Die Ruine der alten Laurentiuskirche und der Wasserturm erzählen von unterschiedlichen Kapiteln der Geschichte Merzenichs. An der Kirche lässt sich der Wandel ihrer Bauform nachvollziehen; der Wasserturm verbindet eine frühere Mühlenfunktion mit seiner späteren Rolle als Wahrzeichen. Dazu kommen Kunstwerke aus verschiedenen Jahrhunderten, die weitere historische Akzente setzen.
Laurentiuskirche: von der Basilika zur Ruine
Die erste Laurentiuskirche in Merzenich war eine romanische Basilika. Im 14. und 15. Jahrhundert wurde sie zu einer dreischiffigen Halle mit dreiseitig geschlossenem Chor umgebaut. Die Baugeschichte umfasst damit mehr als eine Gestalt: Auf den romanischen Ursprung folgte eine grundlegende Veränderung des Kirchenraums. Die alte Laurentiuskirche blieb als Ruine erhalten, nachdem begonnene Abbrucharbeiten gestoppt worden waren. Ihre Geschichte umfasst also sowohl den Umbau als auch den Erhalt als Ruine.
Zur Ausstattung der alten Kirche gehörte ein kleiner Schnitzaltar aus einer Brüsseler Werkstatt aus dem frühen 16. Jahrhundert. Sein Schrein zeigt einen figurenreichen Kalvarienberg mit Passionsszenen. Ein weiterer kunstgeschichtlicher Bezug ist der hochgotische Kruzifixus aus der Zeit um 1260 bis 1270, der zur Ausstattung der Laurentiuskirchen in Merzenich gehört. Die beiden Datierungen setzen unterschiedliche Akzente: Der Kruzifixus stammt aus dem 13. Jahrhundert, der Schnitzaltar aus dem frühen 16. Jahrhundert. Zusammen machen sie die lange zeitliche Spannweite der örtlichen Kirchenkunst anschaulich.
Der Wasserturm als Wahrzeichen
Auch der Wasserturm zeigt, wie sich die Nutzung eines Bauwerks verändern kann. Er entstand 1608 als Turm einer Mühle und wurde 1912 zu einem Wasserturm umgebaut. Diese beiden Daten stehen für verschiedene Funktionen desselben Turms; heute ist er das Wahrzeichen von Merzenich. Wer sich für die Ortsgeschichte interessiert, findet damit neben der kirchlichen Baugeschichte ein weiteres markantes Thema: die Umnutzung eines historischen Bauwerks.
Im übergeordneten Reiseziel Düren: Kultur und Landschaft
Über Merzenich hinaus bietet das übergeordnete Reiseziel Düren weitere, eigenständige Themen. In Düren wurde Schloss Burgau 1944 zerstört und blieb bis 1975 eine Ruine. Seit 1998 ist es wiederhergestellt und gilt wieder als Schmuckstück der Stadt. In Jülich eröffnet die nahezu vollständig erhaltene und restaurierte Zitadelle einen anderen Blick auf die Baugeschichte: Zu ihr gehören Wälle, Bastionen und Kasematten sowie ein herzogliches Schloss im Stil der italienischen Hochrenaissance. Die Zitadelle gilt als älteste Anlage ihrer Art nördlich der Alpen. Sie lässt sich auf eigene Faust oder im Rahmen einer Führung erkunden; prüfen Sie vor der Planung die aktuellen Öffnungsarrangements.
Industriegeschichte ist im übergeordneten Reiseziel Düren ebenfalls vertreten. Das Jugendstil-Kraftwerk Heimbach wurde 1905 in Betrieb genommen, ist vollständig erhalten und dient noch heute der Stromgewinnung. Es gilt als in Europa einzigartiges Jugendstilgebäude. In Düren widmet sich das Papiermuseum in seiner Dauerausstellung den unterschiedlichen Facetten des Papiers sowie der Stadt-, Industrie- und Kulturgeschichte und der traditionellen wie modernen Papierherstellung. Blinde und sehbehinderte Besucherinnen und Besucher können dort einen selbstständigen Basisrundgang nutzen; außerdem gibt es Informationsangebote und zahlreiche haptisch erfahrbare Angebote. Das Leopold-Hoesch-Museum setzt mit Gemälden der klassischen Moderne sowie der Nachkriegsmoderne und aktuellen Kunst einen weiteren Schwerpunkt.
Auch für Landschaft und Bewegung gibt es unterschiedliche Anknüpfungspunkte. Der 36 Meter hohe Indemann steht auf der Goltsteinkuppe, der mit knapp 150 Metern höchsten Erhebung der Gemeinde Inden. Von den Aussichtsplattformen eröffnet sich der Blick auf die Landschaft des Tagebaus Inden; auch der ausgestreckte Arm der Skulptur ist begehbar. Die etwa 20 Kilometer lange Dürener Seenrunde führt entlang der Rur zu den Badeseen von Düren. Der RurUfer-Radweg verläuft über Monschau bis Einruhr, am Rursee entlang durch die Rureifel, vorbei an Düren und Jülich und weiter durch die Region Heinsberg bis Roermond. Prüfen Sie vor einer Radtour die aktuellen Streckenbedingungen. Bahnhöfe entlang des RurUfer-Radwegs ermöglichen eine individuelle Routen- und Etappenplanung; einige Einzeletappen lassen sich dadurch auch als Tagesausflug erleben. Aktuelle Bahn- und Fahrradmitnahmebedingungen sollten Sie gesondert prüfen.
So richten Sie Ihre Suche an den Themen aus, die für Ihre Reise tatsächlich wichtig sind.
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