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Kütahya bietet mehrere Zugänge zu seiner Geschichte: Fliesen, archäologische Funde, historische Häuser und Moscheen prägen unterschiedliche Seiten der Stadt. Wer ein Hotel für einen Kulturaufenthalt sucht, kann zunächst überlegen, welche dieser Themen den eigenen Besuch bestimmen soll. Die Museen zeigen dabei nicht nur einzelne Objekte, sondern auch, wie weit die Sammlungen zeitlich und thematisch reichen.

Ankunft und Orientierung

Der Bahnhof von Kütahya liegt im Stadtzentrum und ist mit Stadtbussen sowie Dolmuş-Kleinbussen erreichbar. Das ist ein konkreter Orientierungspunkt für die Ankunft. Prüfen Sie für Ihren Reisetag die passenden Verbindungen.

Fliesen und Sammlungen aus verschiedenen Epochen

Das Çini-Museum in Kütahya ist das erste und einzige Fliesenmuseum der Türkei. Seine Sammlung ist chronologisch angeordnet und reicht vom 14. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Zu sehen sind architektonische Fliesenelemente, Inschriften, Vasen, Teller, Tafeln und Haushaltsgegenstände aus Kütahya und İznik. Die Abfolge verbindet unterschiedliche Objektarten mit einer langen Zeitspanne: Sie können Fliesen als Bauelemente ebenso betrachten wie als Gebrauchs- und Kunstgegenstände. Das Sıtkı-Olçar-Fliesenmuseum setzt einen anderen Akzent und zeigt Fliesenarbeiten sowie persönliche Gegenstände des Künstlers Sıtkı Olçar.

Das Archäologische Museum befindet sich im Stadtzentrum neben der Ulu Camii, in dem als Umur-bin-Savcı-Medrese bekannten Gebäude. Seine Funde reichen vom späten Miozän über die Altsteinzeit, die Chalkolithik und die frühe Bronzezeit bis in hethitische, phrygische, hellenistische, römische, byzantinische, seldschukische und osmanische Epochen. Zu den dort beherbergten Objekten zählt der Amazonen-Sarkophag. Damit steht neben der kunsthandwerklichen Sammlung ein breiter archäologischer Zeitbogen.

Auch das Geologische Museum ist in einem historischen Gebäude untergebracht: Es befindet sich im restaurierten Şengül Hamamı, einem denkmalgeschützten Bau aus dem 16. Jahrhundert. Für die Stadtgeschichte wiederum ist das Kent Tarihi Museum in den restaurierten Herrenhäusern Şapçızade und Karaca an der Germiyan Sokak eingerichtet. Im Erdgeschoss führen Informationen, Dokumente und Fotografien von der Vorgeschichte über mehrere historische Epochen bis zur türkischen Republik. Außerdem zeigt das Museum Produktionsphasen des traditionellen Kunsthandwerks der Stadt.

Häuser, Handel und Handwerk

Das Kossuth-Museum ist in einem türkischen Haus aus dem 18. Jahrhundert in der Macar Sokak im Stadtzentrum untergebracht. Es zeigt persönliche Gegenstände von Lajos Kossuth sowie ethnografische Kulturgüter aus einem klassischen türkischen Haus. Auf der Germiyan Sokak können Besucher außerdem 150 Jahre alte türkische Herrenhäuser besichtigen. Sie gelten als Beispiele osmanischer Architektur und vermitteln historische Stein-, Holz- und Lebensspuren.

Ein weiteres Stück städtischen Erbes ist der Rüstem-Paşa-Komplex für Kunsthandwerk an der Balıklı Caddesi bei der Karagözpaşa-Moschee. Eingang und erhaltene Teile wurden originalgetreu restauriert; die ursprüngliche Gestalt des Komplexes ist jedoch nicht vollständig bekannt. Die beiden Bedesten von Kütahya bildeten mit ihren einander gegenüberliegenden Läden ein Handelszentrum, das den Charakter eines überdachten Basars hatte. Gemeinsam verweisen diese Orte auf unterschiedliche Formen städtischer Geschichte: Wohnen, Handel und traditionelles Handwerk.

Moscheen, Hügel und Burg

Die Ulu Camii, auch Yıldırım-Beyazıt-Moschee genannt, liegt im Stadtzentrum im Viertel Börekçiler. Ihr Bau begann zwischen 1381 und 1384 und wurde 1410 vollendet. Die Çinili Camii befindet sich im Stadtzentrum im Viertel Maltepe; ihre Außenfassade ist mit eigens hergestellten blauen Kütahya-Fliesen verziert. Die Mevlevihane–Dönenler Camii wurde im 14. Jahrhundert als Zeremonienhalle einer Mevlevi-Loge errichtet. Diese Bauwerke zeigen unterschiedliche historische und architektonische Bezüge, während die Fliesenfassade der Çinili Camii die lokale Keramikkunst unmittelbar am Gebäude sichtbar macht.

Die Hıdırlık-Mescid liegt auf dem gleichnamigen Hügel südlich der Ulu Camii. Sie wurde 1243–1244 vom seldschukischen Emir İmadüttin Hezar Dinari errichtet. Von dort ist ganz Kütahya zu sehen; der Ort verbindet so eine historische Moschee mit einem Blick über die Stadt. Die Burg Kütahya wiederum steht auf einem Hügel auf steilem, bläulich und rötlich gefärbtem Felsen und hat eine fünfeckige Form. Die Angabe von 72 Bastionen ist Evliya Çelebi zugeschrieben. Burg, Hügel und Moscheen ergänzen die Museumsbesuche um markante Bauwerke und Ortsbilder.

Weitere Reiseziele entdecken: Kızılcakaya, Altıntaş, Alikahya Köyü, Çavdarhisar, Kayaköy/Kütahya, Emet, Simav, Tavşanlı.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Kütahya.

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