Heroldsberg lässt sich über mehrere Themen entdecken: Schlossgeschichte am Oberen Markt, Kunst in und bei historischen Gebäuden sowie Wege durch den Ort und den Wald. Für die Planung hilft eine einfache Unterscheidung: Der Kulturrundweg ist etwa drei Kilometer lang; die permanenten IVV-Wanderstrecken umfassen fünf, zehn oder sechzehn Kilometer.
Schlösser, Brunnen und Kunst
Am Oberen Markt ließ die Nürnberger Patrizierfamilie Geuder ab dem späten 15. Jahrhundert vier Schlösser erbauen. Dort gibt es außerdem noch drei historische Ziehbrunnen aus dem Mittelalter. Das Weiße Schloss ist das markante Ausstellungshaus der Stadt: Auf drei Ebenen zeigt es wechselnde und feste Ausstellungen mit Kunstwerken aus sieben Jahrhunderten. Die Ausstellungen im Weißen Schloss widmen sich der Kunst; die Schlösser am Oberen Markt stehen zugleich für Heroldsbergs Baugeschichte.
Das Gelbe Schloss wurde in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts von Hieronymus Geuder als Herrensitz auf den Fundamenten eines älteren Sitzes errichtet. Das Rote Schloss entstand 1489 durch Martin III. Geuder; Albrecht Dürer war dort 1510 zu Gast.
Auch rund um St. Matthäus begegnen sich verschiedene Zeitschichten. Gegenüber der Kirche steht das malerische Fachwerk-Pfarrhaus, das bereits 1427 erwähnt und zuletzt 1983 renoviert wurde; es zählt zu den ältesten Pfarrhäusern Deutschlands. In der evangelischen Kirche befindet sich ein Frühwerk Tilman Riemenschneiders: ein Kruzifix. Im Wald südlich der Sportanlage des Tuspo Heroldsberg stehen zudem zwei mittelalterliche Sühnekreuze aus dem Jahr 1587. Ihre Initialen lauten E.V.V.G.S. beziehungsweise S.O.; sie erinnern an die Ermordung Nürnberger Reiter.
Wege nach Streckenlänge auswählen
Der etwa drei Kilometer lange Kulturrundweg führt zu zahlreichen denkmalgeschützten Gebäuden. Informationstafeln erläutern deren Geschichte und Besonderheiten; damit verbindet die Strecke Bewegung mit einer Orientierung an Heroldsbergs Baugeschichte. Für längere Waldwanderungen bietet der permanente IVV-Wanderweg „4-Schlösser Gemeinde“ Strecken von fünf, zehn und sechzehn Kilometern. Die Distanzen machen die Auswahl nach gewünschter Streckenlänge greifbar. Prüfen Sie die aktuellen Wegedetails vor dem Start.
Ein dauerhaft eingerichteter AOKparcours befindet sich am Parkplatz Johannisthal an der B2. Für die historische Spurensuche sind die Sühnekreuze ein eigener Anlaufpunkt im Wald südlich der Tuspo-Sportanlage. Beides ergänzt die Auswahl an Bewegungsmöglichkeiten, ohne dass daraus eine gemeinsame Route folgt.
Im näheren Umfeld, zwischen Heroldsberg und Kleingeschaidt nahe dem Reigelsberg, liegt das Teufelsbrünnlein im Waldgebiet Hermannswinkel. Vom Wanderparkplatz Johnnisthal führt der Weg etwa einen Kilometer nach Osten bis zu einem Wegweiser; von dort sind es zehn Minuten zu Fuß bis zu einem großen Felsen. In die Felswand ist ein Teufel gemeißelt und rot übermalt.
Anreise und weitere Ziele im Landkreis
Aus Nürnberg ist Heroldsberg mit der Gräfenbergbahn gut erreichbar. Prüfen Sie für Ihre konkrete Fahrt den aktuellen Fahrplan. Auch die Verkehrsanbindung an die BAB A3 ist gut; Angaben zu einer bestimmten Anschlussstelle oder Fahrzeit sind damit nicht verbunden.
Im übergeordneten Reiseziel Erlangen-Höchstadt gibt es weitere, eigenständige Kultur- und Naturziele. In der Kirche St. Andreas in Kalchreuth befindet sich ein Passionsaltar, ein Schreinaltar mit Flügeltüren des Dürer-Lehrers Michael Wolgemut. Durch die Kalchreuther Kirschgärten führt außerdem ein drei Kilometer langer Rundweg mit Informationstafeln zu Kirschen, Landschaft und Kalchreuth sowie Mitmachstationen zur Natur. Diese Beispiele erweitern den Blick auf den Landkreis; sie sind nicht Merkmale Heroldsbergs.
Weitere Reiseziele entdecken: Uttenreuth, Bubenreuth, Weisendorf, Hemhofen, Eckental, Adelsdorf, Erlangen, Gremsdorf.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Erlangen-Höchstadt.