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Ein berühmter Passionsaltar in der Kirche St. Andreas macht Kalchreuth zu einem besonderen Ort für Kunstinteressierte: Der Schreinaltar mit Flügeltüren stammt von Michael Wolgemut, dem Lehrer Dürers. Ebenfalls in Kalchreuth führt ein drei Kilometer langer Rundweg durch die Kirschgärten. Informationstafeln widmen sich der Kirsche, der Landschaft und dem Ort; Mitmachstationen greifen Naturthemen auf. So verbindet der Rundgang regionale Kultur mit Einblicken in die Umgebung.

Ortsgeschichte und kulturelle Spuren

In Mühlhausen erzählt das bauliche Erbe von einer mehr als 500-jährigen jüdischen Geschichte der Gemeinde. Die ehemalige Synagoge wurde 1756/57 am südlichen Rand des Ortskerns errichtet. Zusammen mit dem etwa fünfzehn Jahre zuvor angelegten israelitischen Friedhof bildet sie das einzige authentisch überlieferte bauliche Zeugnis dieser Vergangenheit. Auf dem Friedhof sind 373 Grabsteine erhalten. Ein weiterer bedeutender jüdischer Friedhof liegt in Baiersdorf: Er wurde im Spätmittelalter, möglicherweise nach 1388, angelegt und gehört gemeinsam mit dem Friedhof in Hemhofen zu den ältesten erhaltenen jüdischen Friedhöfen der Region.

Auch die Museen setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Das Spixmuseum in Höchstadt befindet sich im Geburtshaus des Naturforschers Johann Baptist Ritter von Spix. Interaktive Exponate vermitteln sein Leben und die Geschichte des Hauses. Ein computer- und lichtgesteuertes Urwalddiorama mit Tierdarstellungen und Tiergeräuschen wird besonders für Kinder empfohlen. Das Stadtmuseum Herzogenaurach behandelt Stadtgeschichte, Industrie und Volksglauben. Es ist im ehemaligen Heilig-Geist-Spital untergebracht, einem spätmittelalterlichen Fachwerkgebäude, das mit historischen Techniken aufwendig restauriert wurde.

Musik und Handwerk prägen einen anderen Teil der Ortsgeschichte: Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden mehr als 2.000 Musikinstrumentenmacher aus dem sächsisch-böhmischen Musikwinkel in Bubenreuth eine neue Heimat. In der Folge entwickelte sich der Ort zu einem europäischen Zentrum des Saiteninstrumentenbaus. Das Bubenreutheum im Rathaus zeigt dazu eine 80 Quadratmeter große Dauerausstellung über Musik und Integration. Im Heimatmuseum Weisendorf stehen dagegen die frühere bäuerliche Lebens- und Arbeitswelt des Seebachgrunds, Selbstversorgung und eine jagdliche Ausstellung mit Präparaten heimischer Wildarten im Mittelpunkt.

In Höchstadt erzählen Schloss und Stadtturm von verschiedenen Epochen der Stadtentwicklung. Das Schloss umfasst das Fundament eines 12 mal 12 Meter großen Turms aus dem frühen 13. Jahrhundert, dessen Mauern drei Meter stark sind; seine heutige Gestalt erhielt es um 1714. Der erhaltene Stadtturm aus dem 14. Jahrhundert war Teil des zweiten von drei Stadtmauer- beziehungsweise Befestigungsringen und gilt als Wahrzeichen der Stadt. In Heroldsberg zeigt das mittelalterliche Weiße Schloss auf drei Ebenen wechselnde und feste Ausstellungen mit Kunstwerken aus sieben Jahrhunderten.

