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Hemiksem verbindet mehrere Zugänge zur lokalen Geschichte: die mittelalterliche Sint-Bernardusabdij, Handwerk und Alltagsleben vergangener Zeiten sowie eine umfangreiche Fliesenkultur. Dazu kommen Spaziermöglichkeiten mit unterschiedlichen Bezugspunkten und Bauwerke, an denen sich weitere Kapitel der Ortsgeschichte ablesen lassen. Für einen Aufenthalt können Sie so einen eigenen Schwerpunkt setzen, statt alle Themen als ein einziges Programm zu behandeln.

Sint-Bernardusabdij: Geschichte und Park

Die Geschichte der Sint-Bernardusabdij reicht bis ins Jahr 1244 zurück. Damals begannen Zisterziensermönche mit dem Bau der Abtei und brannten dort die ersten sogenannten Paepesteen in Feld- und Klampföfen. Im Mittelalter war die Abtei ein religiöses und kulturelles Zentrum. Diese Verbindung von Klosterleben und örtlichem Handwerk gibt dem historischen Thema eine konkrete Dimension: Neben der religiösen Bedeutung gehört auch die Herstellung der besonderen Ziegel zur Geschichte des Ortes.

Der Park rund um die Sint-Bernardusabdij ist etwa 14 Hektar groß. Im neu gestalteten Gelände kann man einen Rundgang machen. Wer beim Aufenthalt gern einen Spaziergang mit einem geschichtlichen Bezug verbindet, findet hier eine eigene Möglichkeit, die Abteigeschichte und das Parkgelände in den Mittelpunkt zu stellen.

Heemmuseum und Fliesensammlungen

Das Heemmuseum Ontrent den Hover zeigt das lokale Leben vergangener Zeiten. Die Themen reichen von Handwerk und Archäologie bis zu Klosterleben und Druckwesen. Zu sehen sind unter anderem ein Modell der Abtei, ein Klassenzimmer aus den 1950er-Jahren, Werkzeuge aus Druckereien und Ziegeleien sowie Funde aus dem Boden von Hemiksem. Die Sammlung verbindet damit Alltagsgegenstände und örtliche Funde mit der größeren Geschichte des Klosters.

Auch handwerkliche Arbeitswelten sind Teil des Museums: Es umfasst eine betriebsfähige Druckerei, eine Schuhmacherei, eine Schreinerei und eine Schmiede. Hinzu kommt ein Modell einer Ziegelei mit Trockenschuppen. Wer sich für die Herstellung von Dingen interessiert, kann hier verschiedene Handwerke betrachten; die Objekte und Einrichtungen geben dem Thema einen anderen Schwerpunkt als die archäologischen Funde oder das Modell der Abtei.

Das Gilliot & Roelants Tegelmuseum erweitert den Blick auf Hemiksems Fliesenkultur. Es zeigt Fliesen, Gussformen, Aquarellentwürfe, Lohnbücher und historische Fotografien aus der Gilliot-Fabrik. Der überwiegende Teil der Werke in der historischen Sammlung stammt von Joseph Roelants. Daneben umfasst die von Roberto Pozzo zusammengetragene Pozzo-Fliesensammlung mehr als 9.000 Objekte. Für die Planung lässt sich damit zwischen Einblicken in eine Fabrikgeschichte und den Beständen zweier unterschiedlich zugeordneter Sammlungen unterscheiden.

Spazierwege mit unterschiedlichen Bezugspunkten

Für Spaziergänge in Hemiksem sind mehrere konkrete Anknüpfungspunkte beschrieben. Neben dem Rundgang im Gelände der Sint-Bernardusabdij beginnt die Gilliotroute am Gilliot & Roelants Tegelmuseum und führt als Spazierweg an zahlreichen sehenswerten Orten vorbei. Im Kasteeldomein Hemiksemhof sind außerdem die auf einer topografischen Karte von 1903 dargestellten Wanderwege größtenteils erhalten. Die Angaben unterscheiden sich vor allem darin, worauf der Spaziergang bezogen ist: auf das Abteigelände, eine am Tegelmuseum beginnende Route oder historische Wege im Schlossgut.

Architektur, Denkmäler und Militärgeschichte

Auf dem Gemeenteplein steht das Kriegsdenkmal von Alfons De Cuyper auf einer begrünten Fläche vor der Kirche. Eine weibliche Figur ehrt dort den gefallenen Soldaten. Der Vredesvogel ist als direkte gestalterische Abbildung dieses bestehenden Denkmals entworfen. Das Kunstwerk besteht aus glasierter Keramik und besitzt eine dauerhafte Oberfläche.

Ein anderes architektonisches Detail bietet das Gemeentehuis van Hemiksem: Das freistehende, leicht L-förmige Doppelhaus wurde 1910–1911 nach einem Entwurf von François Van Rompaey errichtet. Es ist im eklektischen Stil mit Renaissance-Elementen gestaltet. Im Kasteeldomein Hemiksemhof gehört ein besonders monumentaler Eiskeller zu den wenigen gut erhaltenen Beispielen vom Ende des 18. Jahrhunderts.

Auch Schans XVIII erzählt von einer späteren militärischen Bauphase. Sie gehört zu einer Reihe von 18 kleinen Schanzen, die zwischen 1906 und 1912 zwischen den älteren Brialmontforts errichtet wurden. Die Schanze ist in gutem Zustand; an ihrer Nordseite liegt sie durch die Einbettung in ein Industriegebiet jedoch nicht mehr in ihrem ursprünglichen Kontext. Diese Einordnung hilft, den erhaltenen Bau und seine heutige Umgebung zugleich wahrzunehmen.

Anreise auf dem Wasser

Seit dem 1. Juli 2017 verkehrt die Waterbus zwischen Hemiksem und Antwerpen mit einem Zwischenhalt in Kruibeke. Prüfen Sie vor der Fahrt den aktuellen Fahrplan. Die Hemiksemse Fähranlegestelle liegt am Scheldeufer in der Verlängerung der Callebeekstraat; informieren Sie sich vor einer Fahrt auch über den aktuellen Betrieb.

Weitere Reiseziele entdecken: Oud-Turnhout, Brecht, Willebroek, Vosselaar, Mortsel, Ranst, Arendonk, Herentals.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Provinz Antwerpen.

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