Die Misteri eröffnen einen besonderen Zugang zu Campobasso: Im Museum lassen sich ihre mechanischen Konstruktionen betrachten, beim Fronleichnamsfest ziehen sie als Prozessionsmaschinen durch die Straßen. Kunst, Technik und Tradition begegnen sich hier in unterschiedlichen Formen. Wer darüber hinaus Stadtgeschichte entdecken möchte, findet in Museen, Kirchen und öffentlichen Grünräumen weitere eigene Themen.
Die Misteri: Mechanik im Museum, Prozession auf den Straßen
Das Museo dei Misteri präsentiert die mechanischen „Ingegni“, die Paolo Saverio di Zinno geschaffen hat. In seinem Hauptraum, der Sala degli Ingegni „Cosmo Teberino“, können Sie dreizehn „nackte“ Maschinen und ihre strukturellen wie künstlerischen Besonderheiten besichtigen. Zum Museum gehören außerdem zwei Ausstellungssäle und ein Vorführraum. So richtet sich der Blick nicht nur auf die Gestaltung der einzelnen Maschinen, sondern auch auf die unterschiedlichen Räume des Museums.
Am Sonntag des Fronleichnams ziehen dreizehn von Trägern geschulterte Prozessionsmaschinen durch Campobasso. Der Bildhauer Paolo Saverio Di Zinno entwarf und schuf sie Mitte des 18. Jahrhunderts. Museum und Festzug zeigen damit zwei Seiten desselben Themas: Hier können Sie die Maschinen und ihre Bauweise betrachten, dort erleben Sie sie in Bewegung auf den Straßen. Da die Prozession an einen bestimmten Festtag gebunden ist, prüfen Sie vor der Reise den Veranstaltungstermin und die konkreten Abläufe.
Die Verbindung von Tradition und öffentlicher Kunst setzt sich in San Giovanni dei Gelsi fort. Das Viertel wurde in ein Freiluftmuseum für Street Art verwandelt; dort gibt es auch einen Street-Art-Parcours, der dem traditionellen Fest der Misteri gewidmet ist. Wer sich für die Festtradition interessiert, kann so neben den mechanischen Werken auch ihre künstlerische Aufnahme im Stadtraum kennenlernen.
Archäologische Funde und historische Bauwerke
Das Museo Archeologico Nazionale wurde 1881 gegründet und ist seit 1995 im Palazzo Mazzarotta eingerichtet und besuchbar. Seine Sammlung reicht von der Vorgeschichte bis zum Mittelalter und hat einen ausgeprägten Schwerpunkt auf samnitischen Funden. Zu den archäologischen Materialien gehören außerdem Stücke unter anderem aus Campomarino, Guglionesi, Larino, Sepino, Campochiaro und dem Castello Monforte. Damit begegnen Ihnen sowohl ein weiter zeitlicher Rahmen als auch Objekte, deren Herkunft mit diesen Orten verbunden ist. Die konkreten Besuchsregelungen können sich ändern; informieren Sie sich dazu vor Ihrem Besuch.
Auch Kirchen und Theater geben Einblicke in unterschiedliche Kapitel der Stadtgeschichte. Die Chiesa di Sant’Antonio Abate wurde 1572 von der Congrega delle Maestranze aus einem außerhalb der Stadtmauern gelegenen Oratorium in eine Kirche umgewandelt. Sie bewahrt Werke von Francesco Guarino da Solofra, Scipione Cecere, Paolo Saverio Di Zinno, Amedeo Trivisonno und Leo Paglione. Die Chiesa di San Giorgio stammt aus dem 14. Jahrhundert. Ihre Fresken zeigen Kirchenväter, Evangelisten und Szenen aus der Genesis.
Das Teatro Savoia wurde zwischen 1923 und 1925 erbaut. Fresken von Arnaldo De Lisio aus dem Jahr 1925 schmücken den Eingangsbereich, das Foyer und die über dem Zuschauerraum liegende Decke. Im Convitto Nazionale Mario Pagano finden sich ebenfalls künstlerisch gestaltete Räume: Die Aula Magna besitzt Gemälde von Romeo Musa, das Oratorium drei große Fresken von Amedeo Trivisonno. Für Besuche der Innenräume sollten Sie die Besuchsregelungen vorher klären.
Grünräume, Kunst im Freien und ein lokaler Geschmack
Die Villa De Capoa vereint die Merkmale eines botanischen Gartens und einer städtischen Villa. In ihrem Park wachsen unter anderem hohe Mammutbäume, mächtige Libanonzedern, Zypressen, Rotfichten und Linden. Eine andere Auswahl seltener Arten beherbergt der Garten des Convitto Nazionale Mario Pagano, der Ende des 19. Jahrhunderts angelegt wurde: Dazu zählen der Riesenmammutbaum, der Ginkgo biloba und die Libanonzeder. Der Vergleich der beiden Gärten führt von einer vielfältigen Parkbepflanzung zu einer ausdrücklich mit seltenen Arten beschriebenen Auswahl.
Der Parco Eduardo De Filippo ist die bedeutendste Grünfläche des Viertels San Giovanni. Seine vielfältige Bepflanzung verbindet sich mit einem Spielbereich, Sportanlagen und Werken zeitgenössischer Kunst. Im Sommer findet dort das Festival Nazionale del Teatro Popolare e della Tradizione statt. Wenn Sie das Festival erleben möchten, prüfen Sie vor der Reise die Termine. Ein weiterer fester Termin im Jahreslauf ist der 31. Mai: An diesem Tag wird die besonders verehrte Marienstatue des Santuario di Santa Maria del Monte jedes Jahr in einer Prozession getragen.
Auch L’Abatina gehört zu den besonderen Entdeckungen der Stadt. Das würzige De.Co.-Erzeugnis ist eine Wurst, die nach dem Füllen unter eine Presse gelegt wird. Dadurch erhält sie auch beim Servieren ihre flache Form. Die beschriebene Zubereitung macht unmittelbar verständlich, wodurch sich diese Spezialität auszeichnet.
Zu Fuß und am Bahnhof orientieren
Unterhalb des Castello Monforte können Sie über schmale, rustikale Straßen in Hanglage und über Treppen durch Campobasso spazieren.
Am Bahnhof Campobasso gibt es eine Bushaltestelle, Fahrradabstellplätze, Radwege, Parkmöglichkeiten für Auto und Motorrad sowie Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Der Bahnhof bietet außerdem einen Betreuungsdienst für Menschen mit Behinderungen oder eingeschränkter Mobilität und verfügt über drei Gleise für den Personenverkehr. Da sich einzelne Bahnhofsangebote ändern können, prüfen Sie die für Ihre Reise wichtigen Angaben vorab.
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