Am linken Ufer des Serchio, in Borgo a Mozzano im Serchio-Tal, steht der Ponte della Maddalena. Die Brücke wurde um das Jahr 1000 errichtet, damit Reisende und Pilger Lucca erreichen und in die Via Francigena einsteigen konnten. Die Via Francigena führte in Richtung Rom. Ihr Ort am Fluss und dieser historische Zweck stellen einen Zusammenhang mit früheren Reisewegen her.
Das Profil der Eselsrückenbrücke
Der Ponte della Maddalena besitzt das klassische Profil einer Eselsrückenbrücke mit asymmetrischen Bögen. Die Brücke ist mehr als 90 Meter lang; ihr zentraler Hauptbogen ist über 18 Meter hoch. Die Maße beschreiben unterschiedliche Aspekte: Die Länge bezieht sich auf das gesamte Bauwerk, die Höhe auf den zentralen Bogen. Das Eselsrückenprofil zeichnet sich durch eine deutlich gewölbte Form aus; zusammen mit den asymmetrischen Bögen gibt es der Brücke ihre charakteristische Silhouette. So lassen sich bei der Betrachtung sowohl die Gesamtform als auch der Hauptbogen als eigene architektonische Merkmale einordnen.
Vom frühen Reiseweg zu späteren Veränderungen
Der Bau wird wahrscheinlich auf Veranlassung der Gräfin Matilde di Canossa zurückgeführt. Anfang des 14. Jahrhunderts restaurierte Castruccio Castracani den Ponte della Maddalena. Errichtung und Restaurierung gehören damit zu unterschiedlichen Abschnitten der Baugeschichte. Auch der Name verweist auf eine spätere Zeit: Die Brücke ist nach einer Wegkapelle aus dem 16. Jahrhundert benannt, die heute nicht mehr existiert.
Eine Überschwemmung beschädigte den Ponte della Maddalena im Jahr 1836 schwer. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde auf der rechten Seite ein neuer Bogen geöffnet, damit der Zug passieren konnte. Die beiden Ereignisse stehen für unterschiedliche Veränderungen am Bauwerk: einen schweren Hochwasserschaden und eine Öffnung mit einem ausdrücklich genannten Zweck für den Bahnverkehr.
Kulturelle Bedeutung und lokale Legende
Der offizielle Eintrag, aktualisiert am 17. Dezember 2024, führt den Ponte della Maddalena nach Artikel 10 des italienischen Gesetzesdekrets Nr. 42 vom 22. Januar 2004 als von kulturellem Interesse. Diese Einstufung ergänzt die Baugeschichte um eine formale kulturelle Anerkennung.
Eine andere Art der Erzählung ist die lokale Legende: Ihr zufolge vollendete der Teufel die Brücke im Austausch gegen die Seele des ersten Wesens, das sie überqueren würde. Die Erbauer ließen daraufhin eine Ziege über die Brücke gehen, um den Pakt zu umgehen. Diese Überlieferung ist von den historischen Angaben zur Baugeschichte zu unterscheiden.
Packrafting auf dem Serchio
Wer sich neben der Brückenarchitektur für eine Aktivität auf dem Fluss interessiert, kann eine Packrafting-Tour auf dem Serchio in Betracht ziehen. Sie endet am Ponte del Diavolo und ist laut Tourangebot für Familien und Anfänger geeignet. Saison und Buchungsverfügbarkeit können sich ändern; prüfen Sie deshalb vor der Planung die aktuellen Angaben des Anbieters.
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