Baniyas ist eine Mittelmeer-Küstenstadt im Gouvernement Tartus. Sie liegt 35 Kilometer nördlich von Tartus und 55 Kilometer südlich von Latakia. Die historischen Spuren reichen von bronzezeitlichen Befestigungsresten über ein römisches Theater bis zu Bauten aus späteren Epochen. Für Ihre Planung lohnt es sich, die Orte nach ihrem Charakter zu unterscheiden: Einige Überreste liegen in einem Wohnviertel, während beim Khan Bayt Jabbour die Straßenansicht und die Bedingungen für einen möglichen Eintritt wichtig sind.
Römisches Theater am Baniyas-Hügel
Die Altertumsbehörde von Tartus entdeckte 2005 am Westhang des Baniyas-Hügels, auf dem die Altstadt liegt, ein römisches Theater. Das Bauwerk besteht aus Kalk- und Sandstein. Ein freigelegter Abschnitt umfasst neun Stufen aus behauenem, hartem Kalkstein und eine sorgfältig gearbeitete steinerne Balustrade. Diese baulichen Einzelheiten geben dem Theater eine konkrete Gestalt; seine Funktion ist jedoch noch nicht bestimmt. Sie müsste nach vollständiger Freilegung und einer architektonischen Untersuchung geklärt werden.
Qalaat al-Qawz: verstreute Reste in einem Wohnviertel
Qalaat al-Qawz war ein befestigter Ort aus der Bronzezeit. Teile seiner Mauern sind heute verstreut in einem Wohnviertel von Baniyas erhalten; eine geordnete archäologische Anlage gibt es dort nicht. Mauerreste finden sich sowohl auf der steilen Südseite als auch auf der Nordseite. Eine untere Mauerlinie erstreckt sich über etwa 400 Meter und weist Stellen für zwei Tore und drei Türme auf.
Zum Bild der Befestigung gehören große, grob behauene Steine, Felsmauern, in die Anlage einbezogene Höhlen und in den Fels gehauene Stufen. Auf Feldern sind außerdem Keramikscherben sichtbar. Die Überreste liegen nicht alle in einer eigens geordneten Anlage: Einige könnten sich auf Privatgrundstücken befinden. Betrachten Sie sie von der Straße aus und fragen Sie zuerst nach, bevor Sie sich näheren.
Burg Al-Marqab und Burj al-Sabi
Die Burg Al-Marqab liegt auf einem vulkanischen Felsplateau mit Blick auf das Mittelmeer. Zu ihr gehört eine Moschee, die nach der Rückeroberung der Burg von den Franken errichtet wurde. Der Burj al-Sabi stammt aus dem späten 12. Jahrhundert. Er gilt als archäologisches und touristisches Zeugnis der Geschichte der syrischen Küste und der Erzählungen über Meer und Burg.
Auch die historische Rolle des Turms lässt sich einordnen: Burj al-Sabi bildete zusammen mit der Burg Al-Marqab und den umliegenden Türmen einen Teil eines Verteidigungsnetzes, das Handels- und Schifffahrtsrouten kontrollierte. Die Burg Al-Marqab mit ihrer Moschee steht für die Befestigung auf dem Felsplateau; Burj al-Sabi verdeutlicht die Einbindung eines Turms in ein größeres Verteidigungsnetz.
Khan Bayt Jabbour: Architektur und wechselnde Nutzung
Der Khan Bayt Jabbour liegt im Zentrum von Baniyas, am Rand der Küstenstraße, und bietet einen direkten Blick auf das Meer. Das Gebäude stammt aus der späten osmanischen Zeit. Mit etwa 1.000 Quadratmetern Fläche hat es einen rechteckigen Grundriss: Die Räume sind um einen offenen Innenhof angeordnet. Diese Anlage unterscheidet den Khan in seiner Form von den verstreuten Mauerresten bei Qalaat al-Qawz.
Auch seine frühere Nutzung veränderte sich im Lauf der Zeit. Zunächst diente das Gebäude als Karawanserei, später als Tabaklager und danach als Unterkunft für armenische Familien. Die Fassade und die westliche Haupttür sind von der Straße aus sichtbar. Das Gebäude befindet sich in Privatbesitz; ein Eintritt muss bestätigt werden. Für Ihre Besichtigung können Sie daher die Straßenansicht einplanen und einen möglichen Zutritt vorab bestätigen.
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