Keramik und Höhlenwelt in Breitscheid
Breitscheid bietet zwei sehr unterschiedliche Anknüpfungspunkte für die Reiseplanung: Das interaktive Töpfermuseum zeigt Keramik in vielen Formen und Anwendungen; die Schauhöhle Herbstlabyrinth eröffnet ein unterirdisches Thema. So stehen im Ort Handwerk und Technik neben einem Naturthema, ohne dass beide dieselbe Art von Besuch versprechen.
Im Töpfermuseum gehören Gebrauchskeramik wie Eierkäsformen, Kannen und Schüsseln ebenso zur Sammlung wie alte Wasserleitungen aus einer Spanne von 260 Jahren. Hinzu kommen die tönerne Armee der chinesischen Stadt Xian und moderne Keramik des 21. Jahrhunderts aus Raumfahrt und Medizintechnik. Die Beispiele reichen damit von Gegenständen des Alltags bis zu spezialisierten Anwendungen. Wer sich für Gestaltung, Handwerk oder technische Verwendungen von Keramik interessiert, findet hier mehrere konkrete Themen, an denen sich der Museumsbesuch ausrichten lässt.
Im übergeordneten Reiseziel Lahn-Dill-Kreis ist das Herbstlabyrinth-Adventhöhlensystem Hessens größtes Höhlensystem und eines der bedeutendsten in Deutschland. Das Töpfermuseum und die Höhle setzen also unterschiedliche Schwerpunkte: hier Keramik und ihre Anwendungen, dort ein Höhlensystem von überregionaler Bedeutung.
Die Schauhöhle ist werktags beziehungsweise in den Ferien mit der RMV-Buslinie 510 bis zur Haltestelle Breitscheid, Rathaus erreichbar. Von dort dauert der Fußweg zur Höhle etwa 20 bis 30 Minuten. Planen Sie diesen Weg als Teil des Höhlenbesuchs ein und prüfen Sie vor der Fahrt den Fahrplan, denn die Angaben zum Busverkehr sind betriebsabhängig.
Weitere Perspektiven im übergeordneten Reiseziel Lahn-Dill-Kreis
Auch außerhalb Breitscheids bietet das übergeordnete Reiseziel Lahn-Dill-Kreis unterschiedliche Kulturthemen. In Wetzlar erinnert das Lottehaus an Goethes Begegnung mit Charlotte Buff und an den Sommer 1772. Zwei Räume im ersten Stock beherbergen eine ständige Ausstellung zur Entstehungs- und Wirkungsgeschichte von Goethes erstem Roman „Die Leiden des jungen Werthers“. Wer statt Literatur optische Phänomene erkunden möchte, findet in Wetzlar den Optikparcours: Er lädt zum Experimentieren und Entdecken ein; dazu gehört ein begehbares Kaleidoskop.
Für Industrie- und Handwerksgeschichte stehen unter anderem Angebote in Dillenburg und Solms-Oberbiel. Die Villa Grün in Dillenburg präsentiert in mehr als 20 Räumen Objekte und detailgetreue Situationen der industriellen und handwerklichen Fertigung im Dillgebiet. Im Untergeschoss befindet sich außerdem eine aufwendige, medienreiche Bergbau-Ausstellung. Das Besucherbergwerk Grube Fortuna in Solms-Oberbiel ist der einzige hessische Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur. Diese Orte setzen verschiedene Akzente: Die Villa Grün zeigt Fertigung und Bergbau in Ausstellungen, die Grube Fortuna ist Teil einer europäischen Route der Industriekultur.
Ebenfalls in Solms-Oberbiel besitzt das Feld- und Grubenbahnmuseum Fortuna 50 historische Feld- und Grubenbahnlokomotiven sowie 100 Wagen. Der Fahrbetrieb erfolgt nach Fahrplan, ein Blick auf diesen ist daher für die Planung sinnvoll. Ein weiterer historischer Schwerpunkt liegt in der Glockenwelt Burg Greifenstein: Fast 100 Glocken führen dort durch eine tausendjährige deutsche Glockengeschichte. Von den Doppeltürmen der Burg Greifenstein bietet sich eine spektakuläre Aussicht. Diese regionalen Ziele ergänzen den Blick auf Breitscheid um Literatur, Optik, Industriegeschichte und Glockenkultur, ohne dass sie mit den Einrichtungen im Ort gleichzusetzen sind.
Weitere Reiseziele entdecken: Siegbach, Dillenburg, Driedorf, Schöffengrund, Herborn, Wetzlar, Lahnau, Greifenstein.
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