Flusslandschaft und Geschichte
Dicomano liegt dort, wo der Comano in die Sieve mündet. Die Landschaft rund um den Ort verbindet die für das Mugello typischen Berglandschaften mit den für das Val di Sieve typischen Talbereichen. An den Hängen wachsen grüne Buchen-, Eichen- und Kastanienwälder. So stehen bei der Reiseplanung zwei unterschiedliche Schwerpunkte zur Wahl: die archäologischen und architektonischen Zeugnisse oder die Landschaft und ihre Wege.
Etruskische Funde und Frascole
Das Museo Archeologico comprensoriale beherbergt Funde und Grabungsergebnisse der etruskischen Fundstätten von San Martino a Frascole. Seine archäologischen und historischen Zeugnisse reichen außerdem über Dicomano hinaus: Sie umfassen das gesamte Mugello, das Alto Mugello und das Val di Sieve. Ein Hinweis der Gemeinde vom 19. März 2026 kündigte an, dass das Museum wegen Renovierungsarbeiten ab dem 31. März 2026 bis auf Weiteres geschlossen sei. Prüfen Sie vor dem Besuch den aktuellen Öffnungsstatus.
Auch die Ausgrabungen von Frascole geben einen konkreten Einblick in die archäologische Geschichte der Gegend. Zu den Funden gehört eine gut erhaltene Grabstele fiesolanischen Typs aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. Die Überreste eines großen etruskischen Gebäudes werden entweder als Heiligtum oder als Verteidigungsanlage gedeutet. Diese beiden möglichen Bestimmungen lassen die Funktion des Bauwerks offen. Das archäologische Gebiet umfasst außerdem die Reste der kleinen Kirche San Martino, die Mitte des 13. Jahrhunderts erbaut wurde. San Martino a Poggio – Frascole ist Teil der archäologischen Route der Toskana.
Neoklassizistische Architektur
Einen anderen Zugang zur Baugeschichte bietet das Oratorio di Sant’Onofrio. Es wurde 1796 nach einem Entwurf des Florentiner Architekten Giuseppe Del Rosso errichtet und gilt als Beispiel des italienischen Neoklassizismus. Sein Innenraum hat einen zentralen Grundriss; eine Kuppel auf sechzehn Säulen mit korinthischen Kapitellen schließt ihn ab. Die Angaben zu Entwurf, Baujahr und Innenraum machen das Oratorio zu einem klar umrissenen Architekturthema. Zusammen mit der mittelalterlichen Kirche von San Martino und den etruskischen Funden lässt sich so ein zeitlicher Bogen von der Antike bis zum späten 18. Jahrhundert betrachten.
Landschaft und Wege
Wer den Schwerpunkt lieber auf Landschaft und Routen legt, findet zwei unterschiedlich beschriebene Wege. Der Sentiero Piandrati - Il Lago - Anello E beginnt an der Piazza della Repubblica und führt bis zum A. Bartolozzi-Rad- und Fußweg. Zu seinen Merkmalen zählen Panoramablicke sowie Beispiele mittelalterlicher und Renaissance-Architektur. Die Route verbindet damit einen benannten Start- und Endpunkt mit Ausblicken und Baugeschichte.
Der Sentiero degli Etruschi - Anello D gehört zu den von der Gemeinde aufgeführten Trekkingrouten. Seine Streckenfolge führt über Pista Ciclabile, Sandetole, Scavi Frascole, La Cella und Ponte Vecchio. Die beiden Routen setzen so verschiedene Akzente: Beim Sentiero Piandrati stehen Ausblicke und Architektur im Vordergrund; beim Sentiero degli Etruschi gibt die Abfolge der genannten Orte Orientierung. Für die Auswahl lässt sich daher zuerst entscheiden, ob die Landschaft und Baukunst oder die Route mit ihren aufgeführten Stationen stärker interessieren.
Weitere Reiseziele entdecken: Corella, Tavarnelle Val Di Pesa, Sambuca, Fiesole, Pinete, Montespertoli, Capraia E Limite, Florenz.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Florenz.