Der Kulturpfad erzählt Ortsgeschichten an Stelen, im Heimatmuseum stehen Funde und Kunst nebeneinander, und der Otto-Schneider-Rundweg bietet Ausblicke, Waldweiher und Spuren der Vergangenheit. In Dinkelscherben kommen damit unterschiedliche Zugänge zu Ortsgeschichte und Landschaft zusammen. Hinzu kommen die Reste der Burg Zusameck und der Schäfflertanz, dessen Erstaufführung alle sieben Jahre stattfindet. Welche Schwerpunkte Sie setzen, hängt davon ab, ob Sie sich eher für lokale Erzählungen, Sammlungen, Baugeschichte oder Wege durch den Wald interessieren.
Kulturpfad und Schäfflertanz
Der Kulturpfad widmet sich historisch und kulturell wertvollen Gebäuden und Orten. Im Hauptort und in den Ortsteilen stehen Stelen mit Schrift- und Bildtafeln, die Ortsgeschichten, wichtige Ereignisse und Anekdoten vermitteln. Derzeit umfasst der Pfad 25 Stelen; er wird nach und nach ergänzt. Damit richtet sich der Blick nicht nur auf einzelne Bauwerke, sondern auch auf die Geschichten und Ereignisse, die an den verschiedenen Orten erzählt werden.
Eine weitere kulturelle Besonderheit ist der Schäfflertanz. Seine Erstaufführung findet alle sieben Jahre vor dem Rathaus statt, in der Regel am Sonntag nach dem Dreikönigstag; bei einem kurzen Fasching liegt der Termin entsprechend früher. An den folgenden Wochenenden und vom Rußigen Freitag bis einschließlich Faschingsdienstag ziehen die Tänzer mit Musik durch die Straßen des Marktes. Da der Faschingskalender den konkreten Zeitpunkt beeinflusst, prüfen Sie die Veranstaltungstage vorab, wenn Sie Ihre Reise darauf abstimmen möchten.
Heimatmuseum: Sammlungen und Besuchsplanung
Das Heimatmuseum versammelt heimatkundliche und kulturgeschichtliche Exponate aus der Reischenau. Zu den Beständen gehören Funde der mittelalterlichen Burg Zusameck, ein Mammutzahn, Dokumente zur Ortsgeschichte, Handwerksobjekte, religiöse Volkskunst und Trachten. Ein Schwerpunkt ist die Scherersammlung aus dem 19. Jahrhundert, der Nachlass der Malerfamilie Scherer aus Ettelried. Dazu zählen Glasfenster, religiöse Motive, Ölgemälde, Skizzen und Zeichnungen. So stehen Burgfunde und Dokumente zur Ortsgeschichte neben Kunstwerken und Trachten. Der Kulturpfad setzt einen anderen Akzent: Dort vermitteln die Tafeln Geschichten an den Orten, während im Museum unterschiedliche Sammlungsstücke den Schwerpunkt bilden.
Das Heimatmuseum bleibt über die Wintermonate geschlossen. Gruppen ab fünf Personen und Schulklassen können es außerhalb der regulären Öffnungszeiten nach telefonischer Absprache besuchen. Prüfen Sie vor der Anreise den aktuellen Besuchshinweis und vereinbaren Sie einen solchen Termin telefonisch.
Burg Zusameck und Otto-Schneider-Rundweg
Die Reste der hoch- bis nachmittelalterlichen Burg Zusameck liegen auf dem Schlossberg, auch Kalvarienberg genannt, nördlich über dem Markt Dinkelscherben. Erhalten ist auch die Burgkapelle; sie wurde um 1850 im neugotischen Stil restauriert. Die Reste der Burg und die Baugeschichte der Kapelle bieten zwei unterschiedliche historische Anknüpfungspunkte.
Der Otto-Schneider-Rundweg führt an einem Waldlehrpfad und zwei Waldweihern vorbei. Am Waldrand bietet er einen Ausblick auf das Zusamtal; auf seinem Waldabschnitt passiert er zudem ein Hügelgrab und ein Schieferkohle-Geotop. Außerdem erreicht der Rundweg die ehemalige Burg Wolfsberg. Im Vergleich zum Kulturpfad liegt der Schwerpunkt hier auf dem Weg selbst: Aussicht, Waldweiher sowie einzelne historische und geologische Spuren gehören zu den beschriebenen Stationen. So können Sie zwischen einem Zugang über Ortsgeschichten und Sammlungen und einem Rundweg mit Natur- und Geschichtsbezügen wählen.
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