In Ellscheid stehen Natur- und Geschichtsthemen nebeneinander. Das Mürmes, ein Moor westlich des Ortes, ist zugleich Naturschutzgebiet und bietet Lebensraum für seltene Pflanzen sowie viele Amphibien- und Insektenarten. Seine Landschaft entstand vor etwa 11.000 Jahren in einer vulkanischen Senke. Dorfgeschichten, historische Zeugnisse und mehrere Wege eröffnen weitere Zugänge zum Ort – mit jeweils eigenen Schwerpunkten, von der Moorlandschaft bis zur Kulturgeschichte.
Mürmes und Wege durch die Landschaft
Das Mürmes umfasst ungefähr 40 Hektar. Als Sehenswürdigkeiten in Ellscheid gelten sowohl das Mürmes als auch der Mittelweiher. Der Mürmesrundweg führt von einem Zugang am Friedhofsparkplatz nach etwa 800 Metern zum Mürmes. Unterwegs geben Stationen Einblicke in die Lebensräume von Mittelweiher und Mürmes. Ein fest installiertes Fernglas dient dem Blick auf das Feuchtgebiet.
Eine weitere Möglichkeit ist der Vulcano-Pfad Määrchenroute. Sie beginnt und endet am Geflügelhof Janshen am Moselweg in Ellscheid und führt zum Mürmes sowie zum Demerather Drees, einer vulkanischen Säuerlingsquelle der Eifel. Der HeimatSpur Antoniusweg setzt einen anderen Schwerpunkt: Er weist geringe Steigungen auf und gilt als geeignet für Familien, Nordic Walker und Jogger. So lassen sich die Wege anhand unterschiedlicher Orientierungspunkte betrachten – bei der Määrchenroute stehen Start, Ziel und erreichte Orte im Vordergrund, beim Antoniusweg Steigungen und die genannte Eignung.
Dorfgeschichten und historische Spuren
Wer Ellscheids Ortsgeschichte kennenlernen möchte, findet einen Dorfrundgang mit 25 Stationen, an denen lokale Geschichten und Geschichte vorgestellt werden. Auch die keltischen Grabhügel gehören zu den historischen Motiven der Umgebung: Die größte Gruppe liegt im Starkenbruch. Die Hügel sind im Wald deutlich sichtbar und werden der Hallstattzeitlichen Eifel-Hunsrück-Kultur zugeordnet.
Ein weiteres Zeugnis der Ortsgeschichte ist die St.-Antonius-Kirche. Ihr ursprünglicher Bau entstand 1772. Die Statuen der Jungfrau Maria, des heiligen Antonius und der heiligen Lucia in der Kirche stammen aus dem 13. Jahrhundert. Diese Angaben geben einen zeitlichen Rahmen für die Baugeschichte und die Figuren; sie ergänzen den Blick auf die älteren Spuren rund um Ellscheid um ein Beispiel aus der Dorfgeschichte.
Die Vulkaneifel im größeren Blick
Über die lokalen Themen hinaus bietet die Vulkaneifel einen eigenen geologischen Rahmen: Maarvulkane, Vulkankegel, Lavaströme und Mineralquellen prägen die Region, hinzu kommen Maare, Geotope und informative Wanderwege. In der Vulkaneifel sind bislang 77 Maare nachgewiesen. Außerdem wurden dort 350 Ausbruchszentren gezählt, etwa 270 davon aus einer jüngeren Phase. Das Ulmener Maar markiert den jüngsten Vulkanausbruch der Vulkaneifel, der vor ungefähr 10.900 Jahren stattfand.
Für die Auswahl einer Tour können Sie sich an den genannten Merkmalen orientieren: am kurzen Zugang zum Mürmes, an den Zielen der Määrchenroute oder an den geringen Steigungen des Antoniuswegs. Wer sich stärker für Ortsgeschichte interessiert, kann den Blick auf den Dorfrundgang, die Grabhügel und die St.-Antonius-Kirche richten. So lassen sich Natur- und Kulturthemen für den eigenen Aufenthalt gewichten, ohne alle Wege oder Sehenswürdigkeiten zu einer einzigen Tour zusammenzufassen.
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