Im ehemaligen Wasserschloss Titting verbinden sich ein markanter Baukörper und eine Brautradition, die bis 1707 zurückreicht. Einen ganz anderen Zugang eröffnet die Tittinger Fossiliensammelstelle: Mit etwas Glück und Geduld können Besucher dort eigene Funde machen. Ergänzend dazu führen drei benannte Wanderwege durch das Gemeindegebiet. Für die Reiseplanung lohnt es sich daher, zwischen dem Markt Titting und Zielen auf Gemeindeebene zu unterscheiden.
Wasserschloss und Brautradition
Das ehemalige Wasserschloss liegt im oberen Teil des Marktes Titting am Fuß des Kreuzbergs. Seine zweigeschossigen Gebäudeflügel aus dem 17. und 18. Jahrhundert umschließen den Innenhof des unregelmäßig achteckigen Bauwerks. Hofanlage und unregelmäßige Grundform sind zwei zusammengehörige Seiten derselben Architektur. Im Schloss ließ der Fürstbischof von Eichstätt 1707 eine Brauerei einrichten; seitdem wird dort Bier gebraut. So stehen Baugeschichte und Brautradition als unterschiedliche Aspekte desselben Tittinger Bauwerks nebeneinander.
Fossilien suchen und kleinere Funde mitnehmen
Die Fossiliensammelstelle setzt einen anderen Schwerpunkt. Dort können Besucher mit etwas Glück und Geduld versteinerte Pflanzen, Haarsterne und gelegentlich Ammoniten finden. Kleinere Funde dürfen als urzeitliches Souvenir mit nach Hause genommen werden. Die Suche hängt also von Geduld und Glück ab; die Möglichkeit, Funde mitzunehmen, gilt für kleinere Stücke. Damit unterscheiden sich zwei Tittinger Interessen deutlich: Auf der einen Seite stehen Wasserschloss, Architektur und Brautradition, auf der anderen die mögliche eigene Fossilienentdeckung.
Geschichte und Wege auf Gemeindeebene
Auf Ebene der Gemeinde reicht der historische Blick weit zurück: Gräberfunde belegen eine Besiedlung des Anlautertals bereits um 1000 v. Chr. In einem viel späteren Zeitraum entstand die Burgruine Brunneck über Altdorf im Anlautertal, im 14. bis 15. Jahrhundert. Heute sind nur noch Überreste erhalten. Die Funde und die Ruine verweisen damit auf unterschiedliche historische Spuren: Gräberfunde auf frühe Besiedlung, die Ruine auf eine mittelalterliche Burg.
Durch das Gemeindegebiet von Titting führen der Limeswanderweg, der Wallfahrerweg und der Jakobsweg Nürnberg–Eichstätt. Ihre Namen setzen verschiedene thematische Akzente – Limes, Wallfahrt und Jakobsweg. In der Gemeinde gibt es außerdem renovierte Beispiele des traditionellen Jurahaus-Baustils der Altmühl-Jura-Region mit Legschieferdach. Damit kommt neben dem Wasserschloss eine andere Bauform in den Blick: regionale Jurahaus-Beispiele mit ihrer charakteristischen Dachart.
Ein jährlich wiederkehrender Anlass ist der Besuch der Waldkapelle in Erkertshofen zum Antonifest. Das Fest findet stets am Sonntag nach dem 13. Juni statt. So gehört neben den dauerhaft prägenden Bau- und Geschichtsthemen auch ein Termin mit festem jährlichem Kalenderrhythmus zum Gemeindegebiet.
Weitere Themen im übergeordneten Reiseziel Eichstätt
Im übergeordneten Reiseziel Eichstätt setzt das Jura-Museum Eichstätt einen eigenen Schwerpunkt: Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Fossilien der Solnhofener Plattenkalke; außerdem zeigt das Museum das Original des Eichstätter Exemplars von Archaeopteryx. Der Fossilienpfad Eichstätt ist dagegen ein mittelschwerer, 9 km langer Rundweg für Familien. So lassen sich die Angebote nach ihrer Form unterscheiden: eine Ausstellung mit benanntem Original, ein Rundweg oder die Fossiliensuche in Titting, bei der mögliche Funde von Glück und Geduld abhängen.
Zur Geschichte Eichstätts gehört die Willibaldsburg. Bischof Berthold Burggraf von Zollern ließ sie 1355 errichten; bis 1725 diente sie als Bischofssitz. Von der 420 m langen Burg sind Mauern und Bastionen, das Zeughaus, die 63 m lange Torhalle und der Gemmingenbau mit seinen beiden Türmen erhalten. Auf der Willibaldsburg in Eichstätt liegt außerdem der 1.500 m² große Bastionsgarten. Dort wurde der im Dreißigjährigen Krieg zerstörte Hortus Eystettensis nach 400 Jahren zu neuem Leben erweckt; Besucher können viele der ursprünglichen Pflanzenarten kennenlernen.
Auch der Domplatz liegt in Eichstätt, auf dem ältesten besiedelten Boden der Stadt. Eine kulinarische Facette des übergeordneten Reiseziels bilden die Eichstätter Genuss-Wirte: Sie bieten mehrmals im Jahr unter dem Motto „Eichstätt kocht...“ spezielle Gerichte an, darunter würzige Altmühltaler-Lammgerichte. Diese Hinweise ergänzen die Tittinger Themen um eigenständige Kultur-, Natur- und Genussangebote in Eichstätt.
Weitere Reiseziele entdecken: Emsing, Eichstätt, Altmannstein, Gaimersheim, Wellheim, Mörnsheim, Denkendorf, Böhmfeld
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