Der Uhrturm von Bilecik Merkez wurde 1907 von Ertuğrul Mutasarrıfı Musa Kazım Bey errichtet. Zusammen mit dem Bilecik Müzesi und weiteren historischen Orten bietet er einen konkreten Einstieg in die Kulturgeschichte der Stadt.
Geschichte und Sammlungen in Bilecik Merkez
Das Bilecik Müzesi ist ein Archäologie- und Ethnografiemuseum. Seine Geschichte ist eng mit dem Gebäude verbunden: Es wurde 1794 zweigeschossig als Gendarmeriegebäude errichtet, während des Türkischen Unabhängigkeitskriegs zerstört und nach dem Krieg auf seinen Fundamenten wiederaufgebaut. Bis 1995 diente es als Gerichtsgebäude und Gefängnis; 2007 wurde es als Bilecik Müzesi eröffnet. An diesem Haus lassen sich so mehrere deutlich datierte Abschnitte seiner Nutzung ablesen.
In den ethnografischen Sälen werden Darstellungen zur Gründung des Osmanischen Reiches und Einblicke in das Leben in Nomadenlagern und Haushalten gezeigt. Zu den ausgestellten Gegenständen gehören Waffen, Gebrauchsgefäße aus Keramik und Metall sowie Kleidung und Schmuck aus der Region Bilecik. Die Sammlung verbindet damit historische Themen mit Alltagsgegenständen und regionaler Kleidung. Auch das Şeyh Edebali Türbesi befindet sich in Bilecik Merkez. Die Orhan-Gazi-Moschee gilt als erster Kuppelbauversuch im religiösen Bereich der osmanisch-türkischen Architektur.
Kulturorte im weiteren Gebiet
Im weiteren regionalen Umfeld liegt Söğüt in der Provinz Bilecik. Dort finden die Ertuğrul-Gazi-Gedenkfeier und Söğüt-Festspiele statt, auch Yörük Bayramı genannt. Angehörige des Kayı-Boyus begehen sie traditionell; gefeiert wird jedes Jahr am Sonntag der zweiten Septemberwoche. Zahlreiche Besucher aus dem In- und Ausland kommen dazu nach Söğüt. Das Ertuğrul-Gazi-Grabmal im Landkreis Söğüt ist die Grabstätte Ertuğrul Gazis, des Vaters Osman Gazis und eines seldschukischen Grenzfürsten. Osman Gazi ließ es zunächst als offenes Grab anlegen; später ließ Mehmed I. es in ein Grabmal umwandeln. Der Bau hat einen sechseckigen Grundriss, eine Kuppel und Wände aus einer Steinreihe und zwei Ziegelreihen.
Auch andere Orte im weiteren Gebiet setzen eigene historische Schwerpunkte. Das Metristepe-Denkmal bei Bozüyük erinnert an die Gefallenen der İnönü-Schlachten. In Osmaneli wurde die Rüstem Paşa Camii im 16. Jahrhundert von Rüstem Paşa, dem Schwiegersohn und Wesir Kanuni Sultan Süleymans, errichtet und aus dem in der Region vorkommenden Lefke-Stein gemauert. In Vezirhan steht die 1665 von Köprülü Mehmet Paşa errichtete Köprülü Mehmet Paşa Camii an der Straße Bilecik–Sakarya, nahe der Köprülü Mehmet Paşa Kervansarayı. Im Zentrum von Osmaneli und in den umliegenden Dörfern sind zudem zahlreiche zivile Bauwerke aus der osmanischen Zeit erhalten.
Handwerk, Landschaft und regionale Orientierung
Im Dorf Kınık im Landkreis Pazaryeri wird die Töpferei seit 120 Jahren in etwa 45 bis 50 Werkstätten betrieben. In Pazaryeri werden weiterhin Haushaltsgeschirr aus Ton und Holzware hergestellt; die Waren werden auch touristisch und als Souvenirs angeboten. Zu Pazaryeri-Boza werden etwas Zimt und Pazaryeri-Helva empfohlen. Diese Handwerk- und Esskultur ergänzt die historischen Orte um einen anderen Blick auf die Region.
Der Harmankaya-Canyon liegt zwischen den Landkreisen Yenipazar und İnhisar in der Provinz Bilecik und wurde 2012 zum Naturpark erklärt. Durch den Landkreis Osmaneli in der Provinz Bilecik verlaufen die Straße Istanbul–Eskişehir und die Eisenbahnstrecke Istanbul–Eskişehir–Ankara.
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