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St. Martin und das Jurahaus geben der Ortsgeschichte bauliche Anhaltspunkte; Wander- und Radwege ergänzen sie um unterschiedliche Möglichkeiten, die Landschaft in die Planung einzubeziehen. Wer Emsing auswählt, kann den Aufenthalt an Kulturgeschichte und Bewegung im Freien ausrichten.

Wehrkirche St. Martin und Ortsgeschichte

Die katholische Kirche St. Martin in Emsing war einst eine Wehrkirche. Erhalten sind Schlüsselscharten im Turm, ein unterirdischer Fliehgang und Reste der hohen Friedhofsmauer. Die baulichen Elemente machen die frühere Wehrfunktion konkret nachvollziehbar.

Für Emsing ist aus dem Jahr 1306 ein Urteil des Dorfgerichts urkundlich belegt. Auch die Ausstattung der Kirche bietet einen genaueren Zeitbezug: Der Hochaltar entstand im frühen 18. Jahrhundert; das Altarbild ist auf 1764 datiert und vom Kipfenberger Maler Anton Köll signiert. Damit lassen sich die Entstehungszeit des Altars und die Datierung des Bildes unterscheiden.

Das Jurahaus Emsing

Direkt oberhalb der Kirche St. Martin steht das Jurahaus Emsing, das ehemalige Schulhaus. Es wurde 1871 zusammen mit einem kleinen Stadl erbaut und 1900 durch einen Anbau erweitert. Das denkmalgeschützte Gebäude ist durch Bruchsteinmauerwerk, ein sehr gut erhaltenes Dachtragwerk und ein erneuertes Legschieferdach geprägt.

Diese Bauteile geben verschiedene Einblicke in die Architektur: Das Mauerwerk betrifft die Wände, das Dachtragwerk die Konstruktion und das Legschieferdach die erneuerte Deckung. Zusammen mit den beiden Bauphasen entsteht ein differenzierteres Bild als durch die Jahreszahlen allein.

Wander- und Radwege

Der 4 km lange Rundwanderweg um Emsing beginnt an der Kirche St. Martin. Er führt durch Wald und Wacholder-Trockenrasen sowie entlang der Anlauter und des Morsbachs; der größte Teil verläuft abseits des motorisierten Verkehrs. Damit lässt sich die Runde sowohl über ihren Startpunkt als auch über die unterschiedlichen Landschaftselemente einordnen.

Der Morsbachtalweg Nr. 10 ist ein weiterer 7 km langer Rundweg. Für ihn sind etwa zwei Stunden Gehzeit angesetzt – eine hilfreiche Zeitangabe für die Tagesplanung, ohne sie mit einer Gehzeit für die 4-km-Runde gleichzusetzen.

Auch Radfahrende finden einen benannten Streckenabschnitt: Der Anlautertal-Radweg von Titting nach Kinding führt über Emsing und dort am Wald entlang weiter bis Altdorf. Vor Wanderungen und Radtouren lohnt es sich, Wegweisung und Streckenbedingungen zu prüfen, da sie sich ändern können.

Ein eigener Naturbezug ist das Hirschgehege des Hotels Dirsch in Emsing. Gäste und Besucher können dort die Tiere beobachten und mehr über sie erfahren.

Titting: ein eigener historischer Schwerpunkt

Im übergeordneten Reiseziel Titting liegt das ehemalige Wasserschloss im oberen Teil des Marktes am Fuß des Kreuzbergs. Seine unregelmäßig achteckige Anlage wird von zweigeschossigen Gebäudeflügeln aus dem 17. und 18. Jahrhundert umschlossen, die den Innenhof fassen. So gehören Grundriss, Gebäudeflügel und Hof zu den markanten Aspekten seiner Architektur.

Auch die Brautradition ist mit dem Wasserschloss verbunden: 1707 ließ der Fürstbischof von Eichstätt dort eine Brauerei einrichten; seitdem wird dort Bier gebraut. Das ergänzt den architektonischen Blick um eine fortbestehende Nutzungsgeschichte.

In der Tittinger Fossiliensammelstelle können Besucher mit etwas Glück und Geduld versteinerte Pflanzen, Haarsterne und gelegentlich Ammoniten finden. Kleinere Funde dürfen als urzeitliches Souvenir mit nach Hause genommen werden.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Titting.

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