In Rheinböllen können Sie Wanderwege, Tierpark und historische Orte als unterschiedliche Schwerpunkte wählen. Der Puricelli-Rundweg bietet dafür eine konkrete Orientierung: Die 12 Kilometer lange Strecke beginnt und endet am Gemeindezentrum. Wer längere Wanderungen oder besondere Landschaftsformen in den Blick nehmen möchte, findet weitere Anregungen am Soonwaldsteig und am Hochsteinchen.
Auf dem Puricelli-Rundweg unterwegs
Die Runde führt am Lutherglocke-Mahnmal, am evangelischen Pfarrhaus, am Puricelli Stift und an der Marienkapelle vorbei. Auch der alte Friedhof gehört zum Weg; dort sind historische Grabsteine erhalten. Diese Stationen geben der Wanderung einen kulturellen Schwerpunkt. Hinzu kommen ein Aussichtspunkt über Rheinböllen in Richtung Ellern und ein natürlich entstandenes Biotop.
Ein optionaler Abstecher führt zu einer rund 400 Jahre alten Eiche, die als Naturdenkmal ausgewiesen ist. Ihr Stammumfang beträgt mehr als 5,50 Meter. Der Rundweg erreicht außerdem den Parkplatz des Tierparks Rheinböllen. Von dort aus können Wandernde einen Besuch des Parks als zusätzliche Station wählen. Die Route lässt sich so mit historischen Orten und Naturmerkmalen verbinden, ohne dass der Tierparkbesuch verpflichtend Teil der Wanderung ist.
Tierpark und Besucherservice
Im Tierpark Rheinböllen leben mehr als 35 Tierarten. Dazu zählen unter anderem Bisons, Braunbären, Wölfe, Kängurus, Otter, Lamas und Waschbären sowie mehrere Haustierrassen. Der Park gilt als größtenteils barrierefrei; da sich Besucherinformationen ändern können, empfiehlt sich vor dem Besuch ein Blick auf die aktuellen Angaben des Betreibers.
Das Wald-Bistro bietet regionale Spezialitäten und Snacks. Von seiner Terrasse blickt man auf den See. Auch hier können sich die Angebote ändern, daher lohnt es sich, die aktuellen Betreiberangaben vor dem Besuch zu prüfen.
Architektur und Rheinböllener Geschichte
Die Kapelle des Puricelli Stifts wurde 1887 und 1888 im neugotischen Stil erbaut. Ihr neugotischer Mosaikboden gilt wegen seiner Größe und Farbgebung als einzigartig in Rheinland-Pfalz. Für die Ortsgeschichte lohnt auch die Unterscheidung zwischen früher Überlieferung und datierten Rechten: Rheinböllen soll bereits im 12. Jahrhundert einen Marktplatz innerhalb seiner Mauern gehabt haben; die Marktrechte sind für den Zeitraum von 1314 bis 1347 dokumentiert.
Zur Industriegeschichte gehört die Rheinböllerhütte. Unter den Puricellis erlebten die Eisenwerke im 19. Jahrhundert eine wirtschaftliche Blütezeit. Damit stehen in Rheinböllen und seinem thematischen Umfeld Baugeschichte, Marktgeschichte und Industriegeschichte neben den Wanderangeboten.
Hochsteinchen und Soonwaldsteig
Das Hochsteinchen ist eine 648 Meter hohe Felsformation am östlichen Rand des Großen Soon. Dort lässt sich ein stählerner Aussichtsturm besteigen, der unter Denkmalschutz steht. Der 18 Meter hohe Turm hat zwei Plattformen; von dort reicht der Blick in Richtung des Landkreises Bad Kreuznach und der angrenzenden Pfalz. Die Hochsteinchen-Tour beginnt und endet am Parkplatz Schanzerkopf. Am Hochsteinchen gibt es außerdem eine Rastfläche mit Hütte.
Eine längere Wanderoption bietet die vierte Etappe des Soonwaldsteigs: Sie verläuft von der Ellerspring bis nach Rheinböllen an der Rheinböllerhütte. Unterwegs quert die Etappe das Naturschutzgebiet Glashütter Wiesen mit seltenen Blumen und Sommergräsern und berührt das Naturwaldreservat Katzenkopf, einen alten Buchenwald. Wer zwischen Ortsrunde, Tour und Fernwander-Etappe wählt, kann die unterschiedlichen Schwerpunkte und Streckenführungen in die eigene Planung einbeziehen.
Der weitere Rahmen: Rhein-Hunsrück
Im übergeordneten Reiseziel Rhein-Hunsrück umfasst der Rhein-Hunsrück-Kreis weite Teile der Hunsrückhochfläche und der südlich anschließenden Quarzitrücken, darunter den Soonwald. Der Rhein bildet im Bereich des Mittelrheintals zugleich die östliche Kreisgrenze; der Kreis umfasst außerdem weite Bereiche des Hunsrücks als Teil des Rheinischen Schiefergebirges und den linksrheinischen Teil des Oberen Mittelrheintals. Auf Ebene des Kreises gibt es zahlreiche Wanderwege. Auch weitläufige, gut ausgebaute und ausgeschilderte Radwege entlang des Rheins und durch den Hunsrück gehören zum regionalen Angebot. Prüfen Sie bei der Planung die Bedingungen der konkreten Route.
Weitere Reiseziele entdecken: Dill, Ney, Mengerschied, Maisborn, Laudert, Gemünden, Argenthal, Dommershausen.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Rhein-Hunsrück.