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Wer Grumolo Delle Abbadesse für einen Aufenthalt auswählt, begegnet einer Landschaft, die vom Reisanbau geprägt ist, und einem historischen Baubestand mit unterschiedlichen Bau- und Nutzungsgeschichten. Reis ist hier zugleich lokales Erzeugnis und ein Schlüssel zum Verständnis des Ortes.

Reisfelder und saisonale Landschaft

Reisfelder bestehen seit mehr als 500 Jahren im Gebiet des historischen Lehens der Äbtissinnen. Dazu zählen Flächen in der Gemeinde Grumolo Delle Abbadesse ebenso wie nahegelegene, historisch dokumentierte Felder. Der Reisanbau prägte die Landschaft durch die Urbarmachung des Landes, Rodungen, die Trockenlegung von Feuchtgebieten und den Bau von Bewässerungskanälen. So hängen die landwirtschaftliche Nutzung und die Entwicklung der Umgebung unmittelbar zusammen.

Ein besonders prägnanter saisonaler Eindruck entsteht im April und Mai: Wenn die Reisfelder für die Aussaat unter Wasser stehen, nimmt die Landschaft einen lagunenartigen Charakter an. Auch die Tierwelt gehört zum Bild der Felder. Dort sind Störche, Reiher, Wildenten, Teichhühner und Kiebitze anzutreffen. Für Ihre zeitliche Planung bieten die Monate April und Mai damit einen konkreten Anhaltspunkt, wenn Sie sich für die saisonale Erscheinung der Reislandschaft interessieren.

Reiskultur und Festa del Riso

In Grumolo Delle Abbadesse werden die Reissorten Vialone Nano und Carnaroli angebaut und vermarktet. Die Gemeinde hat den dort erzeugten Reis mit einer De.Co.-Bezeichnung anerkannt. Eine weitere besondere Kennzeichnung betrifft den Vialone Nano di Grumolo delle Abbadesse: Er ist ein von der Region Veneto unterstütztes Presidio Slow Food. So treffen in der lokalen Reiskultur die kommunale Anerkennung des erzeugten Produkts und der besondere Status einer benannten Sorte aufeinander.

Auch die Festa del Riso greift diese starke Verbindung zum Reis auf. Sie findet in Grumolo Delle Abbadesse seit mehreren Jahrzehnten regelmäßig im September statt. Wenn Sie das Fest in Ihren Aufenthalt einbeziehen möchten, prüfen Sie die konkreten Veranstaltungstermine vor der Reise.

Bauten aus verschiedenen Jahrhunderten

Eine historische Verbindung zum Reistransport zeigt der 1618 angelegte schiffbare Kanal Meneghina. An seiner Anlegestelle machten Boote fest, die Reis zu den Kornspeichern transportierten. Eine andere frühe Nutzungsgeschichte erzählt die Barchessa: Sie wurde im Jahr 1200 als Hof und Lagerhaus für Naturalabgaben an die Nonnen errichtet. Nachdem das frühere Gebäude verfallen war, wurde sie 1710 wiederhergestellt.

Die Villa Canal, früher Villa Rossi di Schio, stammt aus dem 17. Jahrhundert und liegt an der Via Piave am Rand des Zentrums von Grumolo Delle Abbadesse. Zu ihrem Komplex gehört eine 1697 errichtete Kapelle. Bei der Villa Canal lassen sich so die Datierung des Hauptgebäudes und das konkrete Baujahr der Kapelle voneinander unterscheiden.

Im Park der Villa Godi–Piovene stehen jahrhundertealte Bäume. Neben dem Park der Villa Piovene befindet sich die Kapelle La Favallina, ein Beispiel für vicentinische Architektur des 17. Jahrhunderts, dessen Urheberschaft Carlo Borrella zugeschrieben wird. Auch bei der Villa Chiericati ist eine Zuschreibung überliefert: Andrea Palladio gilt als ihr Urheber; als Grundlage dafür dienen eigenhändige Zeichnungen des Meisters, die in Großbritannien aufbewahrt werden.

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