Ein Lehrpfad durchs Torfmoor, historische Spuren des Bergbaus und Wege für verschiedene Jahreszeiten prägen die Entdeckungen rund um Gottesgab (Boží Dar). Ein Museum, eine barocke Kirche und eine Mountainbike-Strecke ergänzen die Natur- und Kulturerlebnisse.
Torfmoor und Wege durch die Landschaft
Der Lehrpfad Božídarské rašeliniště führt durch einen Teil des gleichnamigen Nationalen Naturreservats. Dieses ist nach der Ramsar-Konvention als international bedeutendes Feuchtgebiet ausgewiesen. Der Lehrpfad ist 3,2 Kilometer lang und verläuft größtenteils über Bohlenwege. Sie dienen dem Schutz der Besucher, des Torfmoors sowie der dort vorkommenden seltenen Pflanzen und Tiere. Zwölf Informationstafeln behandeln die Umwelt und die Besonderheiten des Moors ebenso wie die Geschichte der Torfgewinnung im Erzgebirge.
Eine weitere Möglichkeit, die Umgebung zu erkunden, bietet die Ježíškova cesta. Sie kann ganzjährig zu Fuß, mit Kinderwagen und mit dem Fahrrad genutzt werden; im Winter ist sie auch auf Langlaufskiern begehbar. Damit sind für dieselbe Route unterschiedliche Fortbewegungsarten genannt, darunter eine eigene Winteroption.
Bergbaugeschichte und Kultur in Gottesgab
Im 20. Jahrhundert entwickelte sich Boží Dar von einem mittelalterlichen, lebendigen Bergbaustädtchen mit 2.000 Einwohnern zu einem bedeutenden Zentrum für Winter- und Sommersport. Die Bergbaugeschichte ist auch in den örtlichen Kulturstätten präsent: Das Muzeum Boží Dar zeigt Mineralien aus dem Erzgebirge, Ausrüstung für den Bergbau und die Torfgewinnung sowie Weihnachtskrippen. Zu den Exponaten gehört außerdem eine Glocke aus dem Jahr 1594, die als ältestes bewegliches Denkmal der Stadt gilt.
Die St.-Anna-Kirche in Boží Dar ist ein barocker Bau mit klassizistischen Merkmalen. Sie wurde 1772 an der Stelle einer abgerissenen Renaissancekirche errichtet und enthält ein zinnernes Taufbecken. Kirche und Museum setzen dabei unterschiedliche Akzente: Hier stehen Baugeschichte und Architektur im Mittelpunkt, dort Mineralien, Arbeit im Bergbau und Torfgewinnung sowie Weihnachtskrippen.
Der Blatenský příkop und die UNESCO-Bergbaulandschaft
Der Lehrpfad am Blatenský příkop beginnt etwa 1,5 Kilometer hinter Boží Dar und endet in der Nähe von Horní Blatná. Er verläuft entlang eines etwa 12 Kilometer langen Kanals und hat 23 Stationen. Der Blatenský příkop ist ein einzigartiges technisches Kulturdenkmal. Seine Wasseranlage versorgte zunächst die Bergwerke im Erzgebirge und später Industrieanlagen mit Wasser. So verbindet der Weg entlang des Kanals die Orientierung auf einer Route mit Einblicken in die historische Nutzung des Wassers.
Ein größerer Zusammenhang wird durch die UNESCO-Bergbaulandschaft Abertamy–Boží Dar–Horní Blatná sichtbar. Sie dokumentiert anhand obertägiger und untertägiger montaner Denkmale, insbesondere am Zlatý Kopec bei Boží Dar, den Eisenbergbau vom 16. bis zum 20. Jahrhundert. Dazu gehören der Abbau aus Quarzgängen mit Hämatit und aus Skarnlagerstätten mit Magnetit.
Langlauf und Mountainbike
Im Gebiet Boží Dar–Špičák gibt es vier Langlaufloipen mit Längen von 2, 7, 10 und 20 Kilometern. Hinzu kommt eine 7 Kilometer lange Loipe für die Skating-Technik. Von Boží Dar aus ist das Gebiet über die Krušnohorská magistrála erreichbar. Die unterschiedlichen Längen bieten eine konkrete Auswahl für die Planung; die Skating-Loipe ist als eigene Option ausgewiesen.
Für Mountainbiker gibt es den Boží trail bei Boží Dar. Die Strecke wurde 2003 angelegt und 2020 erneuert. Steilkurven, Sprünge und Tables prägen den Trail, der für Anfänger geeignet ist und auch fortgeschrittene Biker anspricht. Da sich Streckenbedingungen ändern können, empfiehlt es sich, diese vor der Fahrt zu prüfen.
Besuch des Bergwerks Štola Johannes
Für den Besuch des Bergwerks Štola Johannes sind eine vorherige Reservierung und der vorherige Kauf einer Eintrittskarte erforderlich. Beides ist im Informationszentrum Boží Dar oder über das Online-Reservierungssystem möglich. Prüfen Sie die Besuchsregelung vor Ihrer Anreise.
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