Weiherlandschaften und Wege

Wasser und Feuchtgebiete geben mehreren Naturorten ihren Charakter. Die Vogelfreistätte Weihergebiet bei Mohrhof ist ein Important Bird Area und zählt zu den frühen Natura-2000-Fauna-Flora-Habitat- und Vogelschutzgebieten. Zu ihren Lebensräumen gehören Feuchtgebiete und orchideenreiche Streuwiesen mit seltenen Vogelarten. Bei Höchstadt liegen die Bösenbechhofener Weiher nördlich des Ortsteils Bösenbechhofen. Die aus Regenwasser gespeiste Teichkette befindet sich im Waldgebiet Gretelmark. Zusammen mit den umgebenden Lebensräumen wurde eine Fläche von 23,06 Hektar am 15. Dezember 2012 als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Bei Höchstadt unterscheiden sich drei Wege sowohl in ihrer Länge als auch in ihrer Ausrichtung. Der markierte Eisvogelweg ist ein ebener Rundweg von etwa 2,6 Kilometern durch das fränkische Weiherland. Der Orchideenweg ist etwa 2,2 Kilometer lang und als Fahr- und Fußweg angelegt; er führt durch eine Kulturlandschaft mit schilfgesäumten Weihern, Feuchtwiesen, zahlreichen Wasservögeln und Orchideen wie der Echten Sumpfwurz. Der Seerosenweg ist ein größtenteils ebener Fußweg von etwa 2,4 Kilometern durch das historische Waldgebiet Gretelmark. Dort prägen Waldweiher, Seerosen- und Rohrkolbenbestände sowie Eisvögel die beschriebenen Naturmerkmale. Die unterschiedlichen Streckenangaben und Wegtypen helfen Ihnen, einen passenden Naturspaziergang auszuwählen; Routendetails können Sie vor der Fahrt oder dem Aufbruch vor Ort prüfen.

Radwege, Fischerei und Freizeit

Ein gut ausgebautes Rad- und Wanderwegenetz erschließt die Landschaft vom Aischgrund bis zum Erlanger Oberland. Der Jakobus-Radpilgerweg führt im Landkreis durch Kalchreuth und Uttenreuth: Dort verläuft er durch Siedlungsgebiete, ansonsten durch Wald und Wiesen. Der 183 Kilometer lange oberfränkische Jakobsweg führt von Hof nach Nürnberg und verläuft dabei ebenfalls über Kalchreuth. Eine andere Orientierung bietet der Aischgründer Karpfenradweg: In Adelsdorf biegt er westlich in Richtung Höchstadt ab. Prüfen Sie vor einer Tour die aktuellen Routenbedingungen.

Das Fischereimuseum Unterer Aischgrund befindet sich in einem historischen Fischhaus in Adelsdorf-Neuhaus. Von dort beginnt ein zwei Kilometer langer Lehrpfad mit Schautafeln zur fränkischen Fischfauna sowie zu Fischerei und Teichwirtschaft. Für Freizeitaktivitäten bietet das FreizeitAktiv-Paradies in Vestenbergsgreuth eine Sommerrodelbahn und eine Minigolfanlage. Im Eisstadion Höchstadt sind Eislaufen, Eisschnelllauf und Eisdisco möglich; außerdem können Sie selbst Eishockey spielen oder den Höchstadt Alligators zuschauen. Da saisonale Zeitpläne variieren können, empfiehlt sich vor dem Besuch ein Blick auf die aktuellen Angaben. Das Freizeitbad Atlantis in Herzogenaurach bietet unter anderem ein Wellenbecken, die Rutschen Rocket und Roter Riese, einen Strömungskanal und ein Kinder-Abenteuerland; die Ausstattung kann sich ändern.

Karpfen mit eigener Saison

In Höchstadt a.d.Aisch gehört der Aischgründer Spiegelkarpfen aus den umliegenden Himmelsteichen zu den regionalen Spezialitäten. Seine verschiedenen kulinarischen Zubereitungen stehen in den Monaten mit R, von September bis April, auf dem saisonalen Speiseplan; das Produkt trägt die geschützte geografische Angabe. Der Landkreis veröffentlicht jährlich eine aktualisierte Broschüre mit Gaststätten, deren Betreiber Karpfen anbieten und sich dort eintragen lassen können. Wenn Sie gezielt nach einem Karpfengericht suchen, lohnt sich ein Blick in die aktuelle Ausgabe.

Weitere Reiseziele entdecken: Weisendorf, Heßdorf, Herzogenaurach, Heroldsberg, Erlangen, Wachenroth, Bubenreuth, Gremsdorf, Höchstadt An Der Aisch, Uttenreuth, Eckental, Baiersdorf, Adelsdorf, Hemhofen, Marloffstein, Kalchreuth, Röttenbach.

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