Tossignano verbindet markante Geschichtsspuren mit Wegen in der Landschaft der Vena del Gesso Romagnola. Für die Wahl eines Aufenthalts stehen damit unterschiedliche Schwerpunkte zur Verfügung: historische Orte im Dorf, Aussicht auf die Landschaft und Wanderstrecken vom Rundweg bis zur Etappe.
Rocca, Museum und kirchliche Geschichte
An der Piazza Andrea Costa befindet sich das Museo della Vena del Gesso Romagnola im historischen Palazzo Baronale. Die Rocca di Tossignano hat eine längere Vorgeschichte: Die Bolognesen errichteten sie 1256 auf den Resten früherer Befestigungsanlagen. 1537–1538 ließ Papst Paul III. Farnese die Festung endgültig zerstören. Von der Rocca bietet sich ein Panoramablick auf die Vena del Gesso und das Santerno-Tal.
Zu Fuß ist die Rocca über die Via Don Angelo Bughetti oder vom Hauptplatz aus erreichbar. Das Gelände ist privat; prüfen Sie den Zugang vor Ort. So lässt sich der Besuch der Ruinen mit einem konkreten Blick auf die umgebende Landschaft verbinden, ohne den Zugang als selbstverständlich vorauszusetzen.
Auch San Girolamo gehört zur Ortsgeschichte. Die dem heiligen Hieronymus geweihte Kirche entstand zunächst als Oratorium; später wurde sie in Längsrichtung erweitert und zu einer Kirche umgebaut. Porta Raimondi ist ein antiker Eingang von Tossignano. Nahe dem oberen Ortsbereich ist außerdem ein antiker Selenitsteinbruch bis heute erhalten. Zusammen geben diese Orte verschiedene Anknüpfungspunkte für einen kulturgeschichtlichen Rundgang, von einem früheren Zugang bis zu einem erhaltenen Steinbruch.
Felswand und Wege in der Vena del Gesso
Die Riva di San Biagio ist eine imposante Felswand am Südhang der Vena del Gesso Romagnola, zwischen der Sella di Ca’ Budrio und Tossignano Alta. Vom Hügel mit den Rocca-Ruinen oberhalb von Tossignano Alta ist sie gut sichtbar. Der CAI-Weg 705 führt an der Felswand vorbei; seine Variante 705b erreicht deren Gipfel am Passo della Prè. Aussicht und Wegverlauf sind dabei zwei verschiedene Möglichkeiten, die markante Felsformation wahrzunehmen.
Eine weitere Route mit eigenem Landschaftsprofil ist die 16. Etappe der Alta Via dei Parchi. Sie verläuft fast vollständig entlang des Kamms der Vena del Gesso. Im Parco di San Mamante gibt es einen Rundweg mit einem Aussichtspunkt auf die Gola del Tramosasso. Eine Wegfolge führt auf dem Pfad AI 705 bis zum Casetto di Sansone und anschließend über die Via Castiglione und den Vicolo Saldoni zurück zur Piazza Andrea Costa.
Etappen und lokale Tradition
Der Cammino di Sant’Antonio bietet eine weitere konkrete Wandermöglichkeit: Seine 12. Etappe führt von Tossignano zum Parco Naturale del Carnè über 22 Kilometer; bis nach Brisighella kommen weitere vier Kilometer hinzu. Die Etappe verläuft durch den Park der Vena del Gesso Romagnola und erreicht über die Weiße Straße von Monte Mauro das Rifugio Ca’ Carnè. Damit stehen für die Planung sowohl ein Weg mit benannten Abschnitten in der Landschaft als auch eine ausgeschilderte Etappenstrecke mit angegebenem Umfang zur Auswahl.
Eine kulturelle Tradition ist die Festa della Polenta in Tossignano. Sie wird seit dem 1. Februar 1622 gefeiert, ausgenommen die Jahre 1942 bis 1945. Wenn das Fest für Ihre Reise eine Rolle spielt, prüfen Sie die Termine vor dem Besuch.
Bei der Suche nach einem Hotel in Tossignano können Sie zunächst entscheiden, welcher Schwerpunkt Ihren Aufenthalt prägen soll: die Geschichte der Rocca und der historischen Ortsstationen, die Aussicht auf die Vena del Gesso oder eine der beschriebenen Wanderstrecken. So richtet sich die Auswahl nach dem geplanten Besuch, statt verschiedene Wege und Sehenswürdigkeiten zu einem einzigen Ausflug gleichzusetzen.
Weitere Reiseziele entdecken: Scuola, Grizzana Morandi, Castel San Pietro Terme, Castello Di Serravalle, Baricella, Anzola Dell'emilia, Vergato, Borgo Tossignano.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Bologna.