Plumaudan bietet mehrere Zugänge zur Ortsgeschichte und zugleich eine klar bezifferte Wanderoption. Die Église Saint-Maudan steht auf den Fundamenten einer Kirche aus dem 12. Jahrhundert; die Fontaine Saint-Maudan hat einen gotischen Bogen am Giebel; eine Kapelle wurde aus einem früheren Stall umgestaltet. Hinzu kommt der 10 Kilometer lange Rundweg „Dans l'air de Plum'“. So lässt sich der Schwerpunkt für einen Aufenthalt zwischen Bau- und Bildgeschichte einerseits und einer benannten Wanderstrecke andererseits setzen.
Kirche und Fontaine: unterschiedliche Baugeschichten
Die Église Saint-Maudan macht zwei Bauphasen unterscheidbar. Sie steht auf den Fundamenten einer Kirche aus dem 12. Jahrhundert; der Grundstein der heutigen Kirche wurde am Sonntag, dem 3. Mai 1846, gelegt. Die Angaben verweisen auf unterschiedliche historische Bezugspunkte: Die Fundamente gehören zu einer früheren Kirche, das Datum zur Entstehung des heutigen Baus. Gerade diese Gegenüberstellung hilft, die lange Geschichte des Kirchenstandorts von der Baugeschichte der heutigen Église zu unterscheiden.
Die Fontaine Saint-Maudan setzt einen anderen Akzent. Das kleine Bauwerk wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts restauriert und hat einen gotischen Bogen am Giebel. Im Inneren befindet sich in einer Nische eine Statue des heiligen Maudan. Restaurierung, Giebelform und Nische eröffnen drei konkrete Blickwinkel auf das Bauwerk: seine Geschichte, ein architektonisches Detail und ein religiöses Bildmotiv. Damit lässt sich die Fontaine nicht allein über ihre Datierung einordnen.
Von einem ehemaligen Stall zum Freskenprogramm
Die Chapelle de la Dormition de la Mère de Dieu in La Touche in Plumaudan erzählt eine andere Baugeschichte. Sie ist eine Kapelle des 20. Jahrhunderts, die aus einem ehemaligen Stall umgestaltet und 1975 eingerichtet wurde. Die Umnutzung ist dabei ein eigener Aspekt: Anders als bei einer Geschichte, die über Fundamente und Grundsteinlegung fassbar wird, steht hier der Wechsel der Gebäudenutzung im Mittelpunkt. Die Jahreszahlen lassen sich ebenfalls auseinanderhalten: Die Kapelle wurde 1975 eingerichtet, die Fresken wurden 1979 ausgeführt.
Die Fresken entstanden im Stil von Théophane le Grec. Ihr Programm umfasst eine Chronologie des Alten Testaments sowie eine Deësis mit Christus, der Jungfrau Maria, Johannes dem Täufer und den Erzengeln Gabriel und Michael. So kommen in einem Bildprogramm zwei verschiedene Formen zusammen: eine zeitlich angelegte Folge und eine Darstellung der genannten religiösen Gestalten. Wer sich für Kunstgeschichte interessiert, findet hier neben der Umnutzung und den Daten auch konkrete Motive, an denen sich die Kapelle einordnen lässt.
Historische Grenzmarkierung und Wanderoption
Bei der Croix du Gacet steht statt Bauphase oder Bildprogramm eine frühere Funktion im Vordergrund. Das mittelalterliche Wegekreuz markierte die Grenze zwischen Plumaudan und Yvignac. Damit kommt zur Geschichte von Kirchen, Kapelle und Fontaine eine weitere Perspektive hinzu: Das Kreuz ist mit einer historischen Grenzmarkierung verbunden. Es ergänzt die Bau- und Kunstgeschichte um die Frage, welche Rolle ein Wegekreuz früher im Raum spielte.
Der Rundweg „Dans l'air de Plum'“ ist 10 km lang und im Topoguide von Dinan Agglomération aufgeführt. Die Längenangabe gibt Ihnen eine konkrete Größe für die Planung einer Wanderung und lässt sich als eigener Schwerpunkt neben den kulturhistorischen Themen betrachten. Vor der Tour lohnt sich ein Blick auf den aktuellen Routenverlauf und die Bedingungen. So können Sie abwägen, ob der Rundweg oder die Bau- und Bildgeschichte Ihren Aufenthalt stärker prägen soll.
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