein städtisches Erbe

Im übergeordneten Reiseziel Tartus zeigt Arwad eine weitere Form des Kulturerbes. Die moderne Stadt bewahrt ein dichtes Stadtgefüge, Reste zyklopischer Mauern, den Hafen und zwei mittelalterliche Forts. Anders als beim einzelnen Burj al-Sabi gehören hier die städtische Struktur und mehrere bauliche Überreste gemeinsam zum historischen Bild.

Neben diesen Bauresten gibt es auf Arwad eine handwerkliche Zeitschicht: Der Bau von Holzschiffen und -booten reicht dort bis in die phönizische Zeit zurück und ist mehr als 2.500 Jahre alt. Diese Tradition ergänzt den Blick auf die Mauern und Forts um eine andere Dimension des Kulturerbes. Zusammen stehen in Arwad Zeugnisse der Stadtgeschichte und eine lange Schiffbautradition nebeneinander.

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