Eine Kirche mit Bauphasen vom 17. bis ins 20. Jahrhundert und ein Großdolmen aus dem Neolithikum geben Siedenbrünzow zwei unterschiedliche historische Zeithorizonte. Dazu führt die Eiszeitroute von Demmin nach Klempenow durch den Ort. Wer eine Ferienwohnung sucht, kann den Aufenthalt an Kulturgeschichte, Archäologie oder einer Route durch die Landschaft ausrichten, ohne daraus einen festen Tagesplan machen zu müssen.
Die Kirche und ihre Baugeschichte
Die Kirche in Siedenbrünzow wurde ursprünglich als Kapelle des Demminer Heiliggeistspitals errichtet. Ihr Kirchenschiff entstand 1652 aus Feldsteinen; die Glocke wurde bereits 1650 gegossen. Das Kirchenschiff wurde 1858 und 1859 erweitert, der Umbau der Kirche 1900 abgeschlossen. Im Zuge des Umbaus erhielt sie einen Backsteinturm. So stehen an diesem Bau mehrere klar unterscheidbare Etappen nebeneinander.
Auch einzelne Ausstattungsstücke setzen eigene zeitliche Akzente: In der Kirche befindet sich ein Kruzifix aus dem 15. Jahrhundert. Die umfassende Sanierung der Kirche erfolgte von 2014 bis 2018. Zusammengenommen reicht die Geschichte damit von einem mittelalterlichen Kunstwerk über die Bauphasen des 17. und 19. Jahrhunderts bis zu den Arbeiten im 20. und 21. Jahrhundert. Die Daten erzählen keine gleichförmige Entwicklung, sondern verschiedene Abschnitte der Bau- und Erhaltungsgeschichte.
Ein Großdolmen zwischen Siedenbrünzow und Krukow
Zwischen Siedenbrünzow und Krukow liegt ein trapezförmiges Hünenbett mit einem gut erhaltenen Großdolmen. Es wurde im Neolithikum während der Trichterbecherkultur errichtet und später von Angehörigen der Kugelamphorenkultur erneut genutzt. Damit kommt zu den Bauphasen der Kirche ein deutlich älterer archäologischer Zeitrahmen hinzu. Kirche und Großdolmen stehen für unterschiedliche historische Themen: hier die Entwicklung eines Kirchenbaus, dort eine steinzeitliche Anlage mit einer späteren Nutzung durch eine weitere Kultur.
Eiszeitroute und Tollense
Die Eiszeitroute führt von der Hansestadt Demmin nach Klempenow und verläuft über Siedenbrünzow. Der Abschnitt bis Siedenbrünzow liegt auf oder entlang eines Bahndamms. Da sich Oberflächenbedingungen mit der Zeit verändern können, prüfen Sie vor dem Aufbruch die Bedingungen für diesen Abschnitt. So bleibt die Planung an den konkreten Verlauf gebunden, statt für die gesamte Route dieselben Verhältnisse anzunehmen.
Im Gesamtverlauf führt die Eiszeitroute überwiegend durch eine weitläufige Grundmoränenlandschaft, in die sich die Tollense eingeschnitten hat. Diese Landschaftsbeschreibung gilt für die Route von Demmin nach Klempenow als Ganzes. Der Bahndamm-Abschnitt bis Siedenbrünzow ist dagegen ein konkreter Orientierungspunkt für die Planung des dortigen Verlaufs. Die Verbindung aus Ortsdurchfahrt, Bahndamm und weitläufiger Landschaft macht die Route zu einem anderen Schwerpunkt als die Baugeschichte oder der Großdolmen.
Tollense und Natur auf Gemeindeebene
Teile der Gemeinde Siedenbrünzow liegen östlich von Demmin am Rand des Naturparks Flusslandschaft Peenetal. Auch am Tollense-Fluss gibt es Bezüge auf Gemeindeebene: In Sanzkow, einem Ortsteil der Gemeinde Siedenbrünzow, liegt ein Wasserwanderrastplatz. Bei Vanselow grenzt der weitläufige Gutspark des dortigen Herrenhauses an die Tollense; dort gibt es eine kleine Badestelle mit Rastmöglichkeit. Diese Orte gehören zum Umfeld der Gemeinde, nicht allein zum Siedlungsplatz Siedenbrünzow.
Weitere Naturthemen in der Mecklenburgischen Seenplatte
In der Mecklenburgischen Seenplatte liegen weitere eigenständige Naturziele. Der Müritz-Nationalpark ist von Wäldern, Mooren, Seen und weiten Wiesen geprägt. Sein Wanderweg erschließt in neun Etappen die Landschaftstypen und Besonderheiten des Parks und führt an Seen, durch urwüchsige Wälder, vorbei an Binnendünen sowie zur Havelquelle. Zertifizierte Natur- und Landschaftsführer bieten lehrreiche Touren an, darunter Führungen im UNESCO-Welterbe-Buchenwald von Serrahn und Touren von der Wasserseite aus.
Ein anderes Naturthema bietet das Wisentreservat Damerower Werder. Es liegt auf einer Halbinsel im Kölpinsee und im Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide; Besucher können dort die Tiere beobachten. Zum Reservat gehört ein Walderlebnispfad mit Klettermöglichkeiten, einem Ameisenhaus, einer Ausstellung mit Fühl- und Sichttafeln sowie einem Dendrophon. Während im Müritz-Nationalpark Etappen, Landschaften und geführte Touren im Mittelpunkt stehen, verbindet das Wisentreservat Tierbeobachtung mit verschiedenen Stationen entlang seines Walderlebnispfads.
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Zur übergeordneten Reiseübersicht: Amt Demmin-Land.