Göhlen lässt sich über die Spuren früher Eisenverhüttung und seine Radrouten erschließen. Im Ortsteil Leussow ergänzen eine neugotische Kirche und die renaturierte Dörchforthsbeck das Bild.
Eisenverhüttung in Göhlen
Die Reste von über 500 Rennöfen, Eisenschlacke und der Arbeitsplatz eines Schmieds belegen in Göhlen einen der größten Eisenverhüttungsplätze Norddeutschlands. Am Ortsrand steht ein rekonstruierter Rennofen in einem Glaskasten. Dort lässt sich nachvollziehen, wie vor etwa 1.600 Jahren aus Raseneisenstein Eisen gewonnen wurde. Befund und Rekonstruktion vermitteln unterschiedliche Aspekte: Die Ofenreste zeigen den Umfang des Platzes, der nachgebildete Ofen veranschaulicht den Gewinnungsprozess.
Eine historische Schmelzung am 18. August 2005 verbindet den Nachbau mit der damaligen Praxis: Im Rennofen wurde aus Raseneisenstein, Holz und Torf Eisen gewonnen, entsprechend der germanischen Eisenverhüttung, die in Göhlen im 4. und 5. Jahrhundert praktiziert wurde.
Radfahren zwischen Halbtagestour und Tagesausflug
Die 24 km lange Kleine Klump-Tour ist ein Rundkurs für eine Halbtagestour und eignet sich für Familien mit Kindern sowie weniger geübte Radfahrer. Sie beginnt in Glaisin und Göhlen und führt in Göhlen am germanischen Verhüttungsplatz sowie am Rennofen-Modell vorbei. So verbindet die Runde die archäologischen Stationen mit einem überschaubaren Zeitrahmen.
Wer einen ganzen Ausflugstag einplant, kann die 46 km lange Raseneisenstein-Dörfer-Tour wählen. Sie führt durch die Griese Gegend und über Göhlen und gilt als Tagesausflug für geübte Radfahrer. Im Vergleich stehen damit eine Halbtagestour über 24 km und ein Tagesausflug über 46 km gegenüber; auch die jeweilige Einordnung für die Radfahrenden unterscheidet die beiden Optionen.
Auf dem Raseneisenstein-Radweg – Dörfertour ist Göhlen eine Etappe und ein Ort am Weg. Die Route ist durchgehend mit der blauen TOUR beschildert. Sie verläuft insgesamt überwiegend durch flaches, ebenes Gelände, hat wenige Steigungen und führt in der Regel über leicht befahrbare Wege. Wetter und Pflege können die Wegverhältnisse verändern; prüfen Sie den aktuellen Zustand vor der Fahrt.
Leussow: Kirche und Renaturierung
Im Ortsteil Leussow gilt die Kirche mit Kirchhof und Pfarrhaus als Anziehungspunkt für Besucher. Die Wahrzeichenkirche wurde 1872/73 im neugotischen Stil errichtet und ersetzte einen romanischen Ziegelbau mit hölzernem Turm. Damit treffen an diesem Ort zwei klar unterscheidbare Bauphasen aufeinander.
Auch die Dörchforthsbeck in Leussow verbindet Natur- und Ortsgeschichte. Sie wurde mit EU-Fördermitteln renaturiert; dadurch konnten bereits verschwundene Tier- und Pflanzenarten wieder angesiedelt werden. Im Zuge der Renaturierung wurde die frühere Badeanstalt einbezogen. Der dort entstandene Ort wird auch von Menschen außerhalb der Gemeinde zur Erholung und Entspannung genutzt. Göhlen gehört als Gemeinde zur Region des UNESCO-Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe Mecklenburg-Vorpommern.
Kultur im übergeordneten Reiseziel Ludwigslust-Parchim
Im übergeordneten Reiseziel Ludwigslust-Parchim bietet Schloss Ludwigslust einen anderen historischen Akzent. Es war die ehemalige Residenz der mecklenburgischen Herzöge und bildet den Mittelpunkt einer nahezu vollständig erhaltenen spätbarocken Stadtanlage mit ehemaliger Hofkirche und Landschaftspark im englischen Stil. Das Ensemble aus Schloss, Park und Stadt wird als „kleines Versailles des Nordens“ bezeichnet.
Weitere Reiseziele entdecken: Leussow, Groß Laasch, Lüblow, Lübesse, Uelitz, Sülstorf, Bresegard Bei Eldena, Wöbbelin
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Amt Ludwigslust-Land.