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Grizzana Morandi verbindet Kunst- und Baugeschichte mit einer Landschaft im Apennin. Besonders konkret wird der Kunstbezug in der Casa Museo Giorgio Morandi: Erhalten sind die vollständige Einrichtung und das Atelier, in dem Giorgio Morandi einige seiner bekanntesten Bilder malte. Dazu kommen historische Dörfer, Kirchen und Wege rund um Montovolo. Je nach Interesse kann der Schwerpunkt auf Morandis Werk, sakraler Architektur oder Bewegung in der Landschaft liegen.

Kunst rund um Morandi

Die Casa Museo macht Morandis Arbeitsumgebung zum Ausgangspunkt: Neben dem Atelier ist die vollständige Einrichtung bewahrt. In den Fienili del Campiaro zeigt sich ein weiterer Bezug zu seinem künstlerischen Umfeld. Seit 2000 beherbergen die Fienili das Centro di Documentazione; außerdem gibt es dort Ausstellungsräume für Künstler, die an der Accademia delle Belle Arti di Bologna Schüler Morandis waren. In den Gebäuden befinden sich auch die von der Associazione Liberi Incisori betriebenen Werkstätten für Radierung und Calcografie. So stehen am selben Ort Dokumentation, Ausstellungen und grafische Techniken nebeneinander.

Wer sich für künstlerische Verfahren interessiert, findet in den Werkstätten einen anderen thematischen Zugang als im Atelier der Casa Museo. Für die konkrete Planung eines Besuchs der Rocchetta Mattei ist zu beachten, dass eine Führung die Besucher während des gesamten Rundgangs begleitet. Die aktuellen Besuchsinformationen sollten Sie vorab prüfen.

Kirchen, Dörfer und Baugeschichte

Die Rocchetta Mattei ließ Graf Cesare Mattei (1809–1896) auf den Ruinen der Rocca di Savignano errichten, die aus dem 13. Jahrhundert stammt. Der Ort verbindet damit die Geschichte des Grafen mit dem älteren Bauplatz. Eine andere Epoche vertritt das Oratorio di Santa Caterina d’Alessandria di Montovolo: Es stammt aus der Zeit zwischen 1217 und 1219 und ist mit einem Bildzyklus aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts geschmückt. Die Szenen zeigen das Leben der heiligen Katharina von Alexandrien.

Auch die Chiesa di Santa Maria Assunta di Riola bietet einen besonderen architekturgeschichtlichen Bezug: Sie war das erste christliche Gotteshaus, das Alvar Aalto entwarf. Das Santuario di Santa Maria della Consolazione wurde im 13. Jahrhundert auf den Überresten einer früheren Kirche errichtet. Wer statt einzelner Kirchen ein historisches Ortsbild in den Blick nehmen möchte, kann den Borgo La Scola als nahezu unverändert erhaltenes und als historisches Zentrum anerkanntes Dorf betrachten. Campolo ist als „Dorf der Steinmetze“ bekannt; an den Hängen des Montovolo entwickelte sich eine bedeutende Tradition der Sandsteinverarbeitung im Apennin.

Montovolo und Wege durch die Landschaft

Grizzana Morandi liegt auf einem Höhenrücken mit Blick über die Täler des Reno und des Setta. Am Montovolo wird die Verbindung von Landschaft und Kulturerbe besonders deutlich: Der Berg ist 912 Meter hoch. Auf seinem Gipfel befinden sich ein Heiligtum, eine etwa neun Jahrhunderte alte Krypta und ein der heiligen Katharina gewidmetes Oratorium. Hinzu kommt der sogenannte Balzo, ein mehrere hundert Meter hoher Steilhang mit Blick über das darunterliegende Tal am Reno. Die Landschaft am Montovolo wird durch den Parco provinciale di Montovolo-Vigese und das Natura-2000-Netz geschützt.

Für eine Wanderung gibt es einen 14 Kilometer langen Weg, der am Bahnhof Riola beginnt und über die Rocchetta Mattei, La Scola, Cà Dorè, Predolo und den Borgo degli Sterpi nach Campolo am Fuß des Montovolo führt. Er folgt dem mit dem CAI-Wegweiser 039 markierten Verlauf. Die Wegbedingungen sollten Sie vor dem Aufbruch prüfen. Davon unterscheidet sich die Via Mater Dei deutlich: Dieser rund 157 Kilometer lange Pilgerweg verläuft in sieben Etappen zu den Marienheiligtümern des Bologneser Apennins und führt unter anderem durch Grizzana Morandi.

Auch Radfahren ist eine Option. Die Grizzana Bike Area umfasst kartierte und befahrbare Radstrecken im Gebiet von Grizzana Morandi und den angrenzenden Gemeinden. Die im Juni 2025 veröffentlichte Projektinformation nennt Mowi für technische Streckenangaben, den erforderlichen Erfahrungsstand, empfohlene Fahrradtypen sowie Informationen zu Dienstleistungen, Verpflegung und lokalen Aktivitäten. Plattformabdeckung und Services können sich ändern; prüfen Sie diese Angaben für Ihre Planung.

Riola als Orientierungspunkt

Der SFM-Bahnhof Riola ist ein intermodaler Verkehrsknoten für umweltfreundlichen Tourismus und liegt in unmittelbarer Nähe des Komplexes der Rocchetta Mattei. Zugleich beginnt dort der beschriebene 14-Kilometer-Wanderweg. Riola bietet damit einen konkreten Bezugspunkt, wenn Sie den Besuch der Rocchetta Mattei und einen Weg durch die Orte am Montovolo in Ihre Planung einbeziehen möchten.

Weitere Reiseziele entdecken: San Giovanni In Persiceto, Monzuno, Tolè, Sacerno, Gaggio Montano, San Martino in Pedriolo, Pieve Di Cento, Ripoli.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Bologna.

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