Kütahyas Fliesenkunst lässt sich an keramischen Objekten, an Herstellungsschritten und an einer schriftlichen Spur aus der Arbeitsgeschichte entdecken.
Çini: Keramik, Handwerk und Arbeitsgeschichte
Das Çini-Museum ist das erste und einzige Fliesenmuseum der Türkei. Seine chronologisch geordnete Sammlung umfasst Architekturteile, Inschriften, Vasen, Teller, Tafeln und Haushaltsgegenstände aus Keramik. Die Stücke wurden vom 14. Jahrhundert bis zur Gegenwart in Kütahya und İznik hergestellt. So führt die Ausstellung durch unterschiedliche Formen und Verwendungszwecke der Keramik.
Im Museum ist auch der Text des ersten bekannten Tarifvertrags zu sehen. Töpfermeister und Gesellen unterzeichneten ihn am 13. Juli 1766. Dieses Exponat lenkt den Blick von den fertigen Gegenständen auf die Arbeitsbeziehungen des Handwerks. Die Fliesenherstellung zählt in Kütahya zu den wichtigsten Kunstformen und ist ein bedeutender Broterwerb der Bevölkerung.
Eine andere Perspektive auf die traditionelle Fliesenkunst bietet der Garten des Stadtgeschichtsmuseums, in dem Produktionsschritte gezeigt werden. Während die Sammlung des Çini-Museums Objekte chronologisch ordnet, stehen hier die einzelnen Schritte der Herstellung im Vordergrund. Der Vergleich macht zwei Zugänge zum selben Handwerk sichtbar: die Geschichte seiner Erzeugnisse und ihre Entstehung.
Museen zwischen Archäologie und Wohnkultur
Das Archäologiemuseum befindet sich in der als Umur-bin-Savcı-Medrese bekannten Gebäudestruktur, die 1314 vom Germiyan-Fürsten Umur bin Savcı errichtet wurde. Zu den ausgestellten Objekten gehört ein Amazonen-Sarkophag, der bei einer Rettungsgrabung in Çavdarhisar-Aizanoi gefunden wurde. Hier treffen die Geschichte eines historischen Bauwerks und ein Fund aus einer archäologischen Grabung aufeinander.
Das Kossuth-Museum ist ein türkisches Wohnhaus aus dem 18. Jahrhundert. Lajos Kossuth arbeitete während seines Aufenthalts in Kütahya dort am Entwurf der ungarischen Verfassung. Zu sehen sind Gegenstände aus seinem Besitz sowie ethnografische Objekte aus einem traditionellen türkischen Wohnhaus. Die beiden Sammlungsbereiche eröffnen unterschiedliche Blickwinkel: auf Kossuths Aufenthalt und auf die Wohnkultur, die durch die ethnografischen Stücke vermittelt wird.
Baugeschichte und Blick über die Stadt
Auch die beiden Bedesten erzählen von Kütahyas Baugeschichte. Der Große Bedesten wurde im 15. Jahrhundert von Gedik Ahmet Paşa errichtet und 2008 mit Mitteln des Ministeriums für Kultur und Tourismus restauriert. Der Kleine Bedesten entstand ebenfalls im 15. Jahrhundert unter Gedik Ahmet Paşa; seine Restaurierung übernahm die Stadtverwaltung Kütahya. Bauzeit und Bauherr haben beide Gebäude gemeinsam, ihre Restaurierungen unterscheiden sich durch die beteiligten Träger.
Die Çinili-Moschee wurde 1973 vom Maler und Ney-Spieler Ahmet Yakupoğlu errichtet. Einen anderen Blick auf die Stadt eröffnet der Hıdırlık-Mescid: Er liegt auf dem Hügel südlich der Ulu-Moschee, von dort reicht die Aussicht über Kütahya. So stehen neben den Baugeschichten auch zwei unterschiedliche Perspektiven auf die Stadt – das einzelne Bauwerk und der Blick über sie hinweg.
Das Evliya-Çelebi-Kultur- und Kunsthaus gilt als Geburtshaus von Evliya Çelebi und wurde neben dem Mausoleum seines Großvaters Kara Ahmet Bey neu errichtet. In einem historischen Gebäude neben dem Kultur- und Kunsthaus wurde ein Zentrum für die Pflege traditioneller Handwerke eingerichtet. Damit begegnen in Kütahya sowohl die Erinnerung an Evliya Çelebi als auch das Anliegen, traditionelle Handwerke zu pflegen.
Traditionelle Küche
Auch die Küche gehört zum lokalen Charakter: Kütahya Usulü Kavurma ist ein Gericht der traditionellen Küche von Kütahya.
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