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Ein erhaltener mittelalterlicher Wohn- und Wehrzollturm und traditionelle Tabakscheunen geben Hettigenbeuern ein unverwechselbares historisches Profil. Dazu kommen archäologische Funde am Burgbuckel, Grenzmarkierungen aus dem 19. Jahrhundert und Wege, die sich mit der Natur-, Kultur- und Landschaftsgeschichte des Morretals befassen.

Götzenturm, Tabakanbau und Spuren der Befestigung

Der Götzenturm ist ein mittelalterlicher Wohn- und Wehrzollturm. Er wurde um 1347 als Teil einer befestigten Anlage zur Verteidigung des Morretals errichtet und 1979/80 vollständig saniert. Seine Wohn-, Wehr- und Zollfunktion macht ihn zu einem markanten Zeugnis der Ortsgeschichte.

Auch die Tabakscheunen gehören zum Dorfbild. Wegen des milden Klimas war Hettigenbeuern lange Zeit die einzige Tabakanbaugemeinde im Odenwald. Das verweist auf eine besondere historische Rolle des Tabakanbaus, während die Scheunen bis heute die örtliche Bau- und Landschaftsprägung zeigen.

Auf dem Burgbuckel lassen Keramik-, Ziegel- und Eisenfunde auf eine mittelalterliche Befestigungsanlage schließen.

Grenzgeschichte und Wege im Morretal

Die Route 3 bei Hettigenbeuern führt über die Grenze zwischen Baden-Württemberg und Bayern. Grenzsteine mit dem Wappen des Großherzogtums Baden und dem bayerischen Wappen markieren dort noch heute den Grenzverlauf; sie stammen aus den Jahren 1838/39. Damit lässt sich die wechselnde historische Zuständigkeit an konkreten Zeichen im Gelände ablesen.

An der Route 3 liegt außerdem ein historischer Saupferch aus Lesesteinen. Er diente dazu, Schweineherden zu schützen und zu kontrollieren. Seine Bauweise und Funktion geben einen Einblick in eine frühere Form der Tierhaltung und unterscheiden diesen Wegpunkt von den Grenzsteinen, die politische Grenzen sichtbar machen.

Der Morretal-Pfad Buchen-Hettigenbeuern informiert über die Natur-, Kultur- und Landschaftsgeschichte des Morretals. Auch die Maria-Hilf-Kapelle wird auf dem Pfad unter historischen Gesichtspunkten behandelt. Wer sich für die Kapelle interessiert, begegnet ihr hier also als Teil einer geschichtlichen Einordnung; der thematische Rahmen des Pfads reicht zugleich über einzelne Bauwerke hinaus.

Eine weitere örtliche Aktivität ist die Minigolfanlage im Kurpark von Hettigenbeuern. Sie verfügt über zwölf Bahnen. Für Radelnde beschreibt die Radrundtour 5 eine andere Perspektive: Sie führt von Buchen über Hollerbach, Mudau und Hettigenbeuern zurück in die Buchener Innenstadt.

Kultur und Natur im übergeordneten Reiseziel Buchen (Odenwald)

Im übergeordneten Reiseziel Buchen (Odenwald) ist das Bezirksmuseum in zwei Gebäuden der ehemaligen kurmainzischen Amtskellerei untergebracht: im Steinernen Bau von 1493 und im Trunzerhaus. Im Steinernen Bau sind bäuerliche und bürgerliche Stuben, für den Odenwald typische Baier-Schränke, Kleidung, Odenwälder Trachten und eine Spielzeugsammlung zu sehen. Im Trunzerhaus können Besucherinnen und Besucher in einem eigenen Raum Kostproben der Kompositionen von Joseph Martin Kraus (1756–1792) hören.

Der Stadtturm in Buchen ist das Mainzer Tor, einer der vier früheren Tortürme innerhalb der Stadtbefestigung. Über dem äußeren Torbogen befindet sich der Blecker, das weithin bekannte Buchener Fastnachtssymbol. Ein anderes historisches Bauwerk ist der Wartturm: Er steht südöstlich von Buchen auf dem 394 Meter hohen Wartberg und ist 14 Meter hoch. Laut Bauinschrift wurde er 1490 errichtet oder erneuert. In Kriegszeiten diente er als Beobachtungsturm, um die Bewohnerinnen und Bewohner der befestigten mittelalterlichen Stadt vor herannahenden feindlichen Truppen zu warnen.

Auch Erdgeschichte ist im übergeordneten Reiseziel Buchen (Odenwald) präsent. Das Besucherzentrum der Eberstadter Tropfsteinhöhle stellt an mehreren Stationen multimedial und leicht verständlich die Erdgeschichte und die Zeit des Muschelkalkmeeres vor. Das Alter der Höhle wird auf drei bis fünf Millionen Jahre geschätzt. Am Parkplatz der Höhle beginnt zudem ein geologischer Lehrpfad mit Schautafeln zu Geologie, Landschaft und Ökologie.

Weitere Reiseziele entdecken: Haßmersheim, Aglasterhausen, Binau, Neckarzimmern, Neunkirchen, Elztal, Schwarzach, Osterburken.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Neckar-Odenwald-Kreis.

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