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Haymana lässt sich über zwei Themen erschließen: die Thermalgeschichte rund um Cimcime Sultan und die Baugeschichte von Moschee, Brunnen und historischen Gebäuden. Die Orte stehen für unterschiedliche Zeiten und Funktionen; ihre Geschichten sollte man nicht zu einer einzigen Erzählung zusammenziehen. Für die Reiseplanung hilft es, diese Ebenen auseinanderzuhalten: Thermalüberlieferung, sakrale Architektur und Erinnerungsorte bilden eigene Schwerpunkte. So können Sie entscheiden, ob Sie ein Thema vertiefen oder mehrere Aspekte der Ortsgeschichte nebeneinanderstellen möchten.

Thermalgeschichte und Cimcime Sultan

Die Thermalbadeanlage Cimcime Sultan (Merkez) Kaplıcası soll von den Römern errichtet worden sein; 1927 wurde sie neu gebaut und später mehrfach renoviert. Die römische Herkunft bleibt eine Zuschreibung, während der Neubau ein konkretes Jahr trägt. Auch die von der Gemeinde Haymana fertiggestellten historischen Haymana-Kaplıca-Anlagen wurden feierlich eröffnet. Für eine geplante neue Cimcime Sultan (Merkez) Kaplıcası waren getrennte Badeetagen für Frauen und Männer vorgesehen. Außerdem sah die Planung acht Familienzimmer mit eigener Sauna und eigenem Pool sowie zwei Familienzimmer für Menschen mit Behinderungen vor.

Mit der Thermalquelle ist die lokale Überlieferung um Cimcime Sultan verbunden. Der Erzählung zufolge entdeckte sie die Quelle von Haymana und wurde durch ihr Wasser geheilt. Eine weitere Legende berichtet, ihr Vater habe sie an der warmen Quelle am heutigen Standort des Thermalbads ausgesetzt; das Baden dort habe ihre Wunden und Hautbeschwerden geheilt. Beide Heilungserzählungen gehören zur lokalen Überlieferung und sind von der Baugeschichte des Thermalbads zu unterscheiden.

Bauwerke und Erinnerungsorte

Im Zentrum des Bezirks steht die Merkez Camii. Ihre Inschrift nennt 1890 als Errichtungsjahr. Die Moschee weist Merkmale spätosmanischer Architektur auf; ihr ursprünglicher Mihrab, die Gebetsnische, ist erhalten geblieben. Damit kommen zu den historischen Jahreszahlen auch konkrete architektonische Merkmale, die den Bau einordnen.

Die Şehitler Çeşmesi wurde 1917 von der Familie Kırşehirli zum Gedenken an Mehmet errichtet, einen im Çanakkale-Krieg gefallenen Oberleutnant. 2023 wurde der Brunnen restauriert. Hinter der Çeşme wurde ein Ruhepark angelegt. Auch das Grabmal von Cimcime Sultan gehört zur Ortsgeschichte; es befindet sich im Zentrum des Bezirks Haymana.

Das Taş Bina entstand 1895 als Hauptquartier des Haymana-Redifbataillons sowie als Waffen- und Munitionsdepot. Eine Reiseroute für den zweiten Tag beginnt am Taş Bina; heute wird das Gebäude als Dienstgebäude der Bezirksdirektion für nationale Bildung genutzt und ist keine eigens ausgewiesene Besucherattraktion. Wenn Sie es gezielt einplanen, klären Sie vorab die aktuelle Besuchsmöglichkeit. Das als Papazın Evi bekannte Gebäude, auch Krikoryan Konağı genannt, ist ein eingeschossiger Bau aus Bruchsteinmauerwerk von 1906. Seine Benennung, Bauweise und Datierung setzen einen anderen Akzent als die frühere militärische Funktion des Taş Bina.

Platz, Park und regionaler Bezug

Im Ömer-Özkan-Platz und -Park gibt es einen Fotobereich, Kioske, ein Becken und ein Café. Eine Reiseroute sieht vor, dort saisonal den für Haymana typischen Koruk-Saft im Café zu probieren. Da sich einzelne Angebote ändern können, prüfen Sie bei gezielter Planung vorab, was für Ihren Besuch verfügbar ist. So lässt sich die saisonale Kostprobe von den ganzjährig angelegten Erinnerungsorten unterscheiden.

Zum weiteren regionalen Bezug gehört das Ruinengelände Gâvurkale. Es liegt 2 km vom Dorf Dereköy im Bezirk Haymana entfernt. Damit lässt sich dieser Ort als eigener Bezugspunkt bei Dereköy einordnen, getrennt von den zentral gelegenen Bauwerken Haymanas.

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