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Riccia verbindet historische Architektur, überlieferte Handwerkskunst und den Naturraum des Bosco Mazzocca. Die Sehenswürdigkeiten setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Das Castello erzählt von einer früheren Wachfunktion, im Museum stehen Gegenstände der lokalen Tradition im Mittelpunkt, und der Wald bietet Raum für Spaziergänge und Picknicks. So können Sie Ihre Reise nach den Themen ausrichten, die Sie besonders interessieren.

Castello di Riccia: Form und frühere Funktion

Das Castello di Riccia ist fast zwanzig Meter hoch und hat einen zylindrischen Grundriss. An seiner Spitze bewahrt es eine steinerne Bekrönung aus Kragsteinen. Der Hauptturm diente als Wachturm über dem Tal – ein Detail, das die frühere Funktion des Bauwerks erklärt. Wahrscheinlich stammt das Castello aus der Langobardenzeit; seine Entstehungszeit ist jedoch nicht sicher. Die markante Form und die vorsichtige historische Einordnung bieten zwei verschiedene Anknüpfungspunkte für alle, die sich für Architektur und die Geschichte des Ortes interessieren.

Volkskunst im Museo delle arti e delle tradizioni popolari

Im mittelalterlichen Borgo von Piano della Corte befindet sich das Museo delle arti e delle tradizioni popolari im Untergeschoss des Magazeno. Eingeweiht wurde es im Mai 1997, nach Forschungs- und Restaurierungsarbeiten an mehr als 400 Objekten. Zu den ausgestellten Stücken gehört „u Paleméne“, ein in den lokalen Stein gehauenes Becken zum Keltern von Trauben. Der Holztrichter „u Muttille“ stammt aus dem Jahr 1700; außerdem zeigt das Museum Webstühle aus dem 19. Jahrhundert. Die Beispiele führen von der Weinverarbeitung bis zur Weberei und machen unterschiedliche Seiten der örtlichen Volkskultur greifbar.

Kirchen und Kunstgeschichte

Die Chiesa di Santa Maria delle Grazie, auch del Beato Stefano genannt, ist ein wesentlicher Bestandteil des architektonischen Komplexes von Piano della Corte im mittelalterlichen Ortskern von Riccia. Ihre Fassade entspricht der von Bartolomeo III im Jahr 1500 gewünschten Gestaltung und ist von einer nicht streng ausgeführten dorischen Ordnung beeinflusst. Im Inneren befinden sich Grabstätten der Familie de Capua, darunter das zentrale Grabmal Bartolomeos. Bei der Chiesa dell’Annunziata ist ein anderes Detail hervorzuheben: Dort befindet sich ein Verkündigungsbild eines unbekannten Künstlers. Die beiden Kirchen bieten damit verschiedene kunsthistorische Perspektiven – von Fassadengestaltung und Grabmal bis zu einem einzelnen Gemälde.

Bosco Mazzocca: Wald, Tiere und Lehrpfad

Der Bosco Mazzocca erstreckt sich über etwa 450 Hektar und umfasst Zerreichen, Eschen, Robinien und Buchsbäume. Beim Spazierengehen können unter anderem Wanderfalken, Wildschweine, Füchse, Dachse und einzelne Hasen beobachtet werden. Im Wald gibt es zudem ausgestattete Bereiche zum Campen und Picknicken mit Bänken, Holztischen und Grills. Mit diesen Einrichtungen sind konkrete Möglichkeiten für eine Pause im Grünen benannt, während die Tierbeobachtungen vom Glück und den Umständen des Spaziergangs abhängen.

Ein weiterer Zugang zur Umgebung ist Bosco delle Favole, ein Lehrpfad im jahrtausendealten Bosco Mazzocca. Er vermittelt jüngeren Generationen Legenden und Spiele der riccesischen Volkstradition. Damit verbindet sich der Wald nicht nur mit Naturbeobachtung und Erholung, sondern auch mit lokalem Erzählgut. Wenn Sie sich für traditionelle Geschichten interessieren, ergänzt dieser kulturelle Schwerpunkt die Bauwerke und Sammlungsstücke Riccias um eine weitere Perspektive.

Festa dell’Uva im September

Die Festa dell’Uva findet in Riccia am zweiten Sonntag im September statt. Wenn Sie Ihre Reise auf das Fest ausrichten möchten, prüfen Sie den Termin für das gewünschte Jahr. Bei der Parade werden Festwagen gezeigt, die aus aufgeklebten Weintrauben gestaltet sind; die Trauben werden nach Farbe und Größe ausgewählt. Das Fest bietet damit einen saisonalen Anlass für die Reise und ein konkretes, mit Trauben gestaltetes Motiv, das es von den Bau- und Naturthemen des Ortes unterscheidet.

Weitere Reiseziele entdecken: Sepino, Monteverde, Larino, Montecilfone, Portocannone, Castropignano, Marina Di Montenero, Oratino.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Campobasso.

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