Am linken Hang des rio Ponticelli liegen ausgedehnte Badland-Becken, die in pliozänen Tonen entstanden sind. Das Geosit „Calanchi versante sinistro del rio Ponticelli“ verbindet so einen klar benannten Landschaftsraum mit seiner geologischen Entstehung. Wenn Sie neben Bauwerken auch die Landschaft als Teil einer Entdeckungsreise betrachten möchten, bietet dieser Ort einen konkreten Naturbezug.
Kunst in der Landschaft: Casa Sartelli
Casa Sartelli diente Germano Sartelli ab 1970 als Atelier, in dem er seine Materialkunstwerke entwarf und schuf. Heute beherbergt das Haus Skulpturen der Serie „Foreste“; im umliegenden Wäldchen befinden sich außerdem Metallinstallationen. Ateliergeschichte, Werke und Umgebung geben dem Kunstthema mehrere Facetten: Die Casa ist sowohl mit Sartellis künstlerischer Arbeit als auch mit konkreten Werkgruppen verbunden. Ein schmaler Weg durch die Badlands des Santerno-Tals führt zur Casa Sartelli. Damit treffen in diesem Teil der Landschaft ein geologischer Bezug und ein Kunstort aufeinander, ohne dass sie dasselbe Thema wären.
Kirchengeschichte und römische Funde
Die Chiesa di San Savino Vescovo in Ponticelli ist seit dem 12. Jahrhundert belegt. Ihre Geschichte lässt sich nicht nur an dieser frühen Erwähnung festmachen: Als Pieve war die Kirche mit einem Taufbecken ausgestattet und übte bereits damals Pfarrfunktionen aus. Das gibt einen Einblick in ihre historische kirchliche Rolle und ergänzt die Kunst- und Landschaftsthemen um einen weiteren, eigenständigen Zugang zur Ortsgeschichte.
Auch archäologische Funde führen in Ponticelli zurück in die römische Geschichte. Der Leone di Ponticelli wurde nahe dem Wehr des Fiume Santerno gefunden. Nach einer 2023 vorgestellten archäologischen Deutung gehörte er wahrscheinlich zu einem monumentalen Grab neben einer großen Domus. Ein anderer Fund ist ein Kopf des Dionysos und des betrunkenen Bacchus: Er wurde 1933 auf dem Podere Tombazza in Ponticelli entdeckt. Auch dieser Kopf gehörte wahrscheinlich zu einer Domus, die von großer Bedeutung sowie hoher baulicher und dekorativer Qualität war. Die Deutungen sind als wahrscheinlich formuliert; die Funde bieten zwei konkrete, unterschiedlich verortete Anknüpfungspunkte für das archäologische Thema.
Ein kulinarischer Anlass
Die Sagra dei Maccheroni in Ponticelli findet seit den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts statt. Bei dem Fest werden Maccheroni al ragù zubereitet und ausgegeben. Damit kommt neben Landschaft, Kunst, Kirche und Archäologie auch eine kulinarische Tradition als möglicher Anlass für die Reise hinzu. Wenn Sie Ihren Aufenthalt mit der Sagra verbinden möchten, prüfen Sie die Termine der jeweiligen Ausgabe. Das Gericht ist klar benannt; einzelne Programmdetails können von Ausgabe zu Ausgabe variieren.
Die Themen lassen sich je nach Interesse unterschiedlich gewichten: Die Badland-Becken stehen für die Entstehung der Landschaft, Casa Sartelli für Materialkunst, die Chiesa di San Savino Vescovo für eine lange kirchliche Geschichte und die Funde für archäologische Deutungen mit ausdrücklich unsicherem Charakter. Die Sagra wiederum führt zu einer wiederkehrenden kulinarischen Tradition. So bietet Ponticelli mehrere eigenständige Ansatzpunkte, um einen Aufenthalt kulturell, landschaftlich oder mit Blick auf das Fest zu planen.
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