Eine kleine Friedhofskapelle steht in Sarow neben den Fundamenten einer alten Kirche, die im Dreißigjährigen Krieg geschleift wurde. Für die Ortsgeschichte sind damit zwei klar unterscheidbare Zeitebenen greifbar: die ältere Dorfkirche am früheren Kirchenstandort und die später errichtete Kapelle. Bei der Reiseplanung lohnt es sich, den Ort Sarow von weiteren Dörfern der Gemeinde zu unterscheiden; die Kirchen in Ganschendorf und Törpin sowie die Windmühle befinden sich in diesen Dörfern.
Die Friedhofskapelle in Sarow
Mit dem Bau der Kapelle wurde am 17. Juni 1958 begonnen. Bischof Dr. Krummacher weihte sie am 31. März 1959 ein. Diese Abfolge ordnet die kleine Friedhofskapelle zeitlich genau ein: Der Baubeginn und die Weihe liegen weniger als ein Jahr auseinander. Zusammen mit den Fundamenten der geschleiften Kirche ergibt sich ein konkreter Vergleich zwischen einem historischen Kirchenstandort und der Kapelle aus der Mitte des 20. Jahrhunderts.
Kirchen und Baugeschichte in den Dörfern der Gemeinde
In Ganschendorf steht eine Kirche, die Ende des 19. Jahrhunderts erbaut und 1896 eingeweiht wurde. Im Jahr 2004 erhielt sie neue Dachziegel; außerdem wurde ihr Inneres nach altem Vorbild renoviert. Damit stehen die Einweihung und die spätere Erneuerung von Dach und Innenraum für unterschiedliche Abschnitte ihrer Baugeschichte. Der Burgwall bei Ganschendorf ist ebenfalls eine Sehenswürdigkeit.
Im Vergleich dazu stammt die Kirche in Törpin bereits aus dem Jahr 1660. Auf ihrer Empore befindet sich ein altes Eisenkreuz neben einer Grüneberg-Orgel, die 1863 in Stettin gebaut wurde. Kirche und Orgel verweisen also auf verschiedene Bauzeiten. Das schmiedeeiserne Kreuz am Dachfirst wurde durch ein neues ersetzt; dieses ist vom alten Eisenkreuz auf der Empore zu unterscheiden. An der Kirche wurden außerdem neue Dachziegel angebracht und der Blitzschutz erneuert.
Auch die Windmühle Törpin gehört zur Baugeschichte des Dorfes: Sie wurde 1876 errichtet und wird unter dem Namen „Onkel Toms Mühle“ als Ferienhaus genutzt. Das Sommerfest in Törpin am See wird als Tradition bezeichnet. So finden sich in den Dörfern der Gemeinde neben den Kirchen weitere unterschiedliche historische und kulturelle Bezüge.
Mecklenburgische Seenplatte als größerer Rahmen
Auf Ebene des übergeordneten Reiseziels Mecklenburgische Seenplatte eröffnet der Müritz-Nationalpark eine eigene Landschaftsperspektive. Er ist von Wäldern, Mooren, Seen und weiten Wiesen geprägt. Der Müritz-Nationalpark-Wanderweg erschließt in neun Etappen Landschaftstypen und Besonderheiten des Parks; er führt an Seen, durch urwüchsige Wälder, vorbei an Binnendünen und zur Havelquelle. Zertifizierte Natur- und Landschaftsführer bieten dort lehrreiche Touren an, darunter Führungen im UNESCO-Welterbe-Buchenwald von Serrahn sowie Touren von der Wasserseite aus.
Ein weiteres Beispiel in der Mecklenburgischen Seenplatte ist das Wisentreservat Damerower Werder. Es liegt auf einer Halbinsel im Kölpinsee und im Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide. Besucher können dort Wisente beobachten. Zum Reservat gehört außerdem ein Walderlebnispfad mit Klettermöglichkeiten, einem Ameisenhaus, einer Ausstellung mit Fühl- und Sichttafeln sowie einem Dendrophon.
Weitere Reiseziele entdecken: Siedenbrünzow, Sommersdorf, Lindenberg, Nossendorf, Meesiger, Kletzin, Warrenzin, Beggerow.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Amt Demmin-Land.