Zum Inhalt

Chvalovice U Netolic verbindet eine Radrundroute mit einer Ortsgeschichte, die sich in Spuren des Abbaus und ländlichen Bauformen ausdrückt. Erhaltene technische Reste, veränderte Geländeformen und konkrete Gebäude geben dem Ort mehrere Anknüpfungspunkte. Für die Planung lassen sich zwei Interessen unterscheiden: unterwegs sein und sich mit Bergbau- und Baugeschichte beschäftigen.

Routen durch Chvalovice

Die Radrundroute „Netolice und zurück“ führt durch Chvalovice und anschließend über Babice zurück nach Netolice. Chvalovice ist außerdem Station 13 der Route „Podhůřím Blanského lesa do Holašovic“. Die erste Route nennt einen Rückweg über Babice, während die zweite den Ort als nummerierte Station einordnet. Das sind unterschiedliche Orientierungspunkte für die Auswahl: einmal steht der Verlauf mit Rückkehr nach Netolice im Vordergrund, einmal Chvalovices Position innerhalb einer Route. Vor einer Fahrt lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Routenbedingungen.

Spuren des Abbaus

Im ehemaligen Abbaugebiet „V louchu“ und in einem Gehölz in Chvalovice sind Betonfundamente, herausragende Eisenbolzen und Metallbänder erhalten. Hinzu kommen Geländemulden, die durch Abraum entstanden sind. Bei diesen Spuren stehen feste Bauteile und veränderte Geländeformen nebeneinander: Beton und Metall sind als materielle Reste erhalten, während die Mulden eine durch Abraum entstandene Geländeform zeigen. So umfasst die lokale Bergbaugeschichte sowohl einzelne technische Überreste als auch Veränderungen des Bodens.

In den Graphitgruben von Chvalovice wurde Flockengraphit von höchster Qualität bis in eine Tiefe von 115 Metern abgebaut. Rohstoff und Tiefe geben der Bergbaugeschichte zwei konkrete Bezugspunkte: Was gewonnen wurde und wie weit der Abbau in den Untergrund reichte. Damit wird die Industriegeschichte nicht allein über die Geländeformen, sondern auch über das geförderte Material und die Abbaustiefe greifbar.

Bauformen und historische Deutungen

Das Gehöft Nr. 2 ist ein massives Holzgebäude mit einem an der Vorderseite angebauten gemauerten Giebel und seitlichem Lehmverputz. Möglicherweise handelt es sich um den ursprünglichen Klosterhof. Die Bauform und die Herkunftsdeutung sind dabei zwei verschiedene Ebenen: Die mögliche Zuordnung zum Klosterhof bleibt eine vorsichtige historische Interpretation.

Einige Häuser in Chvalovice haben Walmdächer mit abgewalmten Giebeln, die in der Region als Überreste der Rožmberger Gotik interpretiert werden. Der Blick wechselt hier vom einzelnen Gehöft zu einer Dachform, die an mehreren Häusern vorkommt und regional gedeutet wird. So stehen die mögliche Geschichte eines Hofes und eine weiter gefasste architektonische Lesart nebeneinander.

Eine Nischenkapelle unbekannter Widmung nahe Chvalovice ist ein verputzter Mauerwerksbau. Wahrscheinlich stammt sie aus dem 19. Jahrhundert oder aus der Zeit um die Wende zum 20. Jahrhundert. Auch hier bleibt die zeitliche Einordnung vorsichtig. Gehöft, Dachformen und Kapelle geben unterschiedliche Einblicke in die Baugeschichte des Ortes.

Für Ihre Schwerpunktwahl können Sie die Maßstäbe vergleichen: Die Routen unterscheiden sich durch einen benannten Rückweg beziehungsweise eine nummerierte Station. In der Baugeschichte reicht der Blick vom einzelnen Gehöft über Dachformen an mehreren Häusern bis zur ungefähr datierten Kapelle. Wer sich für Bergbau interessiert, findet dagegen technische Reste, veränderte Geländeformen und Angaben zu Flockengraphit und Abbautiefe. So lassen sich Streckenverlauf, Architektur und Industriegeschichte als unterschiedliche Themen für die Reiseplanung gewichten.

Weitere Reiseziele entdecken: Smedec, Malenice, Micovice, Zdíkov, Prachatice, Stožec, Nová Pec, Außergefild

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Okres Prachatice.

Unterkünfte suchenAnzeige · Bei einer Buchung können wir eine Provision erhalten.