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Halberstadt lässt sich über mehrere eigenständige Kulturthemen entdecken: gotische Baukunst und Kirchenschatz, jüdische Geschichte sowie Literatur des 18. Jahrhunderts. Diese Vielfalt hilft bei der Wahl eines Schwerpunkts für eine Kulturreise: Architektur und Sammlung führen zum Dom, jüdische Geschichte zum Berend Lehmann Museum und zu einer thematischen Führung, Literaturgeschichte zum Gleimhaus.

Dom und Domschatz

Der Dom St. Stephanus & St. Sixtus in Halberstadt wurde zwischen 1236 und 1486 nach französischen Kathedralen-Vorbildern erbaut und zählt zu den bedeutendsten gotischen Kathedralen Deutschlands. Die Bauzeit und die Vorbilder geben zwei konkrete Bezugspunkte, um seine gotische Architektur einzuordnen. Mit dem Domschatz kommt ein anderer Zugang hinzu: Er umfasst mehr als 300 wertvolle Exponate. Dazu gehören Goldschmiedearbeiten, liturgische Gewänder, Skulpturen und Textilien wie der Abraham-Engel-Teppich. Auch der Domschatz zählt zu den bedeutendsten mittelalterlichen Kirchenschätzen der Welt. So stehen am Dom das Bauwerk und beim Schatz die einzelnen Kunst- und Kulturobjekte im Mittelpunkt. Wenn Sie beide Themen verbinden, wechseln Sie innerhalb des kirchlichen Erbes zwischen Architektur und Sammlung, statt zwei gleichartige Sehenswürdigkeiten zu betrachten.

Jüdische Geschichte in Halberstadt

Die Dauerausstellung „Koscher, Klaus & Kupfer“ des Berend Lehmann Museums stellt die Geschichte der Juden in Halberstadt dar. Wer diese Geschichte nicht allein als Ausstellungsthema, sondern entlang benannter Orte kennenlernen möchte, kann die Führung zur jüdischen Geschichte Halberstadts berücksichtigen. Sie beginnt an der Klaussynagoge im ehemaligen jüdischen Viertel, führt über die Peterstreppe, den Domplatz und die jüdische Schule Hascharat Zwi und endet mit dem Besuch des Kunstprojekts „Und der Lebende nehme sich das zu Herzen…“ am Ort der zerstörten Barocksynagoge sowie des Berend Lehmann Museums im Mikwenhaus. So unterscheidet sich die Führung von einem reinen Ausstellungsbesuch: Sie folgt einer Folge benannter Halberstädter Orte und schließt das Kunstprojekt und das Museum ein. Für die Planung sollten Sie Buchung und Terminplanung vor der Reise prüfen.

Das Gleimhaus und seine Porträtgalerie

Das Gleimhaus in Halberstadt ist eines der ältesten deutschen Dichtermuseen und wurde 1862 im ehemaligen Wohnhaus Johann Wilhelm Ludwig Gleims am Halberstädter Dom eingerichtet. Im Gleimhaus ist Gleims sogenannte „Freundschaftstempel“-Porträtgalerie mit zahlreichen Schriftstellerinnen und Schriftstellern sowie weiteren bedeutenden Persönlichkeiten des 18. Jahrhunderts versammelt. Damit bietet das Dichtermuseum einen eigenen literaturgeschichtlichen Schwerpunkt neben der Baukunst des Doms und den Themen des Berend Lehmann Museums.

Den kulturellen Schwerpunkt wählen

Die Angebote unterscheiden sich sowohl nach Gegenstand als auch nach Form. Der Dom steht für gotische Architektur, der Domschatz für eine vielfältige Sammlung; das Berend Lehmann Museum zeigt eine Dauerausstellung, während die Führung mehrere Stationen verbindet. Das Gleimhaus setzt mit dem Dichtermuseum und seiner Porträtgalerie einen Akzent auf Literatur- und Personengeschichte. Sie können daher zuerst entscheiden, ob Sie Baukunst, kirchliche Kunstgegenstände, jüdische Geschichte oder die Dichterwelt des 18. Jahrhunderts vertiefen möchten.

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