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Carsoli verbindet Naturraum, mittelalterliche Geschichte und Kirchenarchitektur mit einem Aussichtspunkt über den Ort und seine Umgebung. Die Motive unterscheiden sich deutlich: Das Naturschutzgebiet steht für Landschaft, die Überreste des Castello für eine frühe historische Schicht, und zwei Kirchen zeigen eigene Bauformen und Verzierungen. Für Ihre Reiseplanung hilft es, diese Interessen auseinanderzuhalten: Möchten Sie Natur, Aussicht oder die Baugeschichte in den Vordergrund stellen?

Naturraum und Aussicht

Das Naturschutzgebiet Riserva Naturale Grotte di Pietrasecca liegt im Gemeindegebiet von Carsoli und umfasst etwa 110 Hektar. Seine ungefähre Fläche gibt dem geschützten Naturraum eine konkrete Größenordnung. Der Fluss Turano teilt das Gebiet von Carsoli in zwei Teile. Einen anderen Blick bietet die Terrazza Belvedere Carsoli: Von dort reicht der Panoramablick auf den Ort und seine Umgebung. Landschaftlich sind das verschiedene Perspektiven: Der Fluss beschreibt die Gliederung des Gebiets, die Terrasse den Blick auf Carsoli und seine Umgebung.

Die Burg im Weiler Colle Sant’Angelo

Im Zentrum des Weilers Colle Sant’Angelo liegen die Überreste des Castello di Colle Sant’Angelo, auch Forte de' Leoni genannt. Sie bilden den ältesten Teil von Carsoli. Wahrscheinlich wurde die Burg um das Jahr 1000 von den Grafen der Marsi erbaut. Die Bezeichnung Forte de' Leoni ist eine alternative Benennung derselben Burg und meint kein zweites Bauwerk. Damit verbindet Colle Sant’Angelo den ältesten Teil Carsolis mit einem frühen, jedoch nur ungefähr datierten Abschnitt seiner Geschichte.

Kirchenkunst und Bauformen

Ein markantes Detail der Chiesa di Santa Maria in Cellis ist ihr Steinportal. Das Werk des 12. Jahrhunderts bewahrt seine ursprüngliche Form. Seine reiche Pflanzen- und Tierdekoration ist für die Benediktinerarchitektur charakteristisch; erbaut wurde die Kirche von den Mönchen von San Romualdo. Form und Dekoration liefern dabei unterschiedliche Anhaltspunkte: Das Portal bewahrt seine ursprüngliche Gestalt, die Pflanzen- und Tiermotive verknüpfen den Schmuck mit einer für Benediktinerarchitektur charakteristischen Formensprache.

Die Chiesa di Santa Vittoria befindet sich im historischen Zentrum Carsolis. Ihre Gründung zu Beginn des 14. Jahrhunderts wird Carlo I. oder Carlo II. d’Angiò zugeschrieben; sie sollte den Sieg über Corradino di Svevia feiern. Die Gründung wird also zwei möglichen Herrschern zugeschrieben, ihr Anlass ist die Erinnerung an diesen Sieg. Auch der Kirchenraum ist klar gegliedert: Drei Schiffe sind durch Rundbögen voneinander getrennt und enden in einer halbrunden Apsis. Die Rundbögen gliedern die Schiffe, während die Apsis den gemeinsamen Abschluss bildet.

Für einen Architekturvergleich stehen damit zwei Maßstäbe bereit: Bei Santa Maria in Cellis prägt das einzelne Portal mit seinem Schmuck den Blick; Santa Vittoria lässt sich über die Gliederung des gesamten Kirchenraums erfassen. Auch zeitlich liegen unterschiedliche Akzente vor: ein Portalwerk des 12. Jahrhunderts gegenüber einer Gründung zu Beginn des 14. Jahrhunderts.

Weitere Reiseziele entdecken: Barrea, Celano, Gioia Dei Marsi, Villalago, Tagliacozzo, Rovere, Collettara, Navelli.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: L-Aquila.

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