Kentzlin lenkt den Blick auf Baugeschichte, einen alten Garten und eine Käseverkostung auf Anfrage. Das Gutshaus Alt Kentzlin bietet dabei mehrere architektonische Details: vom Feldsteinsockel bis zur Raumfolge im Inneren. Eine urkundliche Ersterwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1300; der damalige Name lautete Cancelyn.
Das Gutshaus Alt Kentzlin: Fachwerk und Raumfolge
Das Gutshaus Alt Kentzlin ist ein eingeschossiges Fachwerkhaus mit Krüppelwalmdach. Es steht auf einem Feldsteinsockel und besitzt ein weitgehend regelmäßiges Eichenständerwerk von knapp 20 Zentimetern Stärke mit Klinkerausfachung. Diese Bauteile beschreiben die äußere Konstruktion des Hauses; der Grundriss eröffnet eine zweite Perspektive auf seine Architektur.
Im Inneren umfasst der Grundriss eine große Diele, einen mittig angeordneten Längsflur und einen Gartensaal in Verlängerung des Eingangsbereichs. Die Räume an der Vorderseite sind durch eine Enfilade verbunden – eine Raumfolge, in der Zimmer hintereinander angeordnet und miteinander verbunden sind. Das Gutshaus zeigt die verbreitete Raumstruktur eines Gutshauses in besonders klarer und unveränderter Form. So lassen sich äußere Bauweise und innere Ordnung als zwei unterschiedliche, aber zusammengehörige Aspekte des Gebäudes betrachten.
Garten und historische Umgebung
Hinter dem Gutshaus liegen mehrere markante Bestandteile des Gartens. Dort stehen vier Eichen, die zwischen 200 und 500 Jahre alt sind. Zum Garten gehört außerdem eine Motte, ein alter Wehrhügel. Ein Obstgarten mit altem Baumbestand ergänzt die Gartenanlage. Eichen, Wehrhügel und Obstbäume stehen damit als unterschiedliche Elemente in einem gemeinsamen lokalen Zusammenhang.
Ein eigener archäologischer Bezugspunkt liegt im näheren Umfeld des Reiseziels: Rund 250 Meter westlich von Neu-Kentzlin befinden sich gut erhaltene Überreste eines slawischen Ringwalls. Der Wall ist etwa 100 mal 90 Meter groß und heute mit Bäumen bestanden. Seine Lage und die ungefähren Maße bieten eine weitere historische Perspektive auf die Umgebung von Kentzlin.
Käseverkostung auf Anfrage
Auch eine kulinarische Entdeckung ist möglich: Die Mobile Käserei Kentzlin bietet Käseverkostungen auf Anfrage an. Wenn Sie diesen Besuch in Ihre Reiseplanung aufnehmen möchten, fragen Sie die Verkostung vor der Reise an. Damit ergänzt ein konkretes Angebot die Bau- und Gartengeschichte des Ortes, ohne dass dafür ein festes Programm vorausgesetzt werden muss.
Weitere Naturthemen in der Mecklenburgischen Seenplatte
Für die weiter gefasste Reiseplanung lohnt sich auch der Blick auf die Mecklenburgische Seenplatte als übergeordnetes Reiseziel. Der Müritz-Nationalpark ist Teil dieser Region und von Wäldern, Mooren, Seen und weiten Wiesen geprägt. Der Müritz-Nationalpark-Wanderweg erschließt in neun Etappen die Landschaftstypen und Besonderheiten des Parks: Er führt an Seen entlang, durch urwüchsige Wälder, vorbei an Binnendünen und zur Havelquelle. Zertifizierte Natur- und Landschaftsführer bieten dort lehrreiche Touren an, darunter Führungen im UNESCO-Welterbe-Buchenwald von Serrahn und Touren von der Wasserseite aus.
Ein anderer Natur-Schwerpunkt der Mecklenburgischen Seenplatte ist das Wisentreservat Damerower Werder. Es liegt auf einer Halbinsel im Kölpinsee und im Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide; Besucher können dort die Tiere beobachten. Zum Reservat gehört ein Walderlebnispfad mit Klettermöglichkeiten, einem Ameisenhaus, einer Ausstellung mit Fühl- und Sichttafeln sowie einem Dendrophon. Diese Angebote ergänzen die lokalen Themen Kentzlins um eigenständige Naturerlebnisse im übergeordneten Reiseziel.
Weitere Reiseziele entdecken: Utzedel, Hohenmocker, Verchen, Hohenbollentin, Siedenbrünzow, Nossendorf, Kletzin, Beggerow.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Amt Demmin-Land.