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Bologna erschließt sich besonders gut über seine Portiken. Die UNESCO-Portiken umfassen eine Auswahl von zwölf Portiken innerhalb des insgesamt 62 Kilometer langen städtischen Portikuswegenetzes, des größten der Welt. Die zwölf ausgewählten Portiken sind dabei Teil eines viel größeren Zusammenhangs. Die Bau- und Instandhaltungstradition der Portiken reicht vom 12. bis ins 21. Jahrhundert. Auch ihre Nutzung gehört zum Bild der Stadt: Die überdachten Räume der zwölf ausgewählten Portiken bleiben Privateigentum und werden öffentlich genutzt.

Portiken in unterschiedlichen Maßstäben

Eine besonders markante Verbindung führt von der Porta Saragozza zum Santuario di San Luca. Eine vier Kilometer lange Straße, die an der Porta Saragozza beginnt, ist mit einem Portikus verbunden. Dieser besitzt mehr als 600 Bögen und gilt als der längste der Welt. So begegnet Ihnen neben dem weitläufigen städtischen Netz auch eine klar benannte Verbindung zum Santuario. Die vier Kilometer beschreiben diese einzelne Strecke; die 62 Kilometer beziehen sich auf das Portikuswegenetz der Stadt insgesamt.

Auch im historischen Zentrum zeigen sich unterschiedliche Facetten des baulichen Erbes. Bolognas mittelalterliche Altstadt zählt zu den ausgedehntesten und am besten erhaltenen Europas. Die Komponente Pavaglione, Banchi e Piazza Maggiore umfasst einen der bedeutendsten und am besten erhaltenen mittelalterlichen öffentlichen Räume Europas. Der Pavaglione ist zugleich der längste ununterbrochene Portikus in Bologna. An diesen Details lässt sich sowohl die Größe des historischen Zusammenhangs als auch die Besonderheit einzelner Abschnitte ablesen.

Architektur und Wissensgeschichte

Der Palazzo dell’Archiginnasio erzählt von einem konkreten Wandel des Universitätsunterrichts. Er wurde 1562 und 1563 auf Veranlassung des päpstlichen Legaten Kardinal Carlo Borromeo und des Vizelegaten Pier Donato Cesi errichtet. Der Entwurf stammte vom bolognesischen Architekten Antonio Morandi, genannt Terribilia. Das Gebäude sollte dem zuvor auf verschiedene Orte verteilten Unterricht einen einheitlichen Sitz geben. Damit ist die Geschichte des Palazzo eng mit der Organisation des Studiums verbunden.

Ein besonderer Teil des Archiginnasio ist das Teatro Anatomico. Antonio Paolucci, genannt il Levanti und ein Schüler der Carracci, entwarf es 1637 für anatomische Lehrveranstaltungen. Der Raum ist aus Tannenholz gefertigt. Zwei Reihen von Statuen gliedern seine Ausstattung: unten stehen zwölf berühmte Ärzte, oben zwanzig der bekanntesten Anatomen des bolognesischen Studio. Baujahr, ursprüngliche Funktion, Material und Figuren erzählen gemeinsam von der Verbindung zwischen Architektur und Lehre.

In der Basilica di San Petronio liegt ein weiteres historisches Detail: Die Orgel wurde um 1470 von Lorenzo da Prato gebaut und gilt als die älteste noch genutzte Orgel der Welt. Wer sich für die Musikgeschichte Bolognas interessiert, kann diesen Bezug mit dem heutigen kulturellen Schwerpunkt der Stadt verbinden. Bologna trägt den Titel „Creative City of Music“. Die Sala della Musica ist Italiens erste permanente Ausstellung zur Geschichte der Popularmusik einer Stadt.

Altstadt, Küche und Entdeckungen im Freien

Das Quadrilatero liegt im Herzen der historischen Altstadt. Seine handwerkliche, kaufmännische und kommerzielle Tradition reicht bis ins Mittelalter zurück. Auch die kulinarische Seite Bolognas hat eine lange Überlieferung: Frische Eierpasta gehört zu den bekanntesten Produkten der Stadt; die Tradition beruht auf Rezepten, die über Generationen weitergegeben wurden. In der Innenstadt wird außerdem ein traditioneller Kochkurs angeboten. Wenn Sie ihn in Ihre Planung aufnehmen möchten, prüfen Sie vorab, ob er zu Ihrem Termin verfügbar ist.

Nicht alle Entdeckungen führen zu einem Gebäude oder einer kulinarischen Tradition. Bologna bietet das ganze Jahr über mehrere Trekkingrouten, auf denen sich Kunst, Architektur und Natur im Stadtgebiet entdecken lassen. Das ergänzt die historischen Orte um eine weitere Perspektive auf die Stadt. Für Ihre Auswahl können Sie sich an den Themen orientieren, die Sie besonders interessieren: an der langen Baugeschichte der Portiken, an Architektur und Wissensgeschichte, an Musik oder an der lokalen Küche. So ergeben sich unterschiedliche Anknüpfungspunkte, während Bologna selbst der gemeinsame Rahmen Ihrer Reise bleibt.

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