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Kienberg (Loučovice) verbindet Papierfabrikgeschichte, die Moldau und Kirchen an beiden Ufern. Markierte Wander- und Fahrradrouten ergänzen diese kulturellen und landschaftlichen Themen. Für die Reiseplanung ergibt sich so eine Wahl zwischen Ortsgeschichte, Flusslandschaft und Ausflügen auf ausgewiesenen Verbindungen.

Papierfabrik und Bahn

Die Papierfabrik in Loučovice wurde in den 1880er-Jahren von Arnošt Porák gegründet. Um die Wende zum 20. Jahrhundert beschäftigte der Betrieb mehr als 1.000 Menschen. Diese beiden Zeitmarken ordnen die Fabrikgeschichte ein: Auf die Gründung folgte eine Beschäftigtenzahl, die die Größenordnung des Betriebs um 1900 sichtbar macht. Eine weitere historische Perspektive bietet die Eisenbahnstrecke von Certlov nach Lipno. Sie wurde 1909 bis 1911 gebaut und war die zweite elektrifizierte Bahnstrecke in Böhmen. Ihre Bauzeit liegt nach der Gründung der Papierfabrik; zusammen zeigen die Fakten unterschiedliche Kapitel der Industrie- und Verkehrsgeschichte.

Moldau und geschützte Landschaft

Im Katastergebiet von Loučovice liegen der Naturpark Vyšebrodsko, das Naturdenkmal Medvědí hora und das nationale Naturreservat Čertova stěna–Luč. Ebenfalls in diesem Gebiet befindet sich das Schutzgebiet Rašeliniště Kapličky. Die Namen geben der Landschaft einen konkreten Rahmen: Sie verweisen auf mehrere Schutzgebiete innerhalb desselben Katastergebiets, ohne sie zu einem einzigen Gebiet zusammenzufassen.

Im Gebiet Čertova stěna–Luč fließt die Moldau durch ein natürliches Flussbett, das von großen Granitblöcken ausgefüllt ist. Dieser Flussabschnitt ist als Čertovy proudy bekannt. Auch die Sportgeschichte ist mit diesem Namen verbunden: Der erste jährlich ausgetragene Wasserslalom auf den Čertovy proudy fand am Sonntag, dem 26. September 1954, statt. Organisiert wurde das Rennen von der Wassersportgruppe TJ Tatran Loučovice.

Kirchen an beiden Ufern

Die Moldau hilft, zwei Sakralbauten in Loučovice geografisch auseinanderzuhalten: Die Kirche des heiligen Prokop befindet sich am linken Ufer, die Kirche des heiligen Oldřich am rechten. Die Kapelle des heiligen Prokop, auch des heiligen Jost, ist im tschechischen Denkmalverzeichnis als Kulturdenkmal geführt. Die Gründung der Kapelle im Jahr 1361 wird Jošt (?) von Rosenberg zugeschrieben; diese Zuschreibung ist unsicher. Im 16. Jahrhundert wurde die Kapelle umgebaut.

Die Kirche des heiligen Oldřich hat eine andere Baugeschichte. Sie entstand in den 1480er-Jahren an der Stelle einer früheren Kapelle des heiligen Theobald, die Oldřich von Rosenberg 1361 gegründet hatte. Im 16. Jahrhundert brannte die Kirche nieder; 1640 bis 1644 wurde sie wiederhergestellt. Für den Blick auf die Ortsgeschichte stehen damit zwei unterschiedliche Erzählungen nebeneinander: die unsichere Gründungszuschreibung bei der Prokop-Kapelle und die überlieferte Abfolge von Vorgängerkapelle, Kirchenbau, Brand und Wiederherstellung bei der Oldřich-Kirche.

Wandern und Radfahren

Markierte Wander- und Fahrradrouten verbinden Loučovice mit Lipno nad Vltavou, Vyšší Brod und dem österreichischen Grenzgebiet. Für die Planung hilft, zunächst zwischen Wandern und Radfahren zu unterscheiden und anschließend die genannten Zielrichtungen mit dem eigenen Ausflugsschwerpunkt abzugleichen. Die Routen verbinden den Ort mit mehreren Zielen; sie müssen daher nicht als eine einzige Rundtour gedacht werden.

Weitere Reiseziele entdecken: Nové Domky, Krumau, Hohenfurth, Höritz, Borova, Brloh, Tritesch, Vyšný.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Okres Český Krumlov.

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