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Mittelalterliche Gassen, ein antiker Prunkwagen und Wanderwege zu archäologischen Fundstätten geben Monteleone di Spoleto verschiedene Seiten. Im Ort führen historische Bauwerke und das Museo della Biga durch die Geschichte; außerhalb des Ortskerns warten zwei Routen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. So können Sie Kultur und Landschaft nach Ihren Interessen gewichten.

Gassen und Bauwerke aus verschiedenen Jahrhunderten

Durch den Eingang des Torre dell’Orologio gelangen Sie in den ältesten Teil von Monteleone di Spoleto. Dessen Gassen bilden ein Labyrinth in einem typischen mittelalterlichen Stadtgrundriss, der sich um das inzwischen verschwundene Kastell der Tiberti entwickelt hat. Das ehemalige Kastell gehört damit zur Geschichte des Viertels, auch wenn es heute nicht mehr besteht.

Das Baluardo dell’Annunziata ist Teil der Befestigungsanlagen aus dem 15. Jahrhundert. Beltramo di Martino entwarf es zur Verteidigung der Grenze zum Königreich Neapel und des Weges nach Cascia; beim Bau kamen innovative Techniken gegen Feuerwaffen zum Einsatz. Einen anderen zeitlichen Schwerpunkt hat die Kirche San Francesco: Sie wurde im 14. Jahrhundert über einem älteren benediktinischen Oratorium aus dem 12. Jahrhundert errichtet.

Die Ursprünge des Ex Convento e Chiesa di Santa Caterina reichen bis 1310 zurück. Damals schlossen sich zehn Augustinernonnen zusammen, um der Regel der Chiara di Norcia zu folgen und deren Orden zu verbreiten. Zusammen zeigen diese Bauwerke unterschiedliche Stationen der Ortsgeschichte: mittelalterlichen Stadtgrundriss, Befestigung und religiöse Gemeinschaften.

Der Prunkwagen im Museo della Biga

Das Museo della Biga befindet sich im ehemaligen Franziskanerkloster. Zu sehen ist dort eine lebensgroße Kopie eines griechisch-italischen Prunkwagens aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. Der Wagen wurde 1902 im Gebiet Colle del Capitano entdeckt; das Original befindet sich seit 1903 im Metropolitan Museum of Art in New York. Die ausgestellte Kopie fertigte 1985 die Schule des Meisters Manzù an. Wer sich für Archäologie interessiert, kann so die Geschichte des Fundes und die spätere Entstehung der Kopie auseinanderhalten.

Zwei Wanderwege, unterschiedliche Schwerpunkte

Il Castelliere führt von der Kirche Sant’Erasmo im Ortsteil Trivio zur prärömischen Festung bei Selva Grossa. An der Festung sind Reste ihrer Mauern zu sehen. Die Gegend ist lichtarm und eignet sich besonders zur Sternbeobachtung. Der Weg verbindet damit ein konkretes archäologisches Ziel mit einer Landschaft, deren geringe Lichthelligkeit auch für einen Blick in den Nachthimmel interessant ist. Prüfen Sie vor dem Aufbruch auch für Il Castelliere die Wegbedingungen, da sie sich ändern können.

Die Via del Capitano beginnt in Monteleone di Spoleto und führt über den Monte Pizzoro und das Tal des Flusses Corno zum Colle del Capitano. Unterwegs sind die Ruinen einer alten Burg, eine prärömische Steinzisterne sowie die Fundstätte der Biga und von 42 Schachtgräbern aus der protovillanovischen Zeit zu sehen. Die Wanderung dauert höchstens drei Stunden und verläuft teilweise auf steilen Wegen. Im Vergleich dazu stehen bei Il Castelliere die Festungsreste und die besonders lichtarme Gegend im Vordergrund; die Via del Capitano führt zu mehreren archäologischen Stationen und hat eine angegebene Höchstdauer. Prüfen Sie vor dem Aufbruch die Wegbedingungen, da sie sich ändern können.

Landschaft, Stadtpark und ein Dezemberritual

Monteleone di Spoleto liegt im Gebiet des Parco Naturale del Coscerno - Aspra, in einer Landschaft mit Buchen- und Flaumeichenwäldern, Tälern, Weiden und bewirtschafteten Feldern. Der Parco della Croce ist ein gut zugänglicher Stadtpark mit Flaumeichen, Schwarzkiefern, Tannen und Libanonzedern. Prüfen Sie vor einem Besuch die örtlichen Bedingungen.

Ein fester Termin im Ortsleben ist das Ritual Farro di S. Nicola: Es findet seit jeher am 5. Dezember, dem Vorabend des Festes des Ortspatrons, statt. Der Pfarrer bereitet im Pfarrhaus der Kirche San Nicola eine mit magerer Soße gewürzte Dinkelsuppe zu und kocht sie in einem großen, über dem Herd hängenden Kessel. Mittags wird sie an die Einwohner von Monteleone verteilt, beginnend mit den Kindern. Der Brauch hat damit einen klaren örtlichen und kalendarischen Bezug; die Verteilung ist an die Einwohner gerichtet.

Weitere Reiseziele entdecken: Triponzo, Casalalta, Ripaioli, Branca, Pierantonio, Ranciano, Casanova di Torre, Matigge.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Perugia.

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