Ein Obstlehrpfad mit mehr als 50 Obstarten, Spuren einer römischen Villa und markante Kirchen geben Mülheim-Kärlich ein vielseitiges Profil. Natur- und Geschichtsthemen stehen hier nebeneinander: Sie können Ihre Reise danach ausrichten, ob Sie eher Landschaft und Wege erkunden oder sich für Baugeschichte und archäologische Funde interessieren.
Obstwiesen und Wege am Kärlicher Berg
Am Hang des Rübenacher Berges liegt der rund 12.500 Quadratmeter große Obstlehrpfad. Er zeigt mehr als 50 verschiedene Obstarten und erklärt die Eigenarten von Stein- und Kernobstbäumen. Zu den genannten Beispielen gehören Pfirsiche, seltene Apfelsorten und Holunder; auch die für Mülheim-Kärlich prägenden Kirschbäume werden vorgestellt. Andreas Anheier bietet in unregelmäßigen Abständen Führungen über den Pfad an. Wenn Sie an einer Führung interessiert sind, fragen Sie vorab lokal nach der aktuellen Verfügbarkeit.
Für einen Spaziergang mit Aussicht ist der Kärlicher Berg eine andere Möglichkeit: Er liegt im Süden von Mülheim-Kärlich auf 202 Metern über NN und eignet sich für einen ausgedehnten Spaziergang. Der Traumpfad Streuobstwiesenweg bietet Panoramaausblicke ins Rheintal und in die Vulkaneifel. Der Obstlehrpfad setzt dagegen den Schwerpunkt auf die Vielfalt und Besonderheiten der Obstbäume.
Auch die beiden benannten Wege lassen sich anhand ihres Verlaufs unterscheiden. Der MK3 Kirschblüten-Panoramaweg beginnt am Nass-Spielplatz am Hoorweiher in Mülheim. Er führt am Lucasweiher und an der Lucas-Mühle vorbei, folgt dem Lützelbach und verläuft über asphaltierte Wirtschaftswege durch Obst- und Holunderfelder zurück zum Ausgangspunkt. Der MK5 Kärlicher Bergweg führt von der Anhöhe durch Obstwiesen zum südlichen Ortsrand von Kärlich, über einen asphaltierten Wirtschaftsweg am Sonnenhof vorbei und durch Obstbaumanlagen westlich zurück zum Kärlicher Berg. Am Startpunkt Dalfter im Stadtteil Kärlich befindet sich ein Wanderparkplatz. Der Kiesrundweg nimmt ein anderes Thema auf und vermittelt Einblicke in die Rohstoffgewinnung zwischen Mülheim-Kärlich und Urmitz.
Von eiszeitlichen Funden bis zur Stadtgeschichte
Der Bereich des Kärlicher Berges zählt zu den bedeutendsten westeuropäischen Fundplätzen eiszeitlicher Tierreste und Artefakte des Homo erectus. Dieser soll hier vor mehr als 600.000 Jahren gelebt haben. Vor dem Bergheiligenhäuschen informieren Schautafeln über erdgeschichtliche Entwicklungen, archäologische Funde und die wirtschaftliche Nutzung des Tons. So treffen auf dem Berg Landschaft und lange zurückreichende Siedlungsgeschichte aufeinander.
Ein weiteres archäologisches Ziel sind die restaurierten Mauerreste einer römischen Villa rustica im südlichen Stadtgebiet. Sie wurde 1983 beim Bimsabbau entdeckt. Das Landgut war im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. bewirtschaftet; die Mauerreste sind bis zu 80 Zentimeter hoch und messen 70 mal 35 Meter. Dort ist außerdem eine antike Fußboden- und Wandheizung aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. zu besichtigen. Der Fundort macht die Ausmaße der Anlage und ein konkretes Detail ihrer Ausstattung anschaulich.
Das Stadtmuseum Mülheim-Kärlich wurde 1985 gegründet und ist seit 2003 gemeinsam mit einem Café in der ehemaligen Feuerwache untergebracht. Zu sehen sind eine vollständig eingerichtete Schulklasse und eine Schusterwerkstatt aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Einen älteren Abschnitt der Ortsgeschichte markiert das Jagdschloss, das Kurfürst Johann II. von Baden um 1480 errichten ließ und das 1635 im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde.
Kirchen und Orientierung für den Aufenthalt
Maria Himmelfahrt in Mülheim ist eine dreischiffige neugotische Hallenkirche. Ihr 60 Meter hoher Turm und die Bauweise aus vulkanischen Krotzen, die mit Tuffplatten verkleidet sind, geben dem Bauwerk prägnante architektonische Merkmale. St. Mauritius in Kärlich blickt auf eine lange Vorgeschichte am heutigen Standort zurück; die Kirche befand sich durchgehend dort. Gemeinsam mit dem Jagdschloss und den Museumsobjekten eröffnet sie weitere Zugänge zur Geschichte des Ortes.
Für Radfahrende stehen in Mülheim-Kärlich 51 Kilometer Radwege zur Verfügung, darunter der Rhein-Radweg. Die Stadt liegt nördlich von Koblenz in unmittelbarer Nähe zum Rhein-Radweg. Wenn Sie eine konkrete Tour planen, lohnt es sich, den Verlauf vorab zu prüfen. Bei der Suche nach einem Hotel können Sie Ihren Schwerpunkt berücksichtigen: Die Wege und Obstthemen sprechen für eine Reise mit Landschaftsbezug, während Museum, Kirchen und archäologische Fundorte zusätzliche kulturgeschichtliche Anknüpfungspunkte bieten.
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