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Ozzano Dell Emilia verbindet römische Geschichte mit einer von Calanchi geprägten Hügellandschaft. Für die Reiseplanung ergeben sich damit zwei Blickrichtungen: In Claterna und San Pietro führen Museen, archäologische Zeugnisse und historische Bauwerke in die Vergangenheit; die Flaminia Minor und das Landschaftsbild setzen einen räumlichen Akzent. Wer die Themen ordnet, kann den Schwerpunkt auf die antike Stadt, die Geschichte einzelner Bauwerke oder die Wege über den Höhenzug legen.

Claterna und die Flaminia Minor

Das Museo della Città romana di Claterna wurde am 30. März 2019 eröffnet. Es erläutert anhand archäologischer Funde und aussagekräftiger Materialien die Ursprünge und die Wiederentdeckung der antiken Stadt. Damit verbindet es zwei historische Fragen: Wie entstand Claterna, und wie wurde die Stadt später wiederentdeckt? In der archäologischen Stätte Claterna befindet sich zudem die musealisierte Ausgrabung der Domus dei Mosaici. Museum und Ausgrabung setzen unterschiedliche Akzente: Das Museum behandelt Ursprünge und Wiederentdeckung, die musealisierte Domus lenkt den Blick auf einen konkreten archäologischen Ort.

Auch die Flaminia Minor verbindet antike Geschichte mit einer heutigen Routenbeschreibung. Ihre Entstehung wird vermutlich auf etwa 187 v. Chr. datiert; sie verband Bononia, Claterna und Arezzo. Der heutige Verlauf folgt größtenteils dem CAI-Weg Nr. 801, beginnt bei der antiken römischen Stadt Claterna in Ozzano dell'Emilia und führt entlang eines Höhenzugs, der von Calanchi und eindrucksvollen Panoramablicken geprägt ist. Historische Verbindung und heutiger Verlauf beantworten unterschiedliche Fragen: Die drei Ortsnamen ordnen die Straße in die Vergangenheit ein, während die heutige Route Landschaft und Wegführung zusammenführt.

San Pietro: Torre, Borgo und Brunnen

Die Torre von San Pietro wird erstmals 1099 mit der Burg Ulgianum in Verbindung gebracht. Zusammen mit dem alten Borgo di San Pietro bildet der Turm ein restauriertes historisches Ensemble; die alten Gebäude sind noch in ihrer ursprünglichen Geschlossenheit zu bewundern. Nahe der Kirche befinden sich zwei Brunnen Delle Armi aus dem 15. Jahrhundert. Ihr Name geht auf eine Bologneser Familie zurück, die hier einen herrschaftlichen Wohnsitz hatte. Die Torre bietet einen datierten historischen Bezug, während Borgo und Brunnen andere Aspekte in den Vordergrund rücken: die Geschlossenheit der alten Gebäude und die Herkunft des Brunnennamens.

Calanchi und Routen im Landschaftsbild

Im östlichen Bereich des Regionalparks Gessi Bolognesi e Calanchi dell'Abbadessa unterbrechen die zerklüfteten Rücken der Calanchi dell'Abbadessa die sanften Hügellandschaften von Ozzano dell'Emilia. Auf dem heutigen Verlauf der Flaminia Minor gehören Calanchi und eindrucksvolle Panoramablicke zum Höhenzug; so kommen Routenverlauf und Landschaftsformen in einer Beschreibung zusammen.

Die Ciclovia dei Gessi di Gaibola ist einschließlich des Abstechers zur WWF-Flussoase Molino Grande 21 km lang. Das ist ein anderer Bezugspunkt als bei der Flaminia Minor: Dort stehen die historische Verbindung und der beschriebene Verlauf über den Höhenzug im Mittelpunkt, hier die Gesamtlänge samt Abstecher. Wer Kulturgeschichte und Landschaft gegeneinander abwägt, kann diese unterschiedlichen Informationen als Orientierung für den eigenen Schwerpunkt nutzen.

Weitere Reiseziele entdecken: Sacerno, Tossignano, Castenaso, San Benedetto Val Di Sambro, Bentivoglio, Baragazza, San Giovanni In Persiceto, Portonovo

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Bologna.

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