In Plesio stehen Sakralbauten verschiedener Epochen neben Rundwegen, Aussichtspunkten und sommerlicher Almwirtschaft. Für die Planung ergeben sich so zwei unterschiedliche Schwerpunkte: Baugeschichte und religiöse Kunst auf der einen, Wegziele und Landschaft auf der anderen Seite.
Kirchen, Kunst und Baugeschichte
Das Santuario della Madonna di Breglia wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erbaut. Zum Heiligtum führt ein Kreuzweg mit Darstellungen der Rosenkranzgeheimnisse. Im Santuario wird außerdem eine Madonna aus Marmor aufbewahrt, die seit mehr als zwei Jahrhunderten verehrt wird. Ein Tatti aus Breglia brachte die Statue 1740 aus Genua. Kreuzweg und Madonna verbinden damit die Gestaltung des Zugangs zum Santuario mit einer konkreten religiösen Überlieferung.
Die Geschichte der Kirche San Fedele reicht weiter zurück: 1582 wurde sie zur Pfarrkirche erhoben; zwischen 1808 und 1836 baute man sie teilweise wieder auf. Das heutige Gebäude der Kirche San Gregorio Magno in Breglia stammt dagegen aus dem Jahr 1873. Es ersetzte einen älteren Bau, der durch einen großen Erdrutsch zerstört worden war. Die Kirche Santa Maria Maddalena in Barna stammt aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Im Vergleich zeigen diese Daten unterschiedliche Einschnitte: eine Erhebung zur Pfarrkirche, einen teilweisen Wiederaufbau und einen Neubau nach Zerstörung.
Auch ein Waschhaus in Barna fällt durch seine Architektur auf. Das aufwendigste Waschhaus befindet sich in einem Laubengang, der von allen vier Seiten geöffnet und von einer Kreuzgratkuppel überwölbt ist. Hier lässt sich die offene Bauform unmittelbar von der Überwölbung unterscheiden. Oberhalb der Siedlung Ligomena liegen die Überreste des Marmorsteinbruchs Fiamma di Plesio. Von 1935 bis 1955 wurde er etwa zwei Jahrzehnte lang ausgebeutet. Die Kirchen, das Waschhaus und der Steinbruch stehen so für verschiedene Aspekte der Bau- und Ortsgeschichte.
Rundwege und Wegziele
Der Rundweg Anello del Munt beginnt nahe der Cappella del Bergum. Von Mulino Spinzi geht man etwa 40 Minuten über eine Bergstraße zur Piazza, bevor der beschriebene Ausgangspunkt erreicht wird. Unterwegs bietet der Rundweg einen Blick auf den Lago Ceresio. Wer ein bestimmtes Ziel vor Augen hat, kann die weiteren Routen danach unterscheiden: Der Anello di San Domenico führt vom Ortsteil Breglia zu einem Aussichtspunkt bei der Cappella di San Domenico; vom Oratorio di Sant’Amate aus kann man den Weg zum Monte Bregagno nehmen.
Eine weitere Tour führt von Breglia zum Rifugio Menaggio. Ihr Verlauf wechselt zunächst über eine asphaltierte Straße und anschließend auf einen Waldweg entlang einer für den Verkehr gesperrten Schotterstraße. Damit unterscheiden sich die Beschreibungen nicht nur durch ihre Zielpunkte, sondern auch durch den genannten Untergrund. Straßen- und Wegbedingungen können sich saisonal ändern; prüfen Sie deshalb die aktuelle Beschaffenheit vor dem Aufbruch.
Sommerliche Almwirtschaft
Auf der Alp Nesdale wird weiterhin sommerliche Transhumanz betrieben und Käse hergestellt. Transhumanz bezeichnet den jahreszeitlichen Wechsel von Vieh zwischen Weidegebieten. Zusammen mit der Käseproduktion gibt dieser Begriff der sommerlichen Bewirtschaftung einen konkreten Inhalt: Es geht nicht nur um einen Namen für eine Alp, sondern um eine fortgeführte landwirtschaftliche Praxis. Als Thema ergänzt sie die Kirchen und Wanderwege um einen weiteren Blick auf das Leben in der Berglandschaft.
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