Brochthausen bietet unterschiedliche Anknüpfungspunkte für einen Aufenthalt: St. Georg steht für neugotische Kirchenarchitektur und Ortsgeschichte, die Wanderroute „Duderstadt. Rund um Brochthausen“ beginnt direkt im Ort, und am nördlichen Rand beginnt ein Naturschutzgebiet. So können Sie Ihre Interessen einordnen, ob Sie sich eher für Baugeschichte, eine Wanderung mit historischem Grenzbezug oder einen geschützten Landschaftsraum interessieren.
St. Georg und die Geschichte des Kirchenbaus
Die neugotische Backsteinkirche St. Georg wurde 1890/1891 erbaut. Bemerkenswert ist ihre nahezu vollständig erhaltene originale Innenausstattung. Dazu zählen Hochaltar und Seitenaltar, Kanzel, Taufstein, Fenster, Orgel, Kreuzweg und Gestühl. Der Kirchenraum lässt sich damit nicht nur über seine Bauform, sondern auch über die vielen erhaltenen Elemente seiner Ausstattung beschreiben.
St. Georg ist die dritte Pfarrkirche Brochthausens. Ihre beiden Vorgängerbauten stammen aus dem 14. und 16. Jahrhundert. Ein Balken mit der Jahreszahl 1590 ist bis heute erhalten. Diese Angaben zeigen unterschiedliche Zeitschichten: Die heutige Kirche entstand Ende des 19. Jahrhunderts, während die Geschichte der Pfarrkirchen in Brochthausen weiter zurückreicht. Für Reisende, die sich für Kirchenbau interessieren, stehen so sowohl die neugotische Gestaltung als auch die ältere Pfarrgeschichte im Blick.
Wanderroute und Naturschutzgebiet
Die Wanderroute „Duderstadt. Rund um Brochthausen“ beginnt direkt in Brochthausen. Zu Beginn verläuft sie entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Der Routenstart verbindet damit einen konkreten Wanderbezug zum Ort mit einem historischen Thema. Die Kirche und der erste Abschnitt der Route bieten unterschiedliche Perspektiven auf Geschichte: hier die Entwicklung eines Pfarrkirchenstandorts, dort der Verlauf entlang der ehemaligen Grenze.
Ein weiterer, eigenständiger Bezugspunkt liegt am nördlichen Ortsrand: Dort beginnt das Naturschutzgebiet „Rhumeaue, Ellerniederung, Schmalau und Thiershäuser Teiche“. Es bildet einen anderen thematischen Schwerpunkt als Kirche und Wanderroute.
Ergänzende Kultur im übergeordneten Reiseziel Duderstadt
Im übergeordneten Reiseziel Duderstadt kommt mit der St. Servatiuskirche ein weiterer Kirchenbau hinzu. Sie wurde etwa von 1370 bis 1520 in der Spätgotik erbaut; die Creutzburg-Orgel wurde 1735 fertiggestellt. Das Südportal ist in der Regel täglich von 9 bis 18 Uhr für Besucher geöffnet. Da sich Öffnungszeiten ändern können, empfiehlt es sich, sie vor einem Besuch zu prüfen.
Auch Duderstadts historische Altstadt bietet einen eigenen architektonischen Schwerpunkt: Sie ist durch mehr als 600 farbenfrohe Fachwerkhäuser aus verschiedenen Epochen geprägt. Der Westerturm ist ein Wahrzeichen der Stadt und gehört als ehemaliges Stadttor mit Warten, Wall und Mauer zum mittelalterlichen Befestigungssystem. In seiner Erlebnisstation erfahren Besucher auf interaktive Weise mehr über die mittelalterliche Stadtverteidigung und die Duderstädter Schützengesellschaft.
Im historischen Rathaus befinden sich der alte Ratsweinkeller, eine Folterkammer und weitere Ausstellungsbereiche. Ein Nachtwächter-Rundgang führt durch die von Laternenlicht erhellten Gassen der Altstadt und vermittelt Anekdoten, Geschichten und Wissenswertes zu historischen Sehenswürdigkeiten. Damit unterscheiden sich die Rathaus-Ausstellungen von der geführten Erkundung der Gassen: Beide setzen einen anderen Akzent auf die Geschichte Duderstadts.
Auch für Bewegung gibt es im übergeordneten Reiseziel Duderstadt eigene Routen: Eine offizielle Fahrradrundfahrt führt von Duderstadt über Westerode und Mingerode zum Natur-Erlebniszentrum Gut Herbigshagen. Eine weitere Wanderung beginnt am historischen Rathaus, führt über das Grenzlandmuseum Eichsfeld und Gut Herbigshagen und endet wieder in den historischen Gassen der Duderstädter Altstadt. Diese Routen sind eigenständige Angebote im Kontext Duderstadts; die Wanderroute „Duderstadt. Rund um Brochthausen“ hat ihren Start dagegen direkt in Brochthausen.
Weitere Reiseziele entdecken: Walkenried, Seeburg, Ebergötzen, Fuhrbach, Friedland, Staufenberg, Scheden, Gleichen.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Göttingen.