Auf einem Hügel am Fuß einer Kalksteinklippe gelegen, bietet das provenzalische Dorf Lacoste Blicke auf den Luberon und die Monts de Vaucluse. Lacoste lässt sich zu Fuß besichtigen. Dabei begegnen Ihnen unterschiedliche Kapitel der Ortsgeschichte: romanische Elemente in der Kirche Saint Trophime, das historische Portail de la Garde, das Château und Ausstellungen rund um Kunst und Mode. Das macht den Ort interessant für Reisende, die Baugeschichte und heutige kreative Arbeit in einem Besuch zusammenführen möchten.
Dorfwege und Architektur
Die gepflasterte Hauptstraße ist als Rue des Artistes bekannt. Künstlerateliers und Galerien prägen ihren Charakter. Auch mittelalterliche Gewölberäume beherbergen Inszenierungen, die zeitgenössische Kunst und Antiquitäten verbinden. Diese unterschiedlichen Orte geben dem Spaziergang durch Lacoste eine kulturelle Seite, die über einzelne historische Bauwerke hinausgeht.
Die Kirche Saint Trophime stammt aus dem 12. bis 13. Jahrhundert. Sichtbare romanische Elemente finden sich an der Apsis, an der Nordwand und im Innenraum. Das Portail de la Garde geht auf das 14. bis 15. Jahrhundert zurück; wahrscheinlich wurde es in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zusammen mit der Dorfbefestigung wiederaufgebaut. Die Zeitangaben und die erkennbare Architektur helfen, die verschiedenen Bauphasen des Dorfes auseinanderzuhalten.
Château und Ortsgeschichte
Das Château de Lacoste ist zusammen mit seinen Innenhöfen und Trockengräben als „Monument historique“ eingetragen. Die Eintragung erfolgte durch Erlass vom 21. August 1992. Das restaurierte Château bewahrt ein ruinöses Erscheinungsbild und seine historische Bedeutung. Es steht außerdem in Verbindung mit dem literarischen Werk des Marquis de Sade.
Auch La Maison Basse erzählt von wechselnden Nutzungen am selben Ort. Ihre Geschichte reicht acht Jahrhunderte zurück. Das Gebäude diente unter anderem als Bauernhaus, Gasthaus und Raststation für Bärenführer sowie als Kutschenhaus und als Spielstätte, die mit dem Marquis de Sade verbunden war. Wer sich für die vielfältige Vergangenheit Lacostes interessiert, findet hier eine andere Perspektive als in den architektonischen Spuren von Kirche, Tor und Château.
SCAD, Museen und kreative Arbeit
Das Musée SCAD Lacoste vermittelt die Geschichte des Ortes von seinen Ursprüngen bis zu seiner Entwicklung zum europäischen Campus des Savannah College of Art and Design (SCAD). Einen weiteren Blick auf das kreative Angebot bietet SCAD FASH Lacoste: Das Mode- und Filmmuseum verfügt über ein ganzjähriges Ausstellungsprogramm. Für Modeausstellungen nutzt es zwei Gebäude, eines in der Rue Basse und eines in der Rue Saint Trophime. Zweimal jährlich zeigt es Kreationen renommierter Couturiers; konkrete Ausstellungsinhalte können wechseln.
Studio Bee präsentiert eine kuratierte Ausstellung von Modedesigns der SCAD-Absolventinnen und -Absolventen. Auch hier kann sich der konkrete Inhalt der Schau ändern. Im SCAD Alumni Atelier können Besucherinnen und Besucher Arbeitsprozesse ansässiger SCAD-Absolventinnen und -Absolventen beobachten und mehr über ihre kreative Vorgehensweise erfahren. Welche Künstlerinnen und Künstler vor Ort sind und wann sie arbeiten, variiert. Die verschiedenen Stationen verbinden so Ortsgeschichte mit Mode und Einblicken in kreative Prozesse.
Ein Fußweg zur Abbaye de Saint Hilaire
Von Lacostes historischem Ortszentrum führt ein 3,2 km langer Fußweg zur Abbaye de Saint Hilaire an der Grenze zwischen Lacoste und Ménerbes. Wer den Weg in den Besuch einplant, sollte Streckenlänge und Zugangsbedingungen vor Ort prüfen. Für Radfahrende ist Lacoste auch ein Ausgangspunkt, um der Voie Verte du Calavon zu folgen; die Routenbedingungen können sich ändern und sollten vor der Fahrt geprüft werden.
Für die Anreise mit dem Auto stehen am Landschaftsparkplatz neben dem Friedhof kostenlose, schattige Parkplätze zur Verfügung. Da sich die Parkregelung ändern kann, empfiehlt sich eine Prüfung der aktuellen Angaben vor der Anreise. So lassen sich die Ortsbesichtigung, ein möglicher Fußweg zur Abtei und eine Radtour als unterschiedliche Optionen betrachten, statt sie zu einem festen Programm zusammenzufassen.
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