Die rund 10 Kilometer lange Greenway del Lago di Como führt durch Griante. Sie können die Strecke in etwa dreieinhalb Stunden vollständig zu Fuß gehen oder nur einzelne Abschnitte wählen. Auch ein Teil der historischen Via Francigena Romana verläuft durch den Ort. So stehen unterschiedliche Wege für Ihre Planung zur Auswahl – von der längeren Gesamtstrecke bis zum Spaziergang im Hinterland.
Wege, Zeiten und Landschaft
Die Via dei Castelli ist ein einfacher Spazierweg im Hinterland und eine Alternative zur Greenway. Unterwegs führt sie an verschiedenen Stätten alter Befestigungsanlagen vorbei. Für die Via dei Castelli dauert eine Strecke etwa 40 Minuten; neben dem Ausgangspunkt gibt es kostenlose und kostenpflichtige Parkplätze. Die Zeitangaben geben eine Orientierung für die Wahl zwischen den Routen: etwa dreieinhalb Stunden für die vollständige Greenway und rund 40 Minuten je Strecke auf der Via dei Castelli. Dauer und Parkplatzmöglichkeiten können sich ändern. Prüfen Sie diese Angaben deshalb vor Ihrer Tour.
Eine Wanderung führt von Griante zum Sasso San Martino; von dort bietet sich ein weiter Blick über den Comer See. Das Gebiet um den Sasso war Teil der Cadorna-Linie, einer wichtigen Verteidigungslinie des Ersten Weltkriegs. Schützengräben, Stollen und gepanzerte Stellungen zeugen davon. Der weite Blick über den Comer See trifft hier auf die Spuren der Cadorna-Linie.
Für Fahrten über den See ist Cadenabbia ein wichtiger Bezugspunkt. Dort befindet sich einer der wichtigsten Fähranleger, der das Zentrum des Comer Sees mit Varenna und Bellagio verbindet. Wenn Sie eine Fährfahrt einplanen, prüfen Sie vorher den aktuellen Fahrplan.
Kirchen und Kunstgeschichte
Die Chiesa di San Martino steht auf einer natürlichen Terrasse auf 475 Metern Höhe. Von dort reicht der Panoramablick über den Comer See und die Berge im Hintergrund. Auch ihre Namensgeschichte lässt sich zeitlich einordnen: Bereits Ende des 16. Jahrhunderts bestand die Kirche als San Martino al Monte. Etwa Mitte des 17. Jahrhunderts erhielt sie ihren heutigen Namen und Titel.
In der Chiesa dei Santi Nabore e Felice treffen zwei Kunstwerke aus unterschiedlichen Zeiten aufeinander. Ein Freskofragment aus dem 14. Jahrhundert stellt die Anbetung der Heiligen Drei Könige an der Grotte von Bethlehem dar. Außerdem befindet sich dort ein Altarbild zur Himmelfahrt Mariens, gemalt von Alessandro Maganza (1556–1632), einem Schüler Tizians. Das Fresko und das Altarbild bieten zwei klar unterscheidbare religiöse Bildthemen.
Die Chiesa Anglicana dell’Ascensione war die erste auf italienischem Staatsgebiet errichtete anglikanische Kirche. Ihre Architektur weist Merkmale der lombardischen Spätgotik des 15. Jahrhunderts auf. Dazu zählen das einschiffige Langhaus, große Querbögen und eine Fensterrose an der Fassade. Kleine Bögen unter den Dachtraufen sowie Fialen über den tragenden Pfeilern ergänzen das Bild. Die Bauformen machen den regionalen Stil an konkreten Elementen erkennbar.
Villen und historische Schichten
Zwischen Griante und Cadenabbia liegt die zum See ausgerichtete historische Villa Maresi. Sie entstand zwischen 1895 und 1905 auf den Ruinen eines alten Herrenhauses, das zu einem Befestigungskomplex gehörte. Die Villa steht in einem Park am Fuß des Sasso di San Martino und ist im englischen neugotischen Stil gestaltet. Sie befindet sich in Privatbesitz.
Auch Villa Collina ist mit älteren Bauresten verbunden: Sie steht auf den Ruinen eines mittelalterlichen Turms und ist von einem Park umgeben. Einen früheren Zeitbezug bietet die Villa Margherita in Cadenabbia di Griante. Sie wurde 1853 im Auftrag des Verlegers Giulio Ricordi erbaut. Zusammen zeigen die Villen unterschiedliche historische Bezüge – von mittelalterlichen Ruinen bis zu Residenzen des 19. Jahrhunderts.
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