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Wer einen Aufenthalt in Janessen plant und Radfahren mit Bau- und Industriegeschichte verbinden möchte, findet dafür mehrere konkrete Anknüpfungspunkte. Zwei jeweils 11 km lange Radrouten unterscheiden sich in ihren Angaben zu Verlauf, Belag und Verkehr. Dazu kommen das Viadukt bei Jenišov, die zentral gelegene Kapelle sv. Anny und die gemeindeübergreifende Velká loketská výsypka. So lässt sich der Schwerpunkt je nach Interesse auf eine Radstrecke, ein einzelnes Bauwerk oder eine größere rekultivierte Landschaft legen.

Radfahren: zwei unterschiedlich beschriebene Routen

Die Route 2227 K.Vary–Jenišov–Chodov ist 11 km lang und führt in Jenišov über Jetelová und Pod Rybníkem. Ebenfalls 11 km misst die Route 2228 Stará Role–Jenišov–Loket; auch sie verläuft dort über Pod Rybníkem und Jetelová. Beide Routen nennen somit dieselben Straßenabschnitte in Jenišov, führen aber zu unterschiedlichen Endpunkten. Die Route 2227 nutzt befestigte Wege mit Asphalt- und Schotterbelag. Die Route 2228 verläuft größtenteils abseits des Fahrzeugverkehrs; stärkerer Verkehr herrscht lediglich zwischen Loučky und Loket. Wenn für Sie der Untergrund wichtig ist, liefert die Beschreibung der 2227 den konkreten Hinweis; bei der 2228 ist es die Verkehrslage auf dem genannten Teilstück.

Die Streckenbeschreibungen haben den Aktualisierungsstand 2013. Prüfen Sie vor der Fahrt die aktuellen Bedingungen; die Verkehrslage auf der Route 2228 kann sich ändern.

Velká loketská výsypka: Radwege im größeren Landschaftsraum

Die rekultivierte Velká loketská výsypka ist eine Außenhalde des Braunkohletagebaus Družba. Sie erstreckt sich zwischen Nové Sedlo, Mírová, Jenišov und Hory und bildet damit einen über mehrere Gemeinden reichenden Landschaftsraum. Auf dem Gelände sind 14 km Radwege markiert und sieben Rastplätze eingerichtet. Für Radfahrende ergibt sich hier ein anderer Maßstab als bei den beiden einzeln benannten 11-km-Routen: Im Mittelpunkt steht ein größerer Bereich mit markierten Wegen und mehreren Rastplätzen. Prüfen Sie vor einer Fahrt den aktuellen Zustand der Wege.

Das Viadukt: Eisenbahnbau neben dem Mühlgraben

Der steinerne Bogen des Viadukts bei Jenišov überquert den Chodovský potok unmittelbar neben dem Mühlgraben einer ehemaligen Mühle. Seit dem Bau der Buštěhradské dráhy im Jahr 1870 dient das Bauwerk bis heute ohne größere Reparaturen. Im Katastergebiet der Gemeinde Jenišov ist es das größte Bauwerk. Bach, Mühlgraben und Viadukt geben dem Ort einen konkreten historischen Zusammenhang: Neben der Eisenbahngeschichte steht hier auch der frühere Mühlenstandort. Das macht das Viadukt zu einem markanten Beispiel des örtlichen Bau- und Industrieerbes.

Kapelle sv. Anny im Zentrum von Jenišov

Auf dem Dorfplatz im Zentrum von Jenišov steht die klassizistische Kapelle sv. Anny; ihre Außenbereiche sind zugänglich. Errichtet wurde sie 1849 nach einem Entwurf des Maurers Franz Gelinka, und zwar an der Stelle eines früheren hölzernen Glockenturms. Von 1991 bis 1993 wurde die Kapelle vollständig rekonstruiert. Damit lässt sich ihre Baugeschichte in mehreren Stationen einordnen: auf den hölzernen Vorgänger folgte der klassizistische Bau, später kam die umfassende Rekonstruktion hinzu. Wer sich für lokale Architektur interessiert, findet hier ein Bauwerk, dessen Entwurf, Vorgänger und Erneuerung jeweils konkret benannt sind.

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