Das Schlossareal von Kňovice befindet sich im Dorfhof. Seine Geschichte reicht von einer ehemaligen Festung bis zur pseudogotischen Umgestaltung des Schlosses im 19. Jahrhundert. Zugleich führen ein gelb markierter Wanderweg und der Radweg 8135 durch den Ort. Für Ihre Ortswahl stehen damit Baugeschichte und unterschiedliche Wegeoptionen nebeneinander.
Schlossgeschichte in mehreren Zeitschichten
Die ehemalige Festung Kňovice war der Vorgängerstandort des Schlosses und wurde erstmals 1542 erwähnt. Das Barockschloss entstand in der Zeit nach der Schlacht am Weißen Berg. Im 19. Jahrhundert erhielt es durch eine pseudogotische Umgestaltung sein heutiges Erscheinungsbild. Entstehungszeit und heutige Gestalt gehören damit zu unterschiedlichen historischen Phasen. Wer sich für die Entwicklung eines Bauwerks interessiert, kann diese Veränderung als zeitliche Abfolge betrachten, statt das heutige Schlossbild allein seiner ursprünglichen Bauphase zuzuordnen.
Kapelle und Schlosspark
Die Kapelle St. Josef steht im Schlosspark gegenüber der Südfassade des Schlosses. Eine steinerne Umfassungsmauer mit zwei Toren umgibt den Park. So lässt sich die Kapelle nicht nur über ihren Namen, sondern auch über ihre genaue Position zum Schloss einordnen. Mauer und Tore beschreiben zugleich die räumliche Begrenzung des Parks.
Eine biografische Überlieferung führt außerdem zu Josef Mánes: Das Porträt „Josefína“ soll seine in Kňovice geborene Dienstmagd Františka „Fanynka“ Šťovíčková zeigen. Diese Erzählung ergänzt die Baugeschichte um eine persönliche Verbindung zwischen dem Ort und der Kunstgeschichte.
Spuren früher Besiedlung und jüngere Ortsgeschichte
Zwei in Kňovice gefundene steinerne Flachbeile gelten als Hinweis darauf, dass das Gebiet bereits in vorslawischer Zeit besiedelt war. Dieser zeitliche Horizont liegt weit vor der ersten Erwähnung der Festung im Jahr 1542. So reicht die Perspektive auf die Ortsgeschichte von frühen Hinweisen auf Besiedlung bis zu den späteren Bauphasen des Schlosses.
Auch die Geschichte des 20. Jahrhunderts gehört zur Einordnung Kňovices. Am 31. Oktober 1943 wurde der Ort zwangsweise Teil des Truppenübungsplatzes der Waffen-SS Benešov; nach 1945 kehrten die Bewohner in ihre Häuser zurück. Dieser Einschnitt unterscheidet sich deutlich von den Bauphasen des Schlosses: Er betrifft die Geschichte des Ortes und die Rückkehr seiner Bewohner nach der Zwangsumsiedlung. Für ein kulturgeschichtliches Bild Kňovices gehören beide Perspektiven dazu – die Veränderungen der Schlossgestalt und die erzwungene Veränderung im Zweiten Weltkrieg.
Wandern und Radfahren einordnen
Ein gelb markierter Wanderweg führt durch Kňovice; der Radweg 8135 verläuft von Příčov über den Ort bis zu einer Kreuzung bei Nová Ves. Für die Planung bieten beide unterschiedliche Orientierung: Beim Wandern ist es die gelbe Markierung, beim Radfahren die nummerierte Strecke mit benannten Punkten. Prüfen Sie Markierung und Beschilderung vor Ort, bevor Sie Ihre Route festlegen.
Für Ihre Planung können Sie den gelb markierten Wanderweg durch Kňovice mit dem nummerierten Radweg 8135 vergleichen, der von Příčov über den Ort bis zu einer Kreuzung bei Nová Ves verläuft.
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