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In Vertault liegen zwei sehr unterschiedliche historische Schwerpunkte: das gallorömische Vertillum auf einem Plateau und die Église Saint-Pierre-ès-Liens mit Bauteilen aus mehreren Jahrhunderten. Die archäologische Stätte ist für selbstständige Besichtigungen über einen Weg mit Informationstafeln eingerichtet. Wer eine Reise hierher plant, kann seinen Schwerpunkt auf die sichtbaren Überreste der antiken Stadt, die Ortsgeschichte oder die Architektur der Kirche legen.

Das archäologische Gelände von Vertillum

Das Gelände liegt auf einem Plateau in 355 Metern Höhe. Sichtbar sind unter anderem die Überreste römischer Thermen und eines Tempels, zahlreiche unterirdische Strukturen sowie Reste der Befestigungsmauern. Informationstafeln begleiten den Weg über das Gelände und bieten Orientierung zu den verschiedenen Spuren. Das Oppidum de Vertillum ist als archäologische Stätte und Oppidum eingeordnet; seit 1875 steht es als Monument historique unter Schutz.

Auch der Grundriss verweist auf die Größe der antiken Stadt. Er erinnert an ein römisches Schachbrettmuster: Eine große Straße, der Cardo, wird von senkrecht verlaufenden Straßen ergänzt. Vertillum war die bedeutendste gallorömische Stadt des Châtillonnais und lag am Kreuzungspunkt antiker Verkehrswege, die Sens, Langres und Autun verbanden. Am Ende der Antike wurde die Stadt aufgegeben. Diese zeitliche Abfolge – städtische Entwicklung, Verkehrsverbindungen und späteres Ende – gibt den sichtbaren Bauresten einen größeren historischen Zusammenhang.

Vertault und der Circuit de Beauregard

Der Circuit de Beauregard verbindet im Routenverlauf mehrere Aspekte der Umgebung: Er überquert die Laigne, führt durch Vertault und steigt zum archäologischen Gelände von Vertillum hinauf. Am Eingang zu Vertillum verlässt die Route die befestigte Straße und folgt einem Weg, der in den Wald hinabführt. Damit unterscheidet sich diese Routenoption vom selbstständigen Rundgang über das archäologische Gelände: Sie bezieht auch den Ortsdurchgang, die Flussquerung und den Wechsel von befestigter Straße zu Waldweg ein.

Die Église Saint-Pierre-ès-Liens

Die Kirche ergänzt den archäologischen Schwerpunkt um Bau- und Kunstgeschichte aus späteren Epochen. Teile ihrer Mauern stammen aus dem 12. Jahrhundert; das Langhaus wurde 1782 bis 1783 im klassizistischen Stil errichtet. Im südlichen Querhaus wurde unter einer Putzschicht ein Renaissancefresko entdeckt. So treffen an einem Gebäude mittelalterliche Mauerteile, ein späteres Langhaus und ein wiederentdecktes Werk der Renaissance aufeinander.

In der Kirche befinden sich außerdem zwei polychrome Kalksteinarbeiten aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts: eine Gruppe mit dem heiligen Antonius von Padua und eine Statue der heiligen Katharina von Alexandrien. Zur Darstellung der Katharina gehört ein hölzernes Märtyrer-Rad. Zusammen mit den unterschiedlichen Bauphasen geben diese Werke einen eigenen Anlass, die Kirche als weiteren historischen Schwerpunkt Vertaults zu betrachten.

Archäologische Sammlungen

Das Musée du Pays Châtillonnais – Trésor de Vix bewahrt archäologische Überreste auf, die in Vertillum ausgegraben wurden. Zu seiner Sammlung gehören außerdem mehr als 300 Werkzeuge aus verschiedenen Handwerken, darunter Bauhandwerk, Töpferei, Glasherstellung, Schuhmacherei, Weberei, Metallverarbeitung und Knochenbearbeitung.

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