In Bánov lässt sich Ortsgeschichte auf einer eher leichten Wanderung von etwa einer Stunde erkunden: Der Rundweg Tři kříže führt durch das Zentrum und vermittelt Kultur und Geschichte des Ortes. Daneben gibt es Strecken mit deutlich unterschiedlichem Umfang und Anspruch. Kirchenkunst, archäologische Spuren und vulkanisch geprägte Natur geben der Reise weitere Schwerpunkte.
Kirchenkunst und Geschichte am Weg
Der Rundweg Tři kříže führt an der barocken Pfarrkirche St. Martin vorbei. Sie besitzt eine spätgotische Glocke aus dem Jahr 1498. Ebenfalls am Weg liegt eine wertvolle barocke Statue des heiligen Johannes Nepomuk aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Wer genauer auf die Kirche schaut, findet dort weitere Zeitmarken: Sie entstand 1692 bis 1699 durch den grundlegenden barocken Umbau einer mittelalterlichen Kirche. Der Hauptaltar stammt aus dem Jahr 1744; das Altarbild des heiligen Martin schuf 1864 der akademische Maler Josef Zelený.
Auch der Standort Tři kříže erzählt von einem Wandel über die Jahrhunderte. Er liegt auf dem Rest eines alten Vulkans. Ab dem 12. Jahrhundert stand dort eine Burg, die im 15. Jahrhundert zerstört wurde; seit dem 17. Jahrhundert standen an diesem Ort drei Kreuze. Diese Abfolge verbindet die markante Landschaft mit der älteren Ortsgeschichte, ohne dass dafür eine lange Wanderung nötig ist.
Wanderwege mit verschiedenen Ansprüchen
Für eine längere Strecke ist „Ke Skalkám“ eine Option: Die Route beginnt in Bánov, ist etwa sieben Kilometer lang und eignet sich für Wanderer und Radfahrer. Die Routen rund um den Studený vrch sind dagegen körperlich sehr anspruchsvoll. Eine weitere Strecke, „Za přírodními krásami okolí“, führt von Bánov über die Talsperre Ordějov zum Kamm des Studený vrch. Wer auf demselben Weg zurückgeht, kommt auf etwa elf Kilometer. Die örtlichen Wegbedingungen sollten Sie vor der Tour prüfen.
Die Talsperre Ordějov wurde ursprünglich für Bewässerung und Erholung gebaut, dient heute aber hauptsächlich dem Angeln. Wenn Sie dort angeln oder den Bereich dafür einplanen möchten, erkundigen Sie sich vorab nach den örtlichen Regeln und dem Zugang. So lassen sich die verschiedenen Strecken besser danach auswählen, ob Sie eine kurze Runde durchs Zentrum oder einen längeren Weg mit konkreter Distanz suchen.
Vulkanische Landschaft und besondere Lebensräume
Das Naturdenkmal Hrádek liegt 120 Meter nördlich der Martinskirche im Zentrum von Bánov. Es bewahrt den größten und charakteristischen Ausdruck tertiärer vulkanischer Aktivität in diesem Gebiet. An seiner Steinbruchwand ist vulkanische Brekzie mit Fragmenten aus amfibolischem basaltischem Andesit aufgeschlossen. Am Hrádek kommen außerdem seltene Schmetterlingsarten wie der Schwalbenschwanz und der Segelfalter vor.
Auch Skalky ist geologisch bemerkenswert: Es ist ein einzigartiges Beispiel jungen Vulkanismus in den mährischen Flyschkarpaten. Dort sind Profile kontaktmetamorph umgewandelten Porzellanitsediments aufgeschlossen, das nahe vulkanischer Durchbrüche entstand. Das geschützte Naturdenkmal Skalka umfasst einen kleinen Waldsteinbruch; an seiner Abbauwand ist eine interessante geologische Schichtung erhalten. Bei Na Skaličkách hat der Steinbruchweiher weder Zu- noch Abfluss. Er wird von Krebsen, Molchen und seltenen Froscharten bewohnt.
Archäologische Spuren und Bánover Baukultur
Am archäologischen Fundplatz Hrádek wurde eine paläolithische Schicht mit bearbeiteter Steingeräteindustrie entdeckt, die wahrscheinlich aus dem Aurignacien stammt. Eine Siedlungsschicht aus dem Äneolithikum wird der Bošácká-Phase der Kultur mit kannelierter Keramik zugeordnet. Spätestens in dieser Zeit war das Hrádek-Hillfort mit mächtigen Gräben befestigt. Davon zu unterscheiden ist der Hügel Hrad oberhalb der Kirche: Dort stand die Burg Bánov; der ursprüngliche Standort wurde durch einen Steinbruch beschädigt.
In Bánov sind zudem mehrere Beispiele der Volksarchitektur erhalten, darunter zwei landwirtschaftliche Gehöfte und eine Kammer mit Obergeschoss. Die Empire-Scheune Komora stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert und ist ein bedeutendes Baudenkmal. Eine bis heute gepflegte Tradition ist der Fasching mit Maskenumzügen der Volkstradition, den sogenannten Babkovníci. Wenn Sie Ihre Reise gezielt damit verbinden möchten, prüfen Sie die Veranstaltungstermine vorab.
Der Bánovský poklad in Staré Město
Der Bánovský poklad ist der bislang umfangreichste prähistorische Bernsteinfund aus dem Gebiet Tschechiens und ein einzigartiger Fund. Öffentlich zugänglich ist er in der Dauerausstellung „Pravěk Uherskohradišťska“ im Památník Velké Moravy des Slovácké muzeum in Staré Město. Die Ausstellung bietet Texte auf Tschechisch, Englisch, Deutsch und Russisch und ist für blinde sowie sehbehinderte Besucher angepasst. Prüfen Sie den aktuellen Museumszugang vor Ihrem Besuch.
Weitere Reiseziele entdecken: Kunovice, Strání, Tupesy, Ostrožská Lhota, Zlechov, Pitín, Veletiny, Kudlovice.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Okres Uherské Hradiště